Die Insel Hvar in Kroatien kennt man. Zumindest glaubt man das.
Weiße Boote liegen im Hafen von Hvar-Stadt, hinter der Uferpromenade steigen helle Steinhäuser den Hang hinauf und am Abend füllen sich die Gassen rund um den großen Platz. Dazu ein paar ziemlich große Yachten und im Sommer eine Promidichte, bei der ein unauffälliger Cafébesuch durchaus interessanter werden kann als geplant.
Es ist das Bild der Insel, das auf Postkarten, in Reisemagazinen und auf Social Media immer wieder auftaucht.
Doch Hvar hört wenige Kilometer hinter der Stadt nicht auf. Weiter im Inselinneren liegen alte Dörfer zwischen Trockenmauern und Feldern, bei Stari Grad erstreckt sich eine Kulturlandschaft, deren Grundstruktur noch auf die griechische Antike zurückgeht, und an der Südküste ziehen sich Weinberge über steile Hänge bis fast ans Meer. Dazu kommen kleine Hafenorte, einsame Buchten und Traditionen, die auf der Insel seit Jahrhunderten weitergegeben werden.
Wer bei Hvar nur an die Inselhauptstadt denkt, bekommt also nur einen Ausschnitt der Insel zu sehen. Dieser Artikel führt deshalb nicht nur durch Hvar-Stadt, sondern über die ganze Insel, zu bekannten Sehenswürdigkeiten, besonderen Orten, schönen Stränden und zu Plätzen, die abseits der bekanntesten Ziele liegen.
Hvar auf einen Blick
Hvar liegt vor der dalmatinischen Küste zwischen Brač, Vis und Korčula. Der Name kann dabei leicht für Verwirrung sorgen, denn Hvar bezeichnet sowohl die Insel als auch Hvar-Stadt an ihrer Südwestküste. Für die Reiseplanung ist deshalb wichtig zu wissen, dass sich die einzelnen Orte und Inselbereiche teils stark voneinander unterscheiden.
Hvar-Stadt ist der bekannteste und lebhafteste Ort. Rund um den Hafen, die Pjaca und die Altstadt liegen viele Restaurants, Bars und Sehenswürdigkeiten. Von hier starten außerdem zahlreiche Boote zu den vorgelagerten Pakleni-Inseln. Vor allem im Sommer ist entsprechend viel los.
Stari Grad auf der Nordseite ist wesentlich ruhiger. Die Stadt gehört zu den ältesten Siedlungen Kroatiens und liegt direkt an der Stari-Grad-Ebene, deren landwirtschaftliche Strukturen bis in die griechische Antike zurückreichen. Wer historische Orte und eine entspanntere Atmosphäre sucht, findet hier einen völlig anderen Zugang zur Insel.
Etwas weiter östlich liegt Jelsa mit seinem Hafen, kleinen Gassen und einer langen Uferpromenade. Der Ort eignet sich gut als Ausgangspunkt für Fahrten durch den mittleren Teil Hvars. Noch kleiner ist Vrboska, das sich an einem schmalen Meeresarm entlangzieht und mit seinen Steinbrücken, Booten und alten Steinhäusern einen besonders entspannten Charakter hat.
Auch außerhalb dieser vier Orte lohnt es sich, die Insel weiter zu erkunden. Im Süden liegen kleine Küstenorte unterhalb steiler Hänge und Weinberge, während im Inselinneren Dörfer wie Velo Grablje von einer Seite Hvars erzählen, die mit dem geschäftigen Hafen von Hvar-Stadt kaum etwas gemeinsam hat.
Hvar lässt sich deshalb kaum auf einen einzigen Ort reduzieren. Erst zwischen Hafenstädten, alten Dörfern, Kulturlandschaft und Südküste wird sichtbar, wie vielfältig diese Insel tatsächlich ist.
Die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf Hvar
Hvar-Stadt: das bekannte Gesicht der Insel
Das Zentrum von Hvar-Stadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Direkt hinter dem Hafen liegt die Pjaca mit der Kathedrale des heiligen Stephan. Pjaca ist in Dalmatien eine gebräuchliche Bezeichnung für den zentralen Platz eines Ortes. Von hier führen schmale Gassen und Treppen durch die Altstadt. Entlang der Uferpromenade liegen Cafés und Restaurants, während im Hafen Fischerboote, Ausflugsschiffe und Yachten nebeneinander festmachen.
Oberhalb der Altstadt steht die Festung Fortica. Der Weg führt durch die höher gelegenen Gassen und anschließend den Hang hinauf. Oben reicht die Aussicht über die Dächer von Hvar-Stadt, den Hafen und bis zu den vorgelagerten Pakleni-Inseln. Gemeinsam mit den Stadtmauern gehörte die Festung über Jahrhunderte zum Verteidigungssystem von Hvar.
An der Pjaca steht auch das sogenannte Arsenal, ein Gebäude, in dem früher Galeeren untergebracht, gewartet und mit Ausrüstung versorgt wurden. Seine heutige Form erhielt es zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Im Obergeschoss befindet sich das historische Theater von Hvar, das 1612 gegründet wurde und bis heute als Theater genutzt wird. Neben Aufführungen finden dort auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt.
Nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt steht direkt am Meer das Franziskanerkloster mit der Kirche der Muttergottes der Barmherzigkeit. Im ehemaligen Speisesaal des Klosters, dem sogenannten Refektorium, befindet sich das Gemälde „Das letzte Abendmahl“ von Matteo Ponzoni. Zum Kloster gehören außerdem eine Bibliothek und eine Museumssammlung. Auch der Hvarer Dichter Hanibal Lucić ist hier begraben. Einen besonderen Blickfang gibt es im Innenhof: Dort wächst eine mehrere Jahrhunderte alte Zypresse mit einer ungewöhnlich breiten Krone.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Hvar-Stadt liegen nah beieinander. Trotzdem lohnt es sich, zwischen Pjaca, Hafen und Fortica auch einmal in die kleineren Gassen abzubiegen. Ein paar Schritte abseits der Riva findet man die charakteristischen schmalen Gassen und der Trubel vom Hafen bleibt schnell hinter einem.
