Brač kennt man von einem Foto. Eine schmale, helle Landzunge ragt ins türkisfarbene Wasser, links und rechts kreuzen Surfsegel, im Hintergrund liegt Hvar. Zlatni Rat bei Bol gilt als eines der Symbole des kroatischen Tourismus und taucht entsprechend oft in Reiseprospekten auf.
Das Foto hat nur einen kleinen Haken: Ganz verlassen kann man sich darauf nicht. Die Spitze der Landzunge verändert ihre Form mit Wind, Wellen und Strömung. Nach mehreren Tagen mit heftigem Jugo zeigte sie Anfang November 2018 plötzlich nach Westen. Selbst das bekannteste Motiv der Insel hält also nicht still. Und eigentlich ist das ein ganz passender Vorgeschmack auf Brač: Die Insel ist für manche Überraschung gut.
Viele kommen nur für diesen Strand nach Brač, oft als Tagesausflug von Split. Dabei ist Brač die größte Insel Dalmatiens, und das berühmte Strandmotiv erzählt nur einen Bruchteil ihrer Geschichte. Da sind die Steinbrüche, deren Kalkstein schon im Diokletianpalast in Split verbaut wurde, eine Einsiedelei, deren letzter Bewohner nachts durchs Teleskop schaute, ein Dorf, das als erstes der Welt Tolstoi ein Denkmal gesetzt haben soll, und ein anderes, dessen berühmtester Kuchen nach den Steinen der Hauswände benannt ist.
Dieser Artikel führt deshalb über die ganze Insel Brač: zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, zu Stränden abseits von Zlatni Rat, zu dem, was hier auf den Tisch kommt, und zu allem, was man für Anreise und Planung wissen sollte.
In diesem Artikel
Brač auf einen Blick
Brač liegt direkt vor Split. Vom Festland trennt die Insel der Brački kanal, der je nach Stelle zwischen 5 und 13 Kilometer breit ist. Mit rund 395 Quadratkilometern ist Brač die größte Insel Dalmatiens und die drittgrößte der Adria. Laut Volkszählung 2021 leben hier rund 13.900 Menschen.
Die Nordküste schaut zum Festland. Hier liegen Supetar, der größte Ort und wichtigste Fährhafen, außerdem Sutivan, Postira, Pučišća und Povlja. Auf der anderen Seite des Inselrückens, an der Südküste, liegt Bol mit Blick auf Hvar. Im Westen öffnet sich die tiefe Bucht von Milna, im Osten liegen Selca und der Fährhafen Sumartin.
Dazwischen liegt das Inselinnere mit Dörfern wie Nerežišća, das bis 1827 Verwaltungssitz der Insel war, Škrip und Dol. Darüber erhebt sich die Vidova gora. Mit 778 Metern ist sie der höchste Gipfel aller Adriainseln.
Schon Plinius der Ältere erwähnte die Insel als Brattia und lobte sie für ihre Ziegen. Woher der Name stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise geht er auf ein altes Wort für Hirsch zurück. Auch der griechische Name der Insel, Elaphusa, bedeutet sinngemäß „Hirschinsel“. Plinius lobte also die Ziegen, während die Insel ihren Namen vielleicht dem Hirsch verdankt. Im örtlichen čakavischen Dialekt heißt sie übrigens auch Broč.
Der weiße Stein von Brač
Wer über Brač spricht, kommt am Stein nicht vorbei. Der helle Kalkstein der Insel wird seit der Antike abgebaut. Schon für den Diokletianpalast in Split, den der römische Kaiser um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert errichten ließ, wurde Stein von Brač verwendet. Laut Tourismusverband Dalmatien steckt Brač-Stein außerdem in der Kathedrale des heiligen Jakob in Šibenik und in den Parlamentsgebäuden von Wien und Budapest.
Auf der Insel selbst sieht man ihn überall: in Kirchen, Hafenmauern, alten Häusern und in den Trockenmauern, die sich durch die Olivenhaine ziehen.
Pučišća und die Klesarska škola
Am deutlichsten zeigt sich das in Pučišća an der Nordküste. Der Ort liegt in einer tief eingeschnittenen Bucht, in den Hügeln darüber liegen die Steinbrüche, unten am Wasser die Häuser aus hellem Stein.
Hier steht die Klesarska škola, die Steinmetzschule. Klesar heißt Steinmetz, klesati behauen. Unterricht für Steinmetze gibt es auf Brač seit 1906, die Schule selbst wurde 1909 gegründet. Nach Angaben des Tourismusverbands Supetar gehört sie zu nur drei Schulen in Europa, an denen die traditionelle Steinbearbeitung von Hand noch gelehrt wird. In den Werkstätten arbeiten die Schüler noch mit Hammer und Meißel, mit Werkzeugen, deren Vorbilder bis in die Römerzeit zurückreichen. Im Sommer kann die Schulwerkstatt besichtigt werden. Besuche sollten vorab angemeldet werden; aktuelle Öffnungszeiten veröffentlicht die Schule auf ihrer Website.
Und das Weiße Haus?
Auf Brač hört man immer wieder, das Weiße Haus in Washington sei aus Brač-Stein gebaut. Manche Tourismusseiten schreiben es, Reiseführer übernehmen es, Gästeführer erzählen es gern.
Für diese Behauptung gibt es keinen belastbaren Nachweis. Nach den Unterlagen der White House Historical Association, die die Geschichte des Gebäudes dokumentiert, bestehen die Außenmauern aus Sandstein aus Aquia Creek in Virginia, der anschließend weiß getüncht wurde. Hinweise auf Stein aus Kroatien gibt es darin nicht.
Der Stein von Brač braucht diese Geschichte allerdings auch nicht. Der Palast eines römischen Kaisers ist als Referenz eigentlich genug.
Die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf Brač
Supetar: Fährhafen mit einem ungewöhnlichen Friedhof
Für die meisten beginnt Brač in Supetar. Hier legt die Autofähre aus Split an, hier liegt der größte Ort der Insel, und seit 1827 ist Supetar auch ihr Verwaltungszentrum. Der Name geht auf den heiligen Petrus zurück, Sveti Petar.
Viele steigen von der Fähre direkt ins Auto oder in den Bus und fahren weiter nach Bol. Wer etwas Zeit und Lust hat, sollte vorher am Wasser entlang Richtung Westen gehen, zum Friedhof auf der kleinen Halbinsel Sveti Nikola, wo früher das alte Supetar lag.