Eine Besonderheit aus Agavenfasern
Mitten in Hvar-Stadt wird eine Handarbeit gepflegt, die es in dieser Form nur hier gibt. Benediktinerinnen stellen aus feinen Fasern von Agavenblättern filigrane Spitzenarbeiten her, deren Herstellung viel Geduld und handwerkliches Geschick erfordert.
Die Hvarer Agavenspitze gehört gemeinsam mit den Spitzentraditionen von Pag und Lepoglava seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Für die Herstellung werden feine weiße Fäden aus dem Inneren frischer Agavenblätter gewonnen und anschließend auf einer Unterlage zu den charakteristischen Mustern verarbeitet.
Wer mehr darüber sehen möchte, kann das Benediktinerkloster in der Altstadt von Hvar besuchen. Es liegt unweit der Pjaca und beherbergt eine Sammlung der dort gefertigten Agavenspitzen. Die Öffnungszeiten sind begrenzt und können sich ändern, deshalb empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben der Tourismusinformation.
Stari Grad: Geschichte zwischen Altstadt und Kulturlandschaft
Stari Grad liegt am Ende einer langen Bucht an der Nordseite Hvars. Hinter der Uferpromenade beginnt ein Netz aus schmalen Gassen, alten Steinhäusern und kleinen Plätzen. Einer davon ist der Škor, dessen geschwungene Form noch an die Zeit erinnert, als sich an dieser Stelle eine Werft befand.
Die Geschichte der Stadt reicht bis in das Jahr 384 v. Chr. zurück. Damals gründeten Griechen von der Insel Paros hier die Siedlung Pharos. Spuren dieser langen Geschichte liegen bis heute unter und zwischen den Häusern von Stari Grad. Reste der antiken Stadtmauer sind ebenso erhalten wie archäologische Funde aus griechischer und römischer Zeit.
Zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt gehört der Tvrdalj des Renaissance-Dichters Petar Hektorović. Was zunächst als sein Wohn- und Rückzugsort entstand, erhielt wegen der Angriffe auf Hvar im 16. Jahrhundert den Charakter einer kleinen Festung. Im Inneren ließ Hektorović einen Garten, einen von Arkaden umgebenen Fischteich und einen Taubenschlag anlegen. In die Steinwände ließ er Dutzende Inschriften auf Latein und Kroatisch sowie eine auf Italienisch einmeißeln. Viele davon beschäftigen sich mit menschlicher Vergänglichkeit, Bescheidenheit und Gastfreundschaft. Eine der Inschriften macht deutlich, dass im Tvrdalj auch Reisende und Arme willkommen waren. Hektorović verstand den Tvrdalj als einen kleinen abgeschlossenen Lebensraum, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen ihren Platz hatten.
Direkt hinter Stari Grad beginnt eine Landschaft, deren Geschichte noch wesentlich weiter zurückreicht als viele der Gebäude in der Stadt. Die Stari-Grad-Ebene wurde bereits von den griechischen Siedlern in geometrische Parzellen eingeteilt. Trockenmauern und Wege folgen bis heute in großen Teilen diesem mehr als 2.400 Jahre alten System. Landwirtschaft wird hier seit der Antike ohne Unterbrechung betrieben, und Weinreben und Oliven gehören seit damals zu den angebauten Kulturen. Seit 2008 gehört die Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe.
Von Stari Grad aus lässt sich die Ebene auch mit dem Fahrrad erkunden. Mehrere ausgewiesene Routen führen durch die Felder und verbinden sie mit Orten wie Vrboska, Jelsa oder den Dörfern im Inselinneren. Unterwegs geht es mitten durch die historische Parzellierung, vorbei an Trockenmauern, Weinreben und Olivenhainen. So lässt sich die jahrtausendealte Struktur der Kulturlandschaft besonders gut nachvollziehen.
Paprenjok: ein Gebäck mit mehr als 450 Jahren Geschichte
Auch eine kulinarische Spezialität von Stari Grad führt zurück zu Petar Hektorović. In seinem Werk „Ribanje i ribarsko prigovaranje“ erwähnte er bereits 1556 Paprenjok, ein traditionelles Gebäck, dessen wichtigste Zutat Honig ist. Hinzu kommen unter anderem Olivenöl, Prošek und Gewürze wie Zimt, Nelken und Muskat. Prošek ist ein traditioneller dalmatinischer Dessertwein, der aus überreifen und getrockneten Trauben hergestellt wird.
Der Name Paprenjok ist dabei ein wenig irreführend. Bis ins 20. Jahrhundert wurden die verwendeten Gewürze in Stari Grad gemeinsam als „papor“ bezeichnet. Davon leitet sich die Bezeichnung Paprenjok ab. Viele der übrigen Zutaten konnten früher direkt aus der Umgebung kommen: Weizen aus der Stari-Grad-Ebene, Olivenöl aus den örtlichen Hainen und Prošek aus den Trauben der Insel. Die Gewürze gelangten dagegen über die Handelswege des Mittelmeers nach Stari Grad.
Jelsa: Hafenort mit langer Seefahrertradition
Jelsa liegt an der Nordküste ungefähr in der Mitte der Insel. Der breite Hafen zieht sich weit in den Ort hinein, dahinter liegen die Pjaca, kleine Gassen und eine steinerne Uferpromenade. Jelsa war lange vom Fischfang und von der Seefahrt abhängig. Im 19. Jahrhundert besaß der Ort eine bedeutende Flotte von Handelsschiffen, von denen einige sogar auf den Weltmeeren unterwegs waren. Fischer aus Jelsa fuhren bis nach Lampedusa und in andere Teile des Mittelmeers.
Mitten im Ort liegt ein großer Park, der bereits 1870 angelegt wurde. Nur wenige Schritte entfernt befinden sich die Pjaca und die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Vor der Kirche erinnert eine Skulptur an die Kreuzträger der Prozession Za Križen, die jedes Jahr in der Nacht vor Karfreitag durch Jelsa und fünf weitere Orte der Insel führt.
Für einen längeren Aufenthalt hat Jelsa noch einen ganz praktischen Vorteil: Mehrere Strände sind zu Fuß vom Ort erreichbar. Wer morgens durch den Hafen spazieren, später baden und abends wieder zu Fuß ins Zentrum gehen möchte, braucht dafür nicht jedes Mal ein Auto.
Vrboska: Steinbrücken, Fischerboote und eine befestigte Kirche
Nur wenige Kilometer von Jelsa entfernt liegt Vrboska. Der Ort zieht sich entlang einer schmalen, gewundenen Bucht und besteht aus den beiden historischen Teilen Pjaca und Podva. Mehrere kleine Steinbrücken verbinden die Ufer miteinander. Alte Steinhäuser stehen dicht am Wasser, dazwischen liegen Boote und schmale Gassen.
Vrboska hat ebenfalls eine lange Fischereigeschichte. Im Fischermuseum sind alte Netze, Lampen, Werkzeuge und weitere Gegenstände ausgestellt, die zeigen, wie auf Hvar über Generationen hinweg vom Fischfang gelebt wurde. Auch eine ehemalige Sardinenfabrik erinnert daran, welche wirtschaftliche Bedeutung die Fischerei für den Ort einmal hatte. Die Fabrik wurde 1894 gegründet und 1972 geschlossen.
Ungewöhnlich ist die befestigte Kirche der heiligen Maria. Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde etwa hundert Jahre später zu einer Wehrkirche ausgebaut. Ihre massiven Mauern sollten der Bevölkerung bei Angriffen Schutz bieten. Heute wird sie nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt, gehört aber weiterhin zu den Stationen von Za Križen.
Vrboska ist kleiner als Jelsa und Hvar-Stadt. Wer am Wasser entlanggeht, wechselt immer wieder über eine der kleinen Brücken die Uferseite und kommt dabei an Steinhäusern, Kirchen und alten Spuren der Fischerei vorbei.
Za Križen: eine Nacht, sechs Orte und rund 25 Kilometer
Einmal im Jahr verbindet eine Tradition Jelsa, Vrboska und vier Dörfer im Inselinneren auf besondere Weise. In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag starten gleichzeitig sechs Prozessionen in Jelsa, Pitve, Vrisnik, Svirče, Vrbanj und Vrboska. Jede Gruppe zieht nacheinander durch die fünf anderen Orte und kehrt am Morgen zum eigenen Ausgangspunkt zurück. Rund 25 Kilometer werden dabei in etwa acht Stunden zu Fuß zurückgelegt.
An der Spitze jeder Prozession trägt ein Kreuzträger das Kreuz durch die Nacht. Er geht traditionell barfuß oder in Socken und legt unterwegs keine Ruhepause ein. Die Aufgabe besitzt auf Hvar einen hohen Stellenwert. Kreuzträger werden teilweise viele Jahre im Voraus bestimmt. Begleitet werden sie von Kerzen und Laternen tragenden Teilnehmern sowie Sängern, die unterwegs alte religiöse Gesänge anstimmen.
Za Križen wird seit rund 500 Jahren auf Hvar gepflegt und zählt seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Für die beteiligten Orte ist die Prozession weit mehr als eine Veranstaltung in der Osterzeit. Sie ist eng mit der religiösen, kulturellen und sozialen Geschichte der Insel sowie mit den Familien und Dorfgemeinschaften verbunden.
Wer während der Karwoche auf Hvar ist, kann Za Križen miterleben und dabei eine Tradition kennenlernen, die seit Jahrhunderten fester Bestandteil des Insellebens ist.
Velo Grablje: das Dorf hinter Hvars Lavendelgeschichte
Etwa zehn Kilometer östlich von Hvar-Stadt liegt Velo Grablje im Inselinneren. Steinhäuser stehen entlang schmaler Gassen, rund um den Ort ziehen sich Trockenmauern und alte landwirtschaftliche Terrassen über die Hänge. Wer heute durch das Dorf geht, landet an einem Ort, dessen Geschichte eng mit einer Pflanze verbunden ist, die inzwischen fast zum Symbol Hvars geworden ist: Lavendel.
Als Lavendel für viele Familien zum Lebensunterhalt gehörte
Lavendel gehört noch gar nicht so lange zur Landwirtschaft auf Hvar, wie man vielleicht vermuten würde. Der kommerzielle Anbau begann erst im frühen 20. Jahrhundert. Das trockene Klima, die kalkhaltigen Böden und die sonnigen Hänge boten gute Bedingungen, und innerhalb weniger Jahrzehnte breiteten sich die Lavendelfelder über weite Teile der Insel aus. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte Hvar zu den bedeutenden europäischen Produzenten von Lavendelöl.
Velo Grablje entwickelte sich zu einem Zentrum des Lavendelanbaus. Viele Familien bewirtschafteten eigene Felder und destillierten aus den geernteten Blüten ätherisches Öl. Während der Ernte arbeiteten große Teile des Dorfes auf den Feldern zusammen. Lavendel war damals keine hübsche Kulisse für Urlaubsfotos, sondern für zahlreiche Familien eine wichtige Einnahmequelle.
In den folgenden Jahrzehnten verlor dieses Leben jedoch zunehmend seine Grundlage. Viele Einwohner verließen das Dorf, und Brände zerstörten einen erheblichen Teil der Lavendelflächen. Immer weniger Menschen lebten dauerhaft in Velo Grablje, bis die Einwohnerzahl zeitweise auf nur noch fünf sank.
Von der früheren wirtschaftlichen Bedeutung des Lavendels ist heute nur noch wenig übrig. Die Produktion auf Hvar ist wesentlich kleiner als zu ihrer Blütezeit und Lavendel gehört nicht mehr zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Zweigen der Insel. Verschwunden ist er trotzdem nicht. Ätherische Öle, Seifen, Kosmetik, Honig und andere Produkte werden weiterhin hergestellt, und die Pflanze ist eng mit der Geschichte und dem heutigen Selbstbild Hvars verbunden.
Rund um Velo Grablje und Brusje färben sich die Hänge zur Hauptblüte stellenweise violett. Zwischen Trockenmauern und steinigen Terrassen stehen die blühenden Pflanzen in der Sommersonne, und entlang der Straßen liegt ihr Duft in der warmen Luft. Je nach Wetter erreicht die Blüte meist zwischen Ende Juni und Anfang Juli ihren Höhepunkt, bevor im Juli die Ernte beginnt.
Wie Velo Grablje wieder Leben bekam
Jüngere Menschen mit Verbindung zum Dorf wollten den Niedergang nicht einfach hinnehmen. Sie gründeten den Verein Pjover und begannen, alte Traditionen wieder aufzugreifen, Trockenmauern zu erhalten und die Geschichte von Velo Grablje weiterzugeben. Eines der bekanntesten Projekte ist das Lavendelfestival, das erstmals 2008 veranstaltet wurde.