Dort steht das Mausoleum der Familie Petrinović, erbaut zwischen 1924 und 1927 aus weißem Brač-Stein nach Entwürfen des Bildhauers Toma Rosandić. Mit seinen Kuppeln im byzantinischen Stil wirkt es eher wie eine kleine Kirche als wie ein Grabbau.
Auch Ivan Rendić, einer der bekanntesten kroatischen Bildhauer seiner Zeit, der auf Brač aufwuchs, hat auf diesem Friedhof Grabdenkmäler geschaffen. Ursprünglich sollte sogar er das Mausoleum der Familie Petrinović gestalten, doch der Auftrag ging schließlich an Rosandić.
Ein Vermögen aus Chile
Das Geld für das Mausoleum kam aus Chile. Dort war der aus Supetar stammende Frane Petrinović mit Handel und der Salpeterindustrie zu Wohlstand gekommen. Seine Geschichte ist Teil einer großen Auswanderungsbewegung. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verließen so viele Menschen Brač, dass die Insel zusammen mit Hvar zu den einzigen beiden Bezirken Dalmatiens gehörte, deren Einwohnerzahl zwischen 1900 und 1910 sank. Viele Bračaner zog es nach Chile, vor allem nach Antofagasta im Norden und Punta Arenas an der Magellanstraße.
In Punta Arenas gaben Auswanderer von Brač Anfang des 20. Jahrhunderts sogar kroatische Zeitungen heraus, darunter die Domovina, also „Heimat“. Kroatische Familiennamen begegnen einem in Punta Arenas bis heute. Auf dem Friedhof von Supetar steht mit dem Mausoleum also auch ein Stück Chile. In weißem Brač-Stein, versteht sich.
Škrip: das älteste Dorf der Insel
Im Inselinneren, oberhalb des kleinen Küstenortes Splitska, liegt Škrip, das als ältestes Dorf von Brač gilt. Hier liegen drei Epochen buchstäblich übereinander: Reste illyrischer Mauern, ein römischer Grabbau vom Ende des 3. Jahrhunderts und darüber die Kula Radojković, ein Wehrturm, der während der Kriege zwischen Venedig und dem Osmanischen Reich im 16. und 17. Jahrhundert ausgebaut wurde.
In dem Turm und den angrenzenden Gebäuden befindet sich seit 1979 das Muzej otoka Brača, das Museum der Insel Brač. Gezeigt werden archäologische Funde, Zeugnisse der Inselgeschichte und Gegenstände aus dem früheren Alltag.
Der Überlieferung nach sollen dort Prisca und Valeria bestattet worden sein, Ehefrau und Tochter von Kaiser Diokletian. Belegt ist das nicht. Erzählt wird es trotzdem gern, schließlich steht Diokletians Palast gleich auf der anderen Seite des Kanals.
Gut zu wissen: Öffnungszeiten und Eintrittspreise können sich ändern. Informationen gibt das Centar za kulturu Brač, das das Museum betreibt. Wer sicher gehen möchte, kann sich vor dem Besuch telefonisch unter +385 91 637 0920 erkundigen.
Dol: wo der Kuchen aussieht wie die Hauswand
Landeinwärts von Postira liegt Dol in einem kleinen Tal. Viele der alten Häuser sind aus Hrapoćuša gebaut, einem rauen, rötlichen Gestein, in dem grobe Kiesel stecken. Nach genau diesem Stein ist der bekannteste Kuchen der Insel benannt.
Die Hrapoćuša-Torte besteht aus einem Biskuitboden und einer dicken, unebenen Schicht karamellisierter Walnüsse. Wer sie zum ersten Mal sieht, versteht schnell, warum sie nach dem rauen Stein benannt wurde. Der Kuchen sieht aus wie ein Stück Hauswand. Zum Glück schmeckt er aber nach Walnuss.
In Dol ist die Hrapoćuša weit mehr als eine ungewöhnliche Süßspeise. Jede Familie hütet ihr eigenes Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Seit 2012 steht die traditionelle Zubereitung in Kroatien unter dem Schutz des immateriellen Kulturerbes.
Und die Torte hat sogar ihre eigene Nacht: Seit 2010 feiert Dol im August die Noć hrapoćuše. Dann steht die berühmte Spezialität im Mittelpunkt eines Dorffestes mit Musik und weiteren Veranstaltungen.
Wie Postira zu seinem Namen kam
Auch das nahe Postira an der Nordküste hat mit Dol zu tun. Der Ort entstand im 16. Jahrhundert, gegründet unter anderem von Menschen aus Dol. Einer örtlichen Überlieferung nach geht sein Name auf die Frauen aus Dol zurück, die ans Meer kamen, um Wäsche zu waschen und auszubreiten, auf Kroatisch prostirati. Sprachwissenschaftler führen den Namen dagegen auf das lateinische pastura zurück, was Weideland bedeutet.
In einem der alten Steinhäuser am Hafen, dem Haus der Familie Lazanić, wurde 1876 der kroatische Schriftsteller Vladimir Nazor geboren. Er schrieb Gedichte, Romane und Erzählungen, darunter die Geschichte Veli Jože über einen istrischen Riesen. Auch seine Kindheit auf Brač fand Eingang in seine Bücher. In Postira erinnert man bis heute an ihn, unter anderem mit den Nazorovi dani, einer Kulturveranstaltung zu Ehren des Schriftstellers.
Bol: ein Altarbild für 270 Dukaten
Bol liegt an der Südküste zu Füßen der Vidova gora. Der Ort hat eine lange Uferpromenade, einen kleinen Hafen und ist vor allem wegen Zlatni Rat bekannt, der etwa zwei Kilometer westlich liegt. Mehr dazu weiter unten bei den Stränden.
Am östlichen Ortsrand steht auf der kleinen Halbinsel Glavica das Dominikanerkloster. Es wurde 1475 an einer Stelle gegründet, an der schon in der Spätantike gebaut wurde. Zu seiner Sammlung gehört ein Altarbild der Muttergottes mit Kind und Heiligen aus der Werkstatt des venezianischen Malers Jacopo Tintoretto.