Anfang Juli kommen heute wieder viele Menschen nach Velo Grablje. Beim Festival geht es um die Lavendelernte, die traditionelle Destillation des Öls, lokale Produkte, Ausstellungen, Workshops, Musik und die Geschichte des Dorfes. 2026 fand bereits die 18. Ausgabe statt. Besucher konnten unter anderem selbst bei der Ernte auf den Feldern oberhalb des Dorfes dabei sein und erleben, wie aus den Blüten Lavendelöl gewonnen wird.
Auch außerhalb des Festivals ist die Lavendelgeschichte noch zu sehen. Rund um das Dorf liegen Terrassen und Felder, lokale Produzenten stellen weiterhin Lavendelprodukte her und viele der alten Trockenmauern werden gepflegt und restauriert.
Velo Grablje besuchen
Velo Grablje lässt sich gut mit einer Fahrt durch das Inselinnere verbinden. Während der Tourismussaison 2026 wird außerdem jeden Freitag um 10:30 Uhr eine kostenlose Führung durch das Dorf angeboten. Ein lokaler Guide erzählt etwa eine Stunde lang vom Lavendelanbau, von den Trockenmauern, dem früheren Dorfleben und den Traditionen von Velo Grablje. Treffpunkt ist vor dem Gebäude der ehemaligen Genossenschaft, der Zadruga. Eine vorherige Anmeldung ist laut Tourismusinformation nicht erforderlich. Da solche Angebote geändert werden können, sollten die aktuellen Termine vor dem Besuch noch einmal geprüft werden.
Unterhalb von Velo Grablje liegt Malo Grablje. Das alte Dorf wurde vor Jahrzehnten als dauerhafter Wohnort aufgegeben, nachdem seine Bewohner an die Küste nach Milna gezogen waren. Die alten Steinhäuser stehen noch heute zwischen den Hängen oberhalb der Küste. Malo Grablje lässt sich deshalb gut mit einem Besuch in Velo Grablje verbinden.
Am schönsten zeigt sich Velo Grablje vielleicht dann, wenn der Lavendel blüht und zwischen den alten Steinmauern wieder Farbe auf die Terrassen kommt. Doch auch außerhalb dieser wenigen Sommerwochen bleibt die Geschichte des Dorfes sichtbar. In den alten Häusern, den Feldern und den wieder aufgebauten Trockenmauern steckt die Erinnerung an eine Zeit, in der Lavendel ganze Familien ernährte. Dass heute wieder Menschen hierherkommen, Felder bestellen, Mauern restaurieren und gemeinsam feiern, macht Velo Grablje zu weit mehr als einem schönen Abstecher ins Inselinnere.
Velo Grablje und das Inselinnere mit dem E-Tuk-Tuk entdecken
Wer Velo Grablje und die Dörfer im Inselinneren nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann von Hvar-Stadt aus mit einem elektrischen Tuk-Tuk losfahren. Die rund zweistündige private Tour führt unter anderem nach Velo Grablje, Malo Grablje und Brusje sowie zu den Lavendelfeldern oberhalb der Küste.
Unterwegs erzählt ein lokaler Guide vom früheren Leben in den Dörfern, von der Lavendeltradition und von den Landschaften abseits der bekannten Küstenorte. Auch Aussichtspunkte über Hvar und ein Stopp an der Fortica gehören zur Tour.
Gerade für alle, die ohne Mietwagen auf Hvar unterwegs sind, ist das eine einfache Möglichkeit, einige der Orte kennenzulernen, die im Inselinneren sonst komplizierter zu erreichen sind. Die Tour startet in Hvar-Stadt und wird in einer kleinen privaten Gruppe durchgeführt.
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Die Südküste von Hvar: steile Hänge, kleine Orte und der Weg durchs Gestein
An der Südküste zeigt Hvar noch einmal ein anderes Landschaftsbild. Zwischen dem Inselrücken und dem Meer bleibt vielerorts nur wenig Platz. Felsige Hänge fallen zur Küste ab, dazwischen liegen Weinberge, alte Terrassen und kleine Orte wie Sveta Nedjelja, Zavala und Ivan Dolac. Vor der Küste liegt die Insel Šćedro, dahinter ist bei guter Sicht Korčula zu erkennen.
Besonders auffällig sind die Weinberge rund um Sveta Nedjelja. Hier wächst Plavac Mali, eine der bekanntesten roten Rebsorten Dalmatiens. Viel Sonne, karge Böden und die steile Hanglage bestimmen den Weinbau in diesem Teil Hvars. Zwischen Felsen und Trockenmauern gehören die Reben seit Generationen zur landwirtschaftlichen Nutzung der Südküste.
Oberhalb von Sveta Nedjelja befindet sich eine große Höhle, die schon lange von Menschen genutzt wurde. Im 16. Jahrhundert entstand darin ein kleiner Einsiedler-Rückzugsort. Heute sind davon vor allem Reste und Spuren erhalten. Die Höhle kann besucht werden und liegt hoch über dem Ort.
Auch zum Klettern ist die Gegend bekannt. In den Kalksteinwänden rund um Sveta Nedjelja gibt es zahlreiche eingerichtete Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, einige davon direkt über dem Meer. Hinzu kommt ein gesicherter Klettersteig. Frühling und Herbst sind dafür meist angenehmer als der heiße Hochsommer.
Durch den Pitve-Zavala-Tunnel an die Südküste
Schon die Fahrt nach Zavala ist ungewöhnlich. Von Jelsa führt die Straße durch Pitve und anschließend durch den rund 1,4 Kilometer langen Pitve-Zavala-Tunnel. Seine Wände bestehen aus grob behauenem Fels, die Fahrbahn ist sehr schmal und im Inneren gibt es keine Beleuchtung. Der Verkehr wird mit Ampeln geregelt. Fahrräder, Mopeds und Motorräder dürfen den Tunnel nicht benutzen.
Der Tunnel entstand Anfang der 1960er Jahre im Zusammenhang mit der Wasserversorgung der Insel. Im unterirdischen System waren zwei Wasserspeicher vorgesehen. Einer dieser Räume wurde später wegen der relativ konstanten Temperatur zur Lagerung von Wein genutzt.
Heute verbindet der Tunnel die Nordseite der Insel mit Zavala. Am südlichen Ausgang liegen plötzlich das Meer und Šćedro vor einem, dahinter ist Korčula zu erkennen. Von hier führt die Straße hinunter zur Küste.
Zavala entstand ursprünglich weiter oben am Hang und breitete sich erst später bis ans Meer aus. Heute führt eine etwa zwei Kilometer lange Promenade an mehreren kleinen Badebuchten vorbei. Einige dieser Buchten folgen im Strandabschnitt noch ausführlicher.
Entlang der Südküste liegen immer wieder kleine Buchten, Weinberge und einzelne Häuser zwischen den Hängen. Straßen werden stellenweise schmal, einzelne Abschnitte sind nicht asphaltiert und für kurze Strecken braucht man mitunter mehr Zeit, als die Karte vermuten lässt.
Der Wechsel ist unmittelbar zu spüren. Hinter Pitve geht es durch den dunklen Tunnel im rohen Fels, wenige Minuten später liegt die Südküste vor einem. Obwohl Hvar-Stadt nicht weit entfernt ist, ist dieser Teil der Insel wesentlich abgeschiedener und ruhiger.
Die schönsten Strände auf Hvar
Hvars Küste bietet sehr unterschiedliche Badeplätze. Zwischen felsigen Abschnitten und Kiesbuchten liegen auch flachere Sandbuchten, dazu kommen Strände mit Restaurants und Liegen ebenso wie kleine Buchten, die nur über einen Fußweg erreichbar sind.
Die Auswahl umfasst bewusst Strände aus verschiedenen Teilen der Insel.
Dubovica: eine der bekanntesten Buchten Hvars
Etwa acht Kilometer östlich von Hvar-Stadt liegt Dubovica. Die breite Kiesbucht wird von steilen Hängen eingerahmt, direkt am Wasser stehen einige alte Steinhäuser. Rund um die felsigen Seiten der Bucht lässt sich außerdem gut schnorcheln.
Dubovica ist mit dem Auto oder per Boot erreichbar. Wer mit dem Auto kommt, muss das letzte Stück zu Fuß hinunter zur Bucht zurücklegen. Das sollte vor allem mit kleineren Kindern oder viel Strandausrüstung eingeplant werden. Direkt an der Bucht gibt es ein Restaurant, darüber hinaus ist die Infrastruktur überschaubar.
Pokonji Dol: Baden in der Nähe von Hvar-Stadt
Für einen Strandtag ohne lange Anfahrt bietet sich von Hvar-Stadt aus Pokonji Dol an. Die große Kiesbucht liegt etwa 1,5 Kilometer vom Zentrum entfernt und ist zu Fuß entlang der Küste oder mit dem Auto erreichbar.
Am Strand gibt es zwei Restaurants sowie Liegen und Sonnenschirme. Auch Kajaks und Tretboote können ausgeliehen werden. Damit lässt sich hier problemlos ein ganzer Badetag verbringen, ohne Verpflegung und Strandausrüstung komplett selbst mitbringen zu müssen.
Vor der gleichnamigen Bucht liegt das kleine Inselchen Pokonji Dol mit seinem Leuchtturm. Es gehört zu den Fotomotiven, die man von diesem Strand fast automatisch mit nach Hause nimmt.
Zaraće: zwischen hohen Felsen und tiefem Wasser
Unterhalb des alten Dorfes Zaraće liegt eine lange Bucht mit Kiesstrand und auffälligen Felsformationen. Schon von oben ist zu sehen, wie dicht Felsen und Meer hier zusammenkommen.
Besonders interessant ist Zaraće für alle, die gerne schnorcheln. Rund um die Felsen gibt es unter Wasser einiges zu entdecken, gleichzeitig wird das Meer stellenweise schnell tief. Für kleine Kinder und unsichere Schwimmer ist die Bucht deshalb weniger geeignet.
Zaraće ist mit dem Auto oder Boot erreichbar. Mehrere Restaurants liegen an der Bucht, sodass für Essen und Getränke gesorgt ist.
Weitere besondere Schnorchelplätze entlang der Adria finden sich im Artikel „Schnorcheln in Kroatien„.
Lučišće: kleine Bucht unter hohen Felswänden
Nahe Sveta Nedjelja liegt Lučišće direkt unterhalb des Inselrückens. Hinter dem kleinen Kiesstrand steigen die Felsen mehrere hundert Meter steil an, einzelne Formationen reichen bis unmittelbar ans Meer. Diese Lage gibt der Bucht eine außergewöhnliche Kulisse und macht Lučišće zu einem der eindrucksvolleren kleinen Strände an Hvars Südküste.
Der Weg dorthin ist allerdings aufwendiger als bei Pokonji Dol oder Dubovica. Mit dem Auto kommt man nicht bequem bis zum Strand, das letzte Stück führt zu Fuß hinunter zur Bucht. Für Familien mit kleinen Kindern, viel Gepäck oder alle, die einen Strand mit einfacher Zufahrt suchen, gibt es auf Hvar passendere Möglichkeiten.
Wer den Abstieg in Kauf nimmt, findet unten einen kaum erschlossenen Strand. Die Kombination aus schmaler Bucht, Meer und steil aufragendem Inselrücken macht Lučišće zu einem der ungewöhnlicheren Badeplätze an Hvars Südküste.
Grebišće: Sand und flaches Wasser bei Jelsa
Rund zwei Kilometer östlich von Jelsa liegt Grebišće. Zum Strand gehören zwei kleine Buchten, Vela Grebišća und Mola Grebišća. Unterhalb des Campingplatzes befindet sich der sandige Strandbereich mit befestigten Flächen und einem Café. Auf der östlichen Seite der Bucht, in Richtung Kap Čorni Petar, können unter Pinien Liegestühle gemietet werden.
Das Wasser bleibt am sandigen Ufer über eine längere Strecke flach, was Grebišće besonders für Familien mit kleineren Kindern interessant macht. Neben dem Sand gibt es auch felsigere Abschnitte.
Während der Saison gibt es am Strand eine Beachbar mit Getränken, Eis und kleinen Gerichten. Außerdem steht eine kostenpflichtige Dusche zur Verfügung. Von Jelsa lässt sich Grebišće zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen, die Anfahrt mit dem Auto ist ebenfalls möglich.