Den Auftrag gab der Dominikaner Fra Luka Polovinić, der dafür mit 300 Dukaten nach Venedig reiste. Tintoretto verlangte zunächst 120 Dukaten für das Bild. Am Ende beliefen sich die Ausgaben auf 270 Dukaten. In den erhaltenen Rechnungen sind sogar die Bretter und Nägel für die Transportkiste einzeln aufgeführt.
Und noch etwas ist bemerkenswert: Die Kunsthistorikerin Nina Kudiš schreibt das Gemälde Giovanni Galizzi und einem weiteren, unbekannten Maler zu. Bestellt hatten die Dominikaner beim berühmten Tintoretto. Gemalt haben es nach dieser Zuschreibung andere.
Pustinja Blaca: Einsiedler, 11.000 Bücher und ein Teleskop
An der Südküste zwischen Bol und Milna schmiegt sich die Pustinja Blaca an die Felswände einer steilen Karstschlucht. Was einst als Zuflucht zweier Geistlicher in einer Höhle begann, wuchs über die Jahrhunderte zu einem Kloster mit Wohnhäusern, Wirtschaftsgebäuden und sogar einer eigenen Sternwarte. Eine Straße führt bis heute nicht dorthin. Wer Blaca besuchen möchte, muss das letzte Stück zu Fuß zurücklegen.
Warum „Pustinja“ keine Wüste ist
Pustinja heißt im Kroatischen eigentlich Wüste. Gemeint ist hier aber ein abgelegener Ort für Einsiedler, eine Einsiedelei. Ihre Geschichte beginnt um 1551. Damals flohen zwei Priester aus Poljica vor den Osmanen nach Brač und fanden Zuflucht in einer Höhle namens Ljubitovica. Die beiden waren sogenannte Glagoliter, Geistliche, die eine alte slawische Schrift namens Glagoliza für kirchliche Texte verwendeten.
Aus den zwei Priestern wurde mit der Zeit eine größere Gemeinschaft. Weitere Geistliche kamen hinzu, und für die Arbeit auf den Feldern holten sie Helfer aus ihrer Heimatregion Poljica. Die Einsiedelei wuchs: Neben der ursprünglichen Höhle entstanden Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und schließlich eine Kirche, die 1614 fertiggestellt wurde.
Die Bewohner legten Weinberge und Olivenhaine an, bewirtschafteten ihre Ländereien und handelten mit ihren Erzeugnissen. Ihre Segelschiffe fuhren damit sogar bis nach Triest. Aus dem einstigen Versteck war ein Kloster mit einem beachtlichen landwirtschaftlichen Betrieb geworden.
Bei einem großen Brand 1724 wurde die Kirche schwer beschädigt. Sie wurde wieder aufgebaut und im 18. Jahrhundert erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der damalige Leiter der Einsiedelei, der Priester Don Niko Miličević der Ältere, das Anwesen mit einer mächtigen Mauer umgeben: rund 120 Meter lang, 8 Meter hoch und 2 Meter dick.
Der letzte Einsiedler und die Sterne
Mehr als 400 Jahre lang war Blaca bewohnt. Heute ist die ehemalige Einsiedelei ein Museum, in dem erstaunlich viel von ihrer Geschichte erhalten geblieben ist.
Die Bibliothek umfasst rund 11.000 Bücher, von denen ein beträchtlicher Teil noch aus der Zeit vor 1800 stammt. Dazu kommen Möbel, Gemälde und eine große Zahl an Uhren, die nach der Zeit berühmter Sternwarten der Welt gestellt waren. Blaca hatte sogar eine eigene Druckerei, in der 1897 eine Chronik der Einsiedelei gedruckt wurde.
Der letzte Bewohner war Don Niko Miličević der Jüngere, ein Neffe seines gleichnamigen Vorgängers. Er lebte bis zu seinem Tod 1963 in Blaca. Er war Priester und Amateurastronom, stand mit Wissenschaftlern in Europa in Kontakt und beobachtete den Himmel mit einem Teleskop, das in der Beschreibung für die UNESCO-Vorschlagsliste aus dem Jahr 2007 als drittstärkstes Teleskop Kroatiens bezeichnet wird. Heute trägt sogar ein Asteroid seinen Namen: (10241) Miličević, 1999 an der Sternwarte Višnjan in Istrien entdeckt.
Auch Musik spielte in Blaca eine Rolle. Als Don Niko Miličević der Jüngere 1905 seinen Schulabschluss machte, schenkte ihm sein Onkel ein Klavier aus Wien. Das Instrument wurde per Schiff an die Küste von Brač gebracht. Von dort mussten die Männer den schweren Flügel auf ihren Schultern zur Einsiedelei hinauftragen. Zwei Gruppen mit jeweils zwölf Trägern wechselten sich auf dem steilen Weg ab.
Wer bei einer Einsiedelei nur an Stille und Abgeschiedenheit denkt, ahnt kaum, wie viel von der großen Welt seinen Weg nach Blaca fand.
Seit 2007 steht Pustinja Blaca auf der kroatischen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.
Pustinja Blaca besuchen
Von der Straße zwischen Nerežišća und Bol zweigt die asphaltierte Straße zur Vidova gora ab. Etwa einen Kilometer weiter führt rechts eine ausgeschilderte Schotterstraße Richtung Pustinja Blaca. Sie endet bei einem Parkplatz in der Nähe des verlassenen Dorfes Dragovode. Für Autos mit geringer Bodenfreiheit kann die Zufahrt schwierig sein.
Vom Parkplatz geht es rund 2,5 Kilometer auf einem steinigen Weg bergab zur Einsiedelei. Dafür sollte man etwa 40 Minuten einplanen. Zurück führt derselbe Weg entsprechend bergauf. Alternativ kann man mit dem Boot von Bol zur Bucht Blaca fahren und von dort in etwa 30 bis 40 Minuten zur Einsiedelei hinaufsteigen.
Für deinen Besuch: Laut dem Centar za kulturu Brač, dem Kulturzentrum der Insel Brač, ist die Einsiedelei außer montags täglich geöffnet, vom 16. Juni bis 15. September von 9 bis 17 Uhr, den Rest des Jahres von 9 bis 15 Uhr. Der letzte Einlass ist jeweils 30 Minuten vor Schließung. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 Euro (Stand: November 2026). Aktuelle Zeiten und Preise stehen auf czk-brac.hr, der Webseite des Kulturzentrums. Für den steinigen Weg zur Einsiedelei sind feste Schuhe empfehlenswert. Auch ausreichend Wasser sollte man mitnehmen, denn am Museum gibt es keine Getränke zu kaufen.