Grebišće zeigt eine eher seltene Seite der Insel. Wer gezielt nach weiteren Stränden mit Sand sucht, findet im Artikel „Die schönsten Sandstrände Kroatiens“ eine Auswahl entlang der kroatischen Küste.
Lanterna: unkompliziert baden bei Stari Grad
Auch rund um Stari Grad gibt es gute Möglichkeiten zum Baden. Lanterna liegt an der Südseite der Bucht und ist vom Ort aus zu Fuß oder mit dem Fahrrad am Meer entlang erreichbar.
Der Strand besitzt einen kleinen Kiesabschnitt, daneben gibt es befestigte Flächen mit Treppen ins Wasser. Kiefern spenden Schatten, und der Kiesbereich eignet sich auch für Kinder. Duschen, Umkleiden, Toiletten und Liegestühle sind vorhanden. Für Essen oder Getränke gibt es ein Restaurant in der Nähe.
Lanterna eignet sich damit besonders für alle, die in Stari Grad wohnen und ohne längere Anfahrt baden möchten.
Pakleni-Inseln und Hvar vom Wasser aus erleben
Direkt vor Hvar-Stadt liegt ein kleines Labyrinth aus Inseln, Felsen, schmalen Durchfahrten und Buchten. Die Pakleni-Inseln ziehen sich westlich vor der Küste entlang. Von der Fortica oberhalb Hvar-Stadts gehören sie schon zum Panorama, vom Wasser aus werden erst die vielen kleinen Buchten zwischen den felsigen und bewaldeten Ufern sichtbar.
Auch ihr Name hat eine Geschichte. „Pakleni“ klingt im Kroatischen so, als hätte die Inselgruppe etwas mit der Hölle zu tun. Tatsächlich geht der Name auf „paklina“ zurück, ein Kiefernharz, das früher unter anderem im Schiffbau verwendet wurde, um Holz zu schützen und kleine Fugen abzudichten. Die Einwohner von Hvar nennen die Inselgruppe im Alltag auch einfach „škoji“, ein dalmatinischer Ausdruck für Inseln beziehungsweise kleine Inseln.
Von Hvar-Stadt fahren regelmäßig Wassertaxis hinüber. Die nächstgelegenen Inseln liegen nur ungefähr einen Kilometer vor der Stadt, sodass selbst ein spontaner Abstecher gut möglich ist. Wer mehrere Stunden bleiben möchte, kann sich dagegen gezielt eine der Buchten als Ziel aussuchen.
Eine der bekanntesten Anlaufstellen ist Palmižana auf Sveti Klement, der größten Insel der Gruppe. Auf der Nordseite befindet sich die Marina, auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Bucht Vinogradišće mit einem teils kiesigen, teils sandigen Strand und mehreren Restaurants. Unter Urlaubern wird häufig auch die Bucht selbst einfach Palmižana genannt.
Für einen kürzeren Badeausflug bietet sich beispielsweise Jerolim an, eine der Hvar-Stadt am nächsten gelegenen Inseln. Dort gibt es Kies- und Felsabschnitte, Pinien und Badeplätze rund um die Insel. Weitere Buchten verteilen sich auf Marinkovac und Sveti Klement. Mehrere Buchten lassen sich am einfachsten bei einer Bootstour mit verschiedenen Bade- und Schnorchelstopps miteinander verbinden.
Mit dem Kajak zwischen Hvar und den Pakleni-Inseln
Weil die ersten Inseln so nah vor Hvar-Stadt liegen, lassen sie sich auch mit dem Kajak erreichen. Geführte Touren führen zwischen felsigen Ufern, kleinen Buchten und schmalen Passagen hindurch und verbinden das Paddeln häufig mit Bade- oder Schnorchelpausen.
Mit Motorboot oder Segelboot lässt sich ein größerer Teil der Inselgruppe erkunden. So können auch weiter voneinander entfernte Buchten miteinander verbunden und Stopps flexibel über den Tag verteilt werden.
Die Pakleni-Inseln sind seit 1972 als bedeutende Landschaft geschützt und gehören außerdem zum europäischen
Natura-2000-Netz, einem EU-weiten Schutzgebietsnetz für besonders wertvolle Lebensräume und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Besonders wertvoll sind die Posidonia-Wiesen unter Wasser. Posidonia ist eine im Mittelmeer heimische Meerespflanze, die ausgedehnte Seegraswiesen bildet und zahlreichen Meerestieren Lebensraum bietet.
Vor allem Bootsanker können diese langsam wachsenden Wiesen stark beschädigen. Beim Ankern müssen deshalb die örtlichen Regeln beachtet und empfindliche Seegrasflächen geschützt werden. Auch beim Schnorcheln gilt: Pflanzen und Tiere bleiben dort, wo sie sind.
Mit dem Segelboot zu den Pakleni-Inseln
Eine Segeltour bietet die Möglichkeit, mehrere Stunden zwischen den Buchten der Pakleni-Inseln unterwegs zu sein. Die rund vierstündige Tour startet in Hvar-Stadt und findet mit maximal acht Teilnehmern in kleiner Gruppe statt.
Zwei längere Stopps geben Zeit zum Baden und Schnorcheln. Schnorchelausrüstung und ein SUP stehen an Bord zur Verfügung. Welche Buchten angesteuert werden, richtet sich nach Wind und Wetter.
Besonders schön ist die Mischung aus Segeln und längeren Aufenthalten im Wasser. Statt nur von einem Ort zum nächsten gefahren zu werden, bleibt unterwegs genügend Zeit, das Meer zu genießen und die Buchten vom Wasser aus zu erkunden. Die Tour wird vormittags und nachmittags angeboten und lässt sich dadurch gut mit weiteren Plänen auf Hvar verbinden.
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Was isst und trinkt man auf Hvar?
Auf Hvar kommt vieles auf den Teller, was auf der Insel wächst oder im Meer rund um Hvar gefangen wird. Fisch und Meeresfrüchte gehören ebenso dazu wie Olivenöl, Kräuter, Gemüse, Honig und Wein. Besonders typisch ist ein Fischgericht, das mit wenigen Zutaten auskommt.
Gregada: Hvars bekanntestes Fischgericht
Gregada ist ein traditioneller Fischeintopf, der eng mit Hvar verbunden ist. Verschiedene Fischsorten werden zusammen mit Kartoffeln und Zwiebeln in einen Topf geschichtet. Hinzu kommen Olivenöl, Knoblauch, Petersilie, etwas Weißwein, Salz und Pfeffer.
Das Besondere liegt auch in der Zubereitung. Gregada wird während des Kochens nicht umgerührt, damit Fisch und Kartoffeln möglichst ganz bleiben. Stattdessen wird der Topf vorsichtig bewegt. Welche Fische verwendet werden, kann variieren und richtet sich traditionell danach, was verfügbar ist.
Serviert wird Gregada häufig direkt im Topf und als Gericht für mehrere Personen. Wer sie auf Hvar probieren möchte, findet sie vor allem in Restaurants und Konobas mit traditioneller dalmatinischer Küche.
Paprenjok: Honig, Gewürze und ein bisschen Prošek
Paprenjok ist ein kleines Honiggebäck, dessen Teig mit Olivenöl, Prošek und Gewürzen wie Zimt, Nelken, Muskat und Safran zubereitet wird. Beim Backen bekommt das Gebäck eine dunkle Farbe. Nach dem Auskühlen wird es meist mit einer weißen Glasur aus Eiweiß und Zucker verziert.
Geschmacklich steht der Honig im Vordergrund, begleitet von warmen, kräftigen Gewürzen. Dadurch ist Paprenjok aromatischer und würziger als viele klassische Kekse. Wer das Gebäck in Stari Grad probiert, kostet zugleich ein Stück jahrhundertealter Stadtgeschichte.
Wein auf Hvar: Plavac Mali ist längst nicht alles
Plavac Mali gehört vor allem an der Südküste zu den auffälligsten Rebsorten. Im Glas lässt sich Hvar aber noch wesentlich vielfältiger kennenlernen.
Eine besondere Rolle spielt Bogdanuša, eine weiße Rebsorte, die von Hvar stammt. Ihr Name wird sinngemäß mit „von Gott gegeben“ übersetzt. Die Weine sind eher frisch und leicht und können feine florale Aromen mitbringen. Wer bisher vor allem kräftige dalmatinische Rotweine kennt, lernt damit eine ganz andere Seite des Hvarer Weinbaus kennen.
Daneben wachsen auf der Insel weitere traditionelle Sorten wie Prč und Darnekuša. Plavac Mali bleibt vor allem bei den Rotweinen wichtig und bringt meist kräftigere Weine mit Aromen von dunklen Beeren, mediterranen Kräutern und Gewürzen hervor. Auf Hvar gibt es bis heute zahlreiche familiengeführte Weingüter, bei denen die Weine auch verkostet werden können. Wer sich dafür interessiert, muss sich also nicht auf eine einzige Sorte festlegen. Denn zwischen kräftigem Plavac Mali und einer frischen Bogdanuša liegen geschmacklich ziemlich viele Möglichkeiten.
Wie kommt man nach Hvar?
Hvar besitzt keinen Flughafen mit regulären Linienverbindungen. Wer aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land anreist, kommt deshalb häufig über Split auf die Insel. Für die weitere Planung reicht zunächst eine einfache Frage: Reist das Auto mit oder nicht?
Mit dem Auto nach Hvar
Für die meisten Reisenden mit Auto ist die Fähre von Split nach Stari Grad die wichtigste Verbindung. Die Überfahrt dauert etwa zwei Stunden. Von Stari Grad aus sind Hvar-Stadt, Jelsa und viele andere Orte der Insel gut erreichbar.
Das Ticket für die Autofähre gilt für eine bestimmte Abfahrt. Besonders in den Sommermonaten empfiehlt es sich deshalb, frühzeitig zu buchen und ausreichend Zeit für die Anfahrt zum Hafen einzuplanen.
Eine zweite Möglichkeit ist die Autofähre von Drvenik an der Makarska Riviera nach Sućuraj. Die Überfahrt dauert nur etwa 30 Minuten. Sućuraj liegt allerdings ganz im Osten der Insel. Wer anschließend nach Hvar-Stadt oder in den westlichen Teil der Insel weiterfahren möchte, hat noch eine längere Strecke vor sich. Bis nach Hvar-Stadt sind es von Sućuraj aus rund 80 Kilometer.
Die Verbindung über Drvenik kann deshalb vor allem interessant sein, wenn die Anreise aus südlicher Richtung erfolgt oder bereits ein Aufenthalt an der Makarska Riviera geplant ist.
Ohne Auto direkt nach Hvar-Stadt
Wer ohne Auto reist und in Hvar-Stadt übernachtet, kann von Split mit dem Katamaran direkt bis in den Hafen fahren. Die schnellsten Verbindungen benötigen etwa eine Stunde und fünf Minuten.
Das ist besonders praktisch, wenn die Unterkunft in Hvar-Stadt liegt, weil nach der Ankunft kein weiterer Transfer über die Insel notwendig ist. Der Katamaran legt direkt in Hvar-Stadt an, nur wenige Schritte von der Altstadt und der Uferpromenade entfernt.
Für die Katamarane wird ebenfalls eine bestimmte Abfahrt gebucht. Gerade im Sommer können beliebte Verbindungen früh ausgebucht sein.
Wenn die Unterkunft in Jelsa liegt
Auch Jelsa ist von Split aus per Katamaran erreichbar. Die Verbindung führt über Bol auf Brač und dauert deutlich länger als die direkte Fahrt nach Hvar-Stadt.
Wer seine Unterkunft in Jelsa oder im mittleren Teil der Insel gebucht hat und ohne Auto unterwegs ist, sollte diese Verbindung trotzdem prüfen. Sie kann den zusätzlichen Transfer von Hvar-Stadt oder Stari Grad ersparen.
Weitere Verbindungen nach Hvar
Während der Saison gibt es zusätzlich Katamaranverbindungen zwischen Hvar-Stadt und weiteren Orten an der dalmatinischen Küste sowie anderen Inseln. Dazu gehören unter anderem Korčula und Dubrovnik.
Welche Linien fahren und wie häufig sie verkehren, hängt von der Saison ab. Die aktuellen Abfahrtszeiten sollten deshalb vor der Reise direkt bei den Reedereien geprüft werden.