Hinweis: Nach einem Waldbrand am 10. September 2026 musste das Museum vorübergehend schließen. Bei der Wiedereröffnung am 26. September waren die Schäden an den Wanderwegen allerdings noch nicht vollständig behoben. Besucher sollten sich deshalb vor dem Ausflug über den aktuellen Zustand der Wege informieren. Auskunft erteilt das Museum unter +385 91 516 4671.
Vidova gora: der höchste Punkt aller Adriainseln
Hoch über der Südküste von Brač eröffnet sich von der Vidova gora einer der eindrucksvollsten Ausblicke der Insel. Tief unten ragt Zlatni Rat ins türkisfarbene Meer, dahinter erstreckt sich Hvar. Bei klarer Sicht reicht der Blick über weitere Inseln bis weit hinaus auf die Adria.
Benannt ist der Berg nach dem heiligen Vitus, Sveti Vid. Unweit des Gipfels liegen die Überreste einer kleinen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die ihm geweiht war. Noch heute pilgern Gläubige von Brač zu seinem Festtag am 15. Juni auf den Berg, um dort gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern.
Hinauf führt eine asphaltierte Straße, die Abzweigung liegt südöstlich von Nerežišća. Wer zu Fuß gehen möchte, startet in Bol. Der markierte Weg führt steil bergauf und dauert je nach Kondition etwa zwei Stunden. Im Hochsommer geht man ihn besser früh am Morgen.
Zmajeva špilja: die Drachenhöhle über Murvica
Etwa sechs Kilometer westlich von Bol liegt das kleine Dorf Murvica. Oberhalb davon, unter den Felswänden der Vidova gora, liegt die Zmajeva špilja, die Drachenhöhle. Sie ist nur rund 20 Meter lang. Im 15. Jahrhundert lebten hier glagolitische Priester, Spuren ihres Lebens sind bis heute zu sehen. Erhalten sind unter anderem Reste einer Kapelle und ehemaliger Wohnräume.
Ihren Namen verdankt die Höhle einem in den Fels gehauenen Drachen. Ihm gegenüber ist eine Frau dargestellt, die mit Sonne und Mond in Verbindung gebracht wird. Manche Forscher erkennen darin eine Szene aus der Offenbarung des Johannes. Wer die Reliefs geschaffen hat und wann sie entstanden sind, ist bis heute umstritten. Einige Forscher halten sie für deutlich älter, andere schreiben sie den glagolitischen Priestern des 15. Jahrhunderts zu.
Vor dem Besuch: Von Murvica führt ein steiler Fußweg zur Höhle. Für den Aufstieg sollte man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Besichtigungen sind nur mit einem örtlichen Führer möglich und müssen vorab vereinbart werden. Termine können bei Zoran Kojdić telefonisch oder per WhatsApp unter +385 91 514 9787 angefragt werden. Alternativ ist eine Anfrage per E-Mail an pozivje@gmail.com möglich. Feste Schuhe und ausreichend Wasser sind auch hier für den Aufstieg empfehlenswert.
Selca: Tolstoi, Genscher und 14 Denkmäler
Im Osten der Insel liegt Selca, ein Dorf aus hellem Stein. Mit 14 Denkmälern und 30 Gedenktafeln gilt Selca als der Ort mit den meisten Denkmälern pro Einwohner auf Brač.
Die Geschichte des Tolstoi-Denkmals beginnt mit einem slowakischen Arzt, der selbst Schriftsteller war: Matej Bencúr, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Martin Kukučín. Während seiner Zeit als Arzt in Selca weckte er im Ort das Interesse an russischer Literatur.
Als der russische Schriftsteller Leo Tolstoi 1910 starb, wollte man ihm auch in Selca ein Denkmal setzen. 1911 wurde zunächst ein Park nach ihm benannt. Über das geplante Denkmal war man sich allerdings uneinig: Ein Teil der Einwohner wollte Tolstoi ehren, andere bevorzugten den kroatischen Bischof Josip Juraj Strossmayer.
Der Streit ging so weit, dass einige junge Männer die Tolstoi-Büste heimlich über Nacht aufstellen wollten, um die anderen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Schließlich setzte sich Tolstoi auch im Gemeinderat durch. 1914 wurde seine Büste aus Stein aufgestellt, gearbeitet von Schülern der örtlichen Steinmetzschule nach einem Modell des tschechischen Bildhauers Jaroslav Bárda. Sie gilt als erstes Tolstoi-Denkmal der Welt.
Dabei blieb es nicht. Im Park zahvalnosti, dem Park der Dankbarkeit, stehen heute Denkmäler für Franjo Tuđman sowie für Hans-Dietrich Genscher und Alois Mock, die sich als Außenminister Deutschlands und Österreichs früh für die Anerkennung Kroatiens einsetzten. Wer durch Selca spaziert, sollte also nicht überrascht sein, wenn ihm plötzlich Hans-Dietrich Genscher gegenübersteht.
Doch Selca hat auch ein dunkles Kapitel in seiner Geschichte. Am 9. August 1943 setzte die italienische Armee den Ort in Brand. Mehr als 90 Prozent der Häuser wurden zerstört. Auch andere Dörfer auf Brač fielen den Brandstiftungen zum Opfer. Die Verwüstungen waren so schwer, dass ihre Spuren in Selca noch heute zu sehen sind.
Povlja: Kroatisch in kyrillischer Schrift
Nördlich von Selca liegt Povlja in einer tiefen Bucht. Mit dem Ort ist eines der ältesten kroatischen Rechtsdokumente verbunden: die Povaljska listina, die Urkunde von Povlja, vom 1. Dezember 1250. Sie gilt als ältestes erhaltenes Rechtsdokument in kroatischer Kyrilliza, einer Schrift, die in Teilen Dalmatiens neben der lateinischen und der glagolitischen verwendet wurde.
Die Urkunde ist eine beglaubigte Abschrift aus dem Besitzbuch des Benediktinerklosters von Povlja. Ihr erster Teil geht auf eine Urkunde aus dem Jahr 1184 zurück, die Besitzverhältnisse des Klosters regelte.
Aus derselben Zeit stammt der Povaljski prag, ein steinerner Türsturz mit kyrillischer Inschrift, der kurz nach 1184 für das Kloster geschaffen wurde. Darauf ist festgehalten, dass ein Steinmetz namens Radonja das Klostertor anfertigte und Fürst Brečko dem Kloster Land schenkte. Der Türsturz gilt als älteste vollständig erhaltene datierte Inschrift in kroatischer Kyrilliza.
Beide Zeugnisse befinden sich heute nicht mehr in Povlja. Die Povaljska listina wird im Pfarramt von Pučišća aufbewahrt, wohin sie im 19. Jahrhundert mit dem Archiv der letzten Mönche gelangte. Der Povaljski prag befindet sich im Museum der kroatischen archäologischen Denkmäler in Split.
Milna: Hafen im Westen
Ganz im Westen von Brač zieht sich die Bucht von Milna tief ins Land. An ihrem geschützten Ende liegen der Hafen und die Marina, in denen Segelboote und Yachten ihren Platz finden. Wer ohne Auto unterwegs ist, kann Milna auch außerhalb der Sommersaison mit dem Katamaran aus Split erreichen.
Auch einem alten Bekannten aus Supetar begegnen wir hier wieder: Ivan Rendić. In der barocken Pfarrkirche Gospe od Blagovijesti aus dem Jahr 1783 stehen zwei seiner Skulpturen. Sie zeigen den heiligen Josef und den heiligen Hieronymus. Auf dem Friedhof von Supetar haben wir bereits seine Grabdenkmäler kennengelernt.

Die schönsten Strände auf Brač
Wer auf Brač einen Platz zum Baden sucht, hat weit mehr Möglichkeiten als die berühmte Landzunge bei Bol. Zwischen felsigen Küstenabschnitten liegen kleine Kiesbuchten, und sogar Sandstrände gibt es auf der Insel. Man muss nur wissen, wo man sie findet.
Zlatni Rat: der Strand, der sich bewegt
Zlatni Rat, das „Goldene Horn“, liegt etwa zwei Kilometer westlich vom Zentrum von Bol. Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade führt in rund 20 Minuten dorthin. Schon von Weitem fällt die helle Landzunge auf, die weit ins türkisfarbene Meer hinausragt. Im hinteren Teil wachsen Pinien, weiter vorne bestimmt feiner, heller Kies das Bild. Auf Fotos wird Zlatni Rat deshalb oft für einen Sandstrand gehalten. Seit 1965 steht die außergewöhnliche Landzunge als geschützte Landschaft unter Naturschutz.
Ihre Spitze verändert sich mit Wind, Wellen und Strömung. Mal zeigt sie nach Osten, mal nach Westen. Je nach Windrichtung ist das Meer auf einer Seite der Landzunge oft welliger als auf der anderen. Am Nachmittag frischt im Sommer häufig der Maestral auf, ein Wind aus Nordwesten, und dann gehört das Wasser vor Zlatni Rat den Windsurfern.
Tipp: Für Zlatni Rat lohnt sich das frühe Aufstehen. Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf das helle Kiesufer fallen und noch nicht überall Handtücher liegen, zeigt sich der berühmteste Strand von Brač von seiner entspannten Seite.
Murvica: Kiesbuchten unter Weinbergen
Westlich von Bol, unterhalb des kleinen Steindorfes Murvica, reichen die Weinberge auf schmalen Terrassen beinahe bis ans Meer. Zwischen den Hängen und Pinien verstecken sich Kiesbuchten mit klarem, türkisfarbenem Wasser. Gegenüber liegt die Insel Hvar. Wer hier zum Baden kommt, kann den Blick also ebenso gut über die Weinberge wie über die Adria schweifen lassen.
Direkt unterhalb des Dorfes liegt der Strand Murvica, eine kleine Kiesbucht zwischen Weinbergen und Pinien. Etwas weiter westlich befindet sich mit Dračeva Luka eine weitere schöne Badebucht. Im Vergleich zum viel besuchten Zlatni Rat geht es an diesem Küstenabschnitt meist beschaulicher zu. Gerade die Verbindung aus alter Kulturlandschaft und kleinen Stränden macht seinen Reiz aus.
Ganz ohne Fußweg kommt man allerdings nicht ans Wasser. Von den Parkmöglichkeiten oberhalb der Bucht führt ein kurzer, stellenweise steiler Weg hinunter zum Strand. Mit kleinen Kindern sollte man den Abstieg einplanen; mit einem Kinderwagen ist der Weg nicht geeignet.
Lovrečina: Sandstrand mit 1.500 Jahren Geschichte
Sand zwischen den Zehen ist auf Brač keine Selbstverständlichkeit. Umso schöner ist die Bucht Lovrečina an der Nordküste, etwa vier Kilometer östlich von Postira. Hier liegt der größte Sandstrand der Insel. Das Meer fällt flach ab und bietet gerade Familien mit kleinen Kindern gute Bedingungen zum Baden.
Doch wer Lovrečina nur wegen des Strandes besucht, verpasst eine Besonderheit. Gleich nebenan stehen die Überreste einer frühchristlichen Kirche, die im 5. oder 6. Jahrhundert entstand. Besonders eindrucksvoll ist das erhaltene Taufbecken in Form eines Kreuzes. Über kleine Stufen stiegen die Menschen damals ins Wasser hinab, denn getauft wurde durch vollständiges Untertauchen.
Die Kirche ist als Basilika des heiligen Laurentius bekannt, auf Kroatisch Sveti Lovre. Nach ihm erhielt auch die Bucht ihren Namen. Noch heute pilgern Gläubige aus der Umgebung jedes Jahr am 10. August, dem Gedenktag des heiligen Laurentius, zur alten Basilika. Zwischen den jahrhundertealten Mauern feiern sie gemeinsam einen Gottesdienst.
So lässt sich in Lovrečina ein Badetag mit einem kleinen Ausflug in die Geschichte von Brač verbinden. Die Bucht ist mit dem Auto oder dem Boot erreichbar. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann von Postira aus dem ausgeschilderten Wanderweg entlang der Küste folgen. Die knapp fünf Kilometer lange Strecke gilt als leicht und dauert etwa eineinhalb Stunden.