Unterwegs auf Hvar: Bus, Auto, Roller und Fahrrad
Hvar ist langgezogen, und manche Orte liegen weiter auseinander, als es beim ersten Blick auf die Inselkarte scheint. Wer hauptsächlich in Hvar-Stadt bleibt und von dort Bootsausflüge unternimmt, kommt gut ohne eigenes Fahrzeug zurecht. Für Fahrten durch verschiedene Teile der Insel kann ein Auto dagegen sehr praktisch sein.
Mit dem Bus zwischen den größeren Orten
Auf Hvar verkehren Linienbusse, die unter anderem Hvar-Stadt, Stari Grad und Jelsa miteinander verbinden. Auch der Fährhafen bei Stari Grad ist in den Fahrplan eingebunden.
Für Fahrten zwischen den größeren Orten ist der Bus deshalb eine gute Möglichkeit. Viele kleinere Orte werden allerdings nicht regelmäßig angefahren. Von Jelsa gibt es beispielsweise keine reguläre Busverbindung nach Pitve, Zavala oder weiter entlang der Südküste bis Sveta Nedjelja.
Die Fahrpläne ändern sich saisonal. Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte deshalb vor einem Ausflug prüfen, ob für Hin- und Rückfahrt passende Verbindungen bestehen.
Wann ist ein Auto auf Hvar sinnvoll?
Wer Hvar-Stadt, Stari Grad und Jelsa kennenlernen möchte, braucht nicht zwangsläufig ein Auto. Soll es zusätzlich nach Velo Grablje, zu abgelegeneren Stränden oder an die Südküste gehen, bietet ein eigenes Fahrzeug mehr Freiheit.
Ein Mietwagen muss dabei nicht bereits vom Festland mitgebracht werden. Autos können auch direkt auf Hvar gemietet werden. Für Reisende, die nur an ein oder zwei Tagen eine größere Inselrunde planen, kann das einfacher sein, als während des gesamten Aufenthalts ein Auto dabeizuhaben.
Die größeren Orte und viele Dörfer sind über asphaltierte Straßen miteinander verbunden. Abseits der Hauptverbindungen können die Straßen schmal und kurvig werden. Schotterstrecken gibt es vor allem auf einzelnen abgelegeneren Routen und Zufahrten. Manche Buchten sind außerdem nur über einen zusätzlichen Fußweg erreichbar.
Roller, Fahrrad und E-Bike
Auch Roller werden auf Hvar häufig vermietet. Für kürzere Strecken können sie praktisch sein, allerdings sollte man die Entfernungen, Steigungen und kurvigen Straßen nicht unterschätzen. Durch den Pitve-Zavala-Tunnel dürfen Mopeds und Motorräder nicht fahren.
Mit dem Fahrrad lässt sich vor allem der mittlere Teil der Insel gut erkunden. Rund um Stari Grad und Jelsa gibt es ausgeschilderte Routen, die unter anderem durch die Stari-Grad-Ebene und über kleinere Straßen im Inselinneren führen.
Hvar ist allerdings alles andere als flach. Wer längere Touren plant und nicht gezielt eine sportliche Herausforderung sucht, ist mit einem E-Bike häufig entspannter unterwegs.
Wie viele Tage sollte man für Hvar einplanen?
Für Hvar sollte man nach Möglichkeit mehrere Tage einplanen. Bei einem Tagesausflug bleibt meist nur Zeit für Hvar-Stadt und die nähere Umgebung. Drei Tage reichen bereits für erste Ausflüge nach Stari Grad, Jelsa oder zu den Pakleni-Inseln. Wer fünf bis sieben Tage bleibt, kann zusätzlich das Inselinnere, die Südküste und verschiedene Strände kennenlernen und trotzdem Tage einplanen, an denen nicht mehrere Ziele hintereinander auf dem Programm stehen.
Für eine erste Reise nach Hvar sind fünf bis sieben Tage deshalb eine sehr angenehme Zeitspanne.
Wann ist die beste Reisezeit für Hvar?
Hvar kommt im Durchschnitt auf rund 2.800 Sonnenstunden im Jahr und gehört damit zu den sonnigsten Orten Kroatiens. Ganz ohne Wetterwechsel geht es natürlich auch hier nicht, doch auch außerhalb der beiden Hochsommermonate gibt es auf der Insel viele sonnige Tage.
Im Juli und August sind die Tage heiß, das Meer angenehm warm und in Hvar-Stadt sowie an bekannten Stränden ist viel los. Restaurants, Bars und Ausflugsangebote laufen zu dieser Zeit auf Hochtouren.
Für Inselrunden, Wanderungen und Besichtigungen sind Mai, Juni und September häufig angenehmer. Die Temperaturen sind meist milder als im Hochsommer, gleichzeitig eignet sich das Wetter oft schon oder noch gut zum Baden. Ende Juni und Anfang Juli kommt mit der Lavendelblüte rund um Velo Grablje ein zusätzlicher Grund für eine Reise hinzu.
Im Oktober beginnt auf Hvar eine ruhigere Zeit. Das Meer kann noch angenehm sein, gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für wechselhaftere Tage. In Hvar-Stadt und den größeren Orten bleiben weiterhin Restaurants, Cafés und andere Angebote geöffnet, während saisonale Beachbars, Ausflugsangebote und Betriebe an kleineren Urlaubsorten bereits im September oder im Laufe des Oktobers schließen können.
Wer die Reisezeit genauer nach Wetter, Meerestemperatur und persönlichen Urlaubsplänen auswählen möchte, findet dazu ausführliche Informationen im Artikel „Beste Reisezeit für Kroatien„.
Noch ein wenig mehr Hvar
Am späten Nachmittag liegt die Wärme noch in den hellen Steinen von Velo Grablje.
Zwischen den Trockenmauern blüht der Lavendel, violett zwischen grauem Stein und trockenem Gras. In der Luft liegt sein Duft, auf der Haut noch das Salz vom Meer. Auf der Mauer steht ein Glas Bogdanuša, kühl und hell, während die Sonne langsam tiefer sinkt.
Der Tag war längst satt und trotzdem möchte man nicht, dass er zu Ende geht.
Von Hvar bleibt mehr als die Erinnerung an eine Insel. Und die Sehnsucht nach noch ein wenig mehr davon.
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