Du möchtest noch mehr Sandstrände in Kroatien entdecken? In unserem Artikel „Die schönsten Sandstrände Kroatiens“ zeigen wir dir, wo du abseits der typischen Kiesstrände fündig wirst.
Was isst und trinkt man auf Brač?
Wer Brač auch kulinarisch kennenlernen möchte, sollte sich Zeit für einen gedeckten Tisch nehmen. Für zartes Lammfleisch, das langsam unter der Peka schmort, für würzigen Schafskäse mit einem Schuss Olivenöl und ein Glas Wein aus den Weinbergen der Insel. Doch Brač hat noch mehr zu bieten: Hinter manchen Spezialitäten stecken Geschichten, die seit Generationen weitererzählt werden. Und einige davon sind mindestens so interessant wie das, was schließlich auf dem Teller liegt.
Vitalac: für Mutige mit Hunger
Bei Vitalac scheiden sich vermutlich die Geister. Was für manche eine echte Delikatesse ist, dürfte anderen schon beim Blick auf die Zutaten den Appetit nehmen. Doch auf Brač gehört dieses außergewöhnliche Gericht zu den ältesten kulinarischen Traditionen der Insel.
Für Vitalac werden Innereien vom Lamm oder Zicklein verwendet, darunter Leber, Lunge und Milz. Stück für Stück kommen sie auf einen dünnen Spieß, werden leicht gesalzen und mit einem Fettnetz umwickelt. Dann dreht sich der Spieß etwa eine halbe Stunde langsam über der Glut. Anschließend werden Därme darumgewickelt und alles weitergebraten, bis die äußere Schicht goldbraun und knusprig ist.
Das Besondere daran ist auch der Zeitpunkt, zu dem Vitalac auf den Tisch kommt: Traditionell wird er gegessen, während das Lamm noch am großen Spieß brät. Wer nicht warten möchte, bis das Fleisch fertig ist, bekommt also schon einmal einen Vorgeschmack. Allerdings einen, für den man Innereien mögen sollte.
Hinter dieser Spezialität steckt eine Geschichte, die weit über den besonderen Geschmack hinausgeht. In der früheren bäuerlichen Küche von Brač war es selbstverständlich, das geschlachtete Tier vollständig zu verwerten. Auch die Innereien waren wertvolle Lebensmittel, die nicht verloren gehen sollten. Aus dieser Notwendigkeit entstand ein Gericht, das heute als kulinarisches Erbe der Insel geschätzt wird. Seit 2007 steht die traditionelle Zubereitung von Brački Vitalac auf der Liste des geschützten immateriellen Kulturerbes Kroatiens.
Ein ehrlicher Hinweis: Wer mit Innereien nichts anfangen kann, ist mit Lamm vom Spieß wahrscheinlich glücklicher. Wer sich auf Vitalac einlässt, lernt dagegen eine der ältesten kulinarischen Traditionen von Brač kennen.
Varenik: die süße Seite der Weintraube
Aus den Weintrauben von Brač wird nicht nur Wein gemacht. Eine weitere Spezialität ist Brački varenik, ein dickflüssiger, süßer Traubensirup, der schon seit Jahrhunderten zur Inselküche gehört.
Seine Herstellung braucht vor allem eines: Geduld. Frischer Traubenmost wird langsam eingekocht, bis von der ursprünglichen Menge nur noch etwa ein Drittel übrig ist. Was dabei entsteht, ist eine konzentrierte Süße, deren Farbe je nach verwendeten Trauben von dunklem Rotbraun bis zu warmen Gold- und Brauntönen reicht.
Früher war Varenik besonders wertvoll, denn Zucker war auf Brač lange Zeit kaum verfügbar. Der eingekochte Traubenmost brachte Süße in die Küche, ohne dass man dafür Zucker kaufen musste. Und bis heute ist er weit mehr als eine Zutat für Süßspeisen: Auch Fleischgerichte und Soßen bekommen durch ein wenig Varenik eine besondere, süßliche Note.
Was einst aus den Trauben der Insel und der Notwendigkeit entstand, vorhandene Lebensmittel gut zu nutzen, ist heute eine geschützte Spezialität. Seit 2020 ist Brački varenik als geschützte geografische Angabe in der EU registriert. Er war das erste Lebensmittelprodukt von Brač, das diesen europäischen Schutz erhielt.
Procip: Wenn Schafskäse auf Karamell trifft
Warmer, weicher Schafskäse, umhüllt von goldbraunem Karamell: Auf Brač wird aus zwei einfachen Zutaten eine Süßspeise, die man so schnell nicht vergisst. Procip gehört zu den alten Spezialitäten der Insel und schmeckt am besten frisch zubereitet, solange der Käse noch warm und weich ist.
Verwendet wird traditionell ganz junger Schafskäse, der höchstens einen Tag alt ist. Er wird in dicke Scheiben geschnitten und kurz in geschmolzenem, karamellisiertem Zucker erwärmt. Dabei nimmt der milde Käse etwas von der süßen Soße auf.
Die Geschichte des Gerichts führt zurück zu den Hirten von Brač. Früher klemmten sie die Käsescheiben in einen Spalt eines Holzscheits, das sie ans offene Feuer hielten. Anschließend bestrichen sie den Käse mit Honig. Dafür verwendeten sie sogar saubere Hühnerfedern, die sie in den Honig tauchten.
Und genau daher stammt der Name: Procijep bedeutet auf Kroatisch „Spalt“ und bezeichnet die Öffnung im Holz, in der der Käse beim Erwärmen steckte. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Procip.
Heute kommt statt Honig meist Karamell zum Einsatz. Geblieben ist eine Süßspeise, die zeigt, wie viel Genuss sich aus wenigen Zutaten machen lässt.
Olivenöl von Brač: Gold aus steinigen Hainen
Wer durch das Inselinnere von Brač fährt, begegnet ihnen immer wieder: Olivenbäumen mit knorrigen Stämmen und silbrig-grünen Blättern, die zwischen den typischen Steinmauern wachsen. Seit Jahrhunderten gehören Olivenhaine zum Landschaftsbild von Brač. Was auf den ersten Blick nach kargem Boden aussieht, bringt eine ihrer wertvollsten Spezialitäten hervor.
Eine besondere Rolle spielt dabei die heimische Olivensorte Oblica. Sie kommt mit den heißen Sommern und der Trockenheit auf Brač gut zurecht. Aus ihren Früchten entsteht ein Olivenöl mit fruchtigem Geschmack, einer spürbaren Bitternote und einer angenehmen Schärfe. Gerade diese Kombination gehört zu seinen charakteristischen Eigenschaften.
Seit Januar 2022 trägt Bračko maslinovo ulje, das Olivenöl von Brač, die geschützte Ursprungsbezeichnung der EU. Damit ein Öl diesen Namen tragen darf, müssen mindestens 80 Prozent der verwendeten Oliven von der Sorte Oblica stammen. Auch die Herkunft und Herstellung unterliegen festgelegten Regeln.
Wer ein solches Öl probiert, sollte sich ruhig einen Moment Zeit dafür nehmen. Schon ein kleines Stück Brot genügt, um den fruchtigen Geschmack, die Bitternote und das leichte Prickeln im Hals kennenzulernen. Denn gutes Olivenöl ist auf Brač weit mehr als eine Zutat zum Kochen.
Wer jetzt neugierig geworden ist, was hinter der fruchtigen Note, der leichten Bitterkeit und dem Kratzen im Hals steckt, findet in unserem Artikel „Kroatisches Olivenöl“ die Antworten.
Wie kommt man nach Brač?
Für viele beginnt der Urlaub auf Brač schon auf dem Wasser. Wenn die Fähre den Hafen von Split verlässt, bleibt die lebhafte Stadt langsam zurück, während die Insel auf der anderen Seite des Meeres immer näher rückt. Schon bald erkennt man die ersten Häuser von Supetar, die sich rund um den Hafen aneinanderreihen. Spätestens beim Einlaufen in die Bucht stellt sich das Gefühl ein: Jetzt beginnt der Inselurlaub.
Die meisten Reisenden erreichen Brač mit der Fähre von Split nach Supetar oder von Makarska nach Sumartin. Beide Verbindungen nehmen auch Autos mit. Wer ohne eigenes Fahrzeug unterwegs ist, kann außerdem eine der Katamaranverbindungen nutzen, beispielsweise von Split nach Bol.
Eine weitere Möglichkeit ist der kleine Flughafen von Brač in der Nähe von Bol. Er wird vor allem saisonal angeflogen, wobei sich die angebotenen Verbindungen von Jahr zu Jahr ändern können. Für die meisten Urlauber bleibt deshalb die Anreise über das Festland und die anschließende Überfahrt der übliche Weg auf die Insel.
Mit dem Auto nach Brač
Die wichtigste Verbindung ist die Autofähre von Jadrolinija zwischen Split und Supetar. Die Überfahrt dauert 50 Minuten. In der Hochsaison fahren bis zu 14 Fähren täglich, außerhalb der Saison sind es zwölf (Stand: 2026).
Im Juli und August sollte man am Hafen in Split Wartezeiten einplanen. Wichtig zu wissen: Ein gekauftes Ticket garantiert auf dieser Strecke keinen Platz auf einer bestimmten Fähre. Es gilt für den jeweiligen Reisetag. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte deshalb ausreichend Zeit für die Einschiffung einplanen.
Eine zweite Autofähre verbindet Makarska mit Sumartin ganz im Osten der Insel. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Sie fährt seltener, ist aber praktisch für alle, die von Süden kommen oder ohnehin an der Makarska Riviera Urlaub machen.
Anders als bei der Verbindung Split–Supetar ist bei Makarska–Sumartin mit dem Kauf des Tickets ein Platz auf der gewählten Fähre reserviert. Im Sommer empfiehlt Jadrolinija, eine Stunde vor der Abfahrt am Hafen zu sein.
Bei der Wahl der Fährverbindung lohnt sich ein Blick auf die Entfernungen: Sumartin liegt im Südosten der Insel. Bis nach Bol oder Supetar ist es von dort noch ein gutes Stück Fahrt über Brač.
Fahrpläne und Tickets: Die aktuellen Abfahrtszeiten und Tickets für beide Fährverbindungen findest du direkt auf der Website von Jadrolinija.
Falls du mit dem eigenen Auto nach Brač reist, beginnt die Urlaubsplanung schon lange vor der Fährüberfahrt. Welche Route sich anbietet, wo Mautgebühren anfallen und welche Vignetten du brauchst, erfährst du in unserem Artikel „Mit dem Auto nach Kroatien“.
Ohne Auto nach Brač
Wer ohne Auto nach Brač reist, kann die Insel bequem mit dem Katamaran erreichen. Diese schnellen Passagierschiffe verbinden Split mit mehreren Orten auf Brač, darunter Supetar, Bol und Milna.
Besonders für die Anreise nach Bol bietet sich der Katamaran ab Split an: Er legt direkt im Hafen von Bol an. Wer dagegen die Autofähre von Split nach Supetar nimmt, muss von dort noch etwa eine Stunde mit dem Bus weiterfahren.
Seit dem 1. November 2026 sind auch Postira und Pučišća an der Nordküste ganzjährig direkt mit Split verbunden. Die neue Katamaranlinie bringt Reisende in rund 40 Minuten nach Postira und in etwa einer Stunde nach Pučišća. Samstags legt das Schiff zusätzlich in Omiš an.
Die aktuellen Abfahrtszeiten und Ticketpreise findest du bei den Reedereien Jadrolinija, Krilo und Krilo Shipping Company. Gerade außerhalb der Hauptsaison lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan, bevor du deine Anreise planst.
Unterwegs auf Brač
Brač ist größer, als man beim Blick auf die Landkarte vielleicht vermutet. Zwischen den Hafenorten an der Küste liegen kleine Dörfer, Olivenhaine und steinige Hügel. Wer von Supetar nach Bol fährt, überquert die Insel auf der Straße über Nerežišća und bekommt unterwegs einen ersten Eindruck davon, wie sehr sich das Inselinnere von den Badeorten am Meer unterscheidet.
Wer kein eigenes Fahrzeug dabei hat, kann für die Fahrt zwischen den größeren Orten die Linienbusse nutzen. Sie verbinden unter anderem Bol, Sutivan, Milna, Postira und Pučišća mit Supetar. Dort liegt der Busbahnhof unmittelbar am Fährhafen. Wer nach der Überfahrt weiterreisen möchte, sollte sich vorab über die Anschlusszeiten informieren.
Für Entdeckungstouren abseits der größeren Orte bietet ein Mietwagen mehr Freiheit. So lassen sich die alten Dörfer Škrip und Dol ebenso in einen Ausflug einbauen wie die Vidova gora oder die Einsiedelei Pustinja Blaca. Gerade im Inselinneren lohnt es sich, Zeit für ungeplante Zwischenstopps einzuplanen.
Und wer Brač lieber auf zwei Rädern erkundet? Zwischen der Küste und dem Inselinneren liegen zum Teil beträchtliche Höhenunterschiede. Ein E-Bike macht die Anstiege angenehmer und lässt mehr Energie für die Orte und Aussichten, die unterwegs warten.
Brač an einem Tag: die Insel entdecken, ohne selbst zu fahren
Du möchtest möglichst viel von Brač sehen, aber nicht selbst am Steuer sitzen? Dann könnte eine rund fünfstündige Inselrundfahrt mit einem einheimischen Fahrer genau das Richtige sein. Der Ausflug beginnt in Supetar und verbindet einige der schönsten und interessantesten Orte der Insel.
Die erste Station ist Škrip, das älteste Dorf von Brač. Im dortigen Olivenölmuseum kannst du erfahren, wie früher aus den Früchten der knorrigen Olivenbäume das kostbare Öl gewonnen wurde. Bei einer kleinen Verkostung lässt sich anschließend auch der Geschmack der Insel kennenlernen.
Weiter geht es nach Pučišća, wo sich die Häuser aus hellem Stein um die geschützte Bucht schmiegen. Danach führt die Fahrt an die Südküste zum berühmten Zlatni Rat. Hier bleibt Zeit, den Strand zu genießen oder ins Meer zu springen.
Den Abschluss bildet die Vidova gora. Von hier oben liegt Zlatni Rat weit unter dir, dahinter erstreckt sich das Meer bis zu den Nachbarinseln. Nach den verschiedenen Eindrücken des Tages ist dieser Blick über Brač ein besonders schöner Ausklang, bevor es zurück nach Supetar geht.
Gut zu wissen: Der Eintritt ins Olivenölmuseum ist nicht im Tourpreis enthalten und kostet laut Veranstalter zusätzlich 7 Euro. Darin eingeschlossen sind eine Führung, die auch auf Deutsch angeboten wird, und eine kleine Verkostung. Wer weitere Spezialitäten probieren möchte, kann zusätzliche Verkostungsangebote vor Ort buchen.
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Wie viele Tage sollte man für Brač einplanen?
Brač ist groß genug für einen abwechslungsreichen Urlaub und schön genug, um zwischendurch einfach am selben Ort zu bleiben. Wie viel Zeit man einplanen sollte, hängt deshalb weniger von der Zahl der Sehenswürdigkeiten ab als davon, wie man seinen Urlaub verbringen möchte.
Drei bis vier Tage bieten Gelegenheit, einen ersten Eindruck von der Insel zu gewinnen. Mit einer Woche bleibt neben den Ausflügen auch genügend Zeit für Strandtage und gemütliche Abende am Meer.
Zehn Tage oder zwei Wochen sind auf Brač keineswegs zu lang. Wer gerne badet, kleine Orte erkundet, gut essen geht und auch einmal einen ganzen Tag ohne festes Programm verbringt, findet hier genügend Abwechslung für einen längeren Urlaub.
Und genau darin liegt für mich der Reiz von Brač: Man kann jeden Tag etwas Neues entdecken. Man muss aber nicht.
Wann ist die beste Reisezeit für Brač?
Brač hat zu jeder Jahreszeit einen anderen Rhythmus. Im Juli und August spielt sich das Leben vor allem draußen ab: Die Strände sind gut besucht, in den Hafenorten ist bis spät am Abend etwas los und rund um Bol und Zlatni Rat herrscht Hochbetrieb. Wer lebhafte Sommerabende liebt und möglichst viel Zeit am Meer verbringen möchte, ist dann genau richtig.
Besonders schön sind auch der Juni und der September. Das Meer lädt bereits beziehungsweise noch zum Baden ein, während die Temperaturen für Ausflüge und Wanderungen meist angenehmer sind als im Hochsommer. Im Mai zeigt sich die Insel ebenfalls von ihrer reizvollen Seite, allerdings braucht es zum Schwimmen oft noch etwas Überwindung.
Wer sich für die Traditionen von Brač interessiert, sollte auch einen Blick auf den Veranstaltungskalender werfen. Im August feiert das Dorf Dol beispielsweise die Noć hrapoćuše, ein Fest rund um seine berühmte Walnusstorte.
Mit dem Herbst kehrt allmählich Ruhe ein. In den kleineren Küstenorten schließen nach und nach Restaurants und Beachbars, und das touristische Leben wird deutlich überschaubarer. In Supetar und Bol findet man auch außerhalb der Hauptsaison noch Einkehrmöglichkeiten, wenn auch mit einer kleineren Auswahl.
Ob du dich nach heißen Strandtagen sehnst oder die Insel lieber bei milderen Temperaturen erkunden möchtest: Einen ausführlichen Überblick über Klima, Wetter und Wassertemperaturen findest du in unserem Artikel „Beste Reisezeit für Kroatien“.
Auf Brač ist nichts für die Ewigkeit gemeißelt
Auf Brač versteht man sich seit Jahrhunderten darauf, aus Stein etwas Bleibendes zu schaffen. Häuser, Kirchen und ganze Dörfer wurden aus dem hellen Kalkstein der Insel gebaut. In Pučišća lernen angehende Steinmetze noch heute, wie sie mit Hammer und Meißel einem rohen Stein seine endgültige Form geben.
Am Zlatni Rat ist dagegen ein Bildhauer am Werk, der ganz ohne Werkzeug auskommt: das Meer. Wind, Wellen und Strömungen verschieben den Kies und verändern die berühmte Landzunge immer wieder. Mal zeigt ihre Spitze mehr in die eine Richtung, mal in die andere.
Und so gibt es auf Brač ausgerechnet beim berühmtesten Wahrzeichen keine endgültige Form. Die Steinmetze legen irgendwann Hammer und Meißel aus der Hand. Das Meer kennt keinen Feierabend.
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Zwölf Inseln, zwölf Charaktere: für alle, die nach Brač schon die nächste Überfahrt planen.
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