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Simply Croatia

Reiseplanung 29 Min. Lesezeit

Mit dem Auto nach Kroatien: Maut, Vignetten und der erste Blick aufs Meer

Mit dem Auto nach Kroatien: Autobahn durch die Berge mit Blick auf die Adria

Die erste Kava gibt es am ersten Rastplatz hinter der Grenze. Nicht in Österreich, nicht in Slowenien, sondern dort, wo die Schilder kroatisch sind. Eine kava sa šlagom, also Kaffee mit einer Haube aus Sahne, am liebsten draußen in der Sonne. Die Beine sind noch steif, bis ans Meer sind es noch Stunden. Ein bisschen angekommen ist man trotzdem schon.

Zu unseren Fahrten nach Kroatien gehören solche Rituale. Dazu gehört bislang auch die Schlange vor der Mautstation: Ticket ziehen, ein paar Stunden fahren, an der Ausfahrt zahlen. Damit soll bald Schluss sein. Ab dem 1. März 2027 ist in Kroatien die Maut ohne Schranken geplant, und in Österreich gibt es ab 2027 keine Klebevignette mehr. Am Kaffee hinter der Grenze ändert das nichts.

Welche Vignetten braucht man unterwegs, wie viel kostet die Fahrt und was ändert sich mit dem neuen kroatischen Mautsystem Crolibertas? Dazu gibt es Tipps zu Bura, Fähren und der Weiterfahrt nach Dubrovnik, Geschichten von unterwegs und natürlich den Moment, auf den viele warten: den ersten Blick aufs Meer.

Mit dem Auto nach Kroatien: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Transit: Vignetten für Österreich und Slowenien. Slowenien nutzt die digitale Vignette, Österreich stellt ab 2027 vollständig darauf um. Für einzelne Tunnel wie den Karawankentunnel fällt zusätzlich Maut an.
  • Maut in Kroatien: Ab 1. März 2027 soll das schrankenlose System Crolibertas starten. Die Abrechnung erfolgt weiterhin nach gefahrener Strecke, das Fahrzeug muss im neuen System angemeldet sein.
  • Grenze: Kroatien gehört seit 2023 zum Schengenraum. Personalausweis oder Reisepass müssen trotzdem mit.
  • Unterwegs: Zagreb, das Zagorje, Karlovac und die Plitvicer Seen bieten sich für einen Zwischenstopp an.
  • Nach Dubrovnik: Über die Pelješac-Brücke führt die Strecke vollständig durch Kroatien, ohne Grenzübertritt bei Neum.
  • Nicht verpassen: die erste Kava hinter der Grenze und den ersten Blick auf die Adria hinter dem Tunnel Sveti Rok.

Vignetten und Tunnelmaut unterwegs

Wer mit dem Auto über Österreich und Slowenien nach Kroatien fährt, muss unterwegs verschiedene Mautgebühren einplanen. Neben den Vignetten für die Autobahnen fallen auf manchen Strecken zusätzliche Gebühren für Tunnel an. Welche das sind, hängt von der gewählten Route ab.

Österreich: ab 2027 nur noch digital

Das „Pickerl“ an der Windschutzscheibe hat ausgedient. Ab dem 1. Februar 2027 gibt es in Österreich ausschließlich die digitale Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist. Für einen Urlaub von höchstens zehn Tagen reicht meist die 10-Tages-Vignette. Sie kostete 2026 12,80 Euro, die 1-Tages-Vignette 9,60 Euro und die 2-Monats-Vignette 32 Euro. Die Preise für 2027 sind noch nicht veröffentlicht (Stand: Oktober 2026).

Wichtig bei der Onlinebuchung: Wer als Privatperson eine digitale 2-Monats- oder Jahresvignette kauft, kann sie frühestens ab dem 18. Tag nach dem Kauf nutzen. Der Grund ist das gesetzliche Rücktrittsrecht beim Onlinekauf. Für die 1-Tages- und die 10-Tages-Vignette gilt diese Wartefrist nicht: Sie können sofort gültig sein. Bei autorisierten Verkaufsstellen vor Ort ist auch die 2-Monats- oder Jahresvignette sofort gültig.

Am besten kauft man direkt im Webshop der ASFINAG oder über deren App. Bei inoffiziellen Anbietern können zusätzliche Gebühren anfallen.

Unabhängig von der Vignette kosten einige Tunnelstrecken extra. Auf den üblichen Routen nach Kroatien sind das (Stand 2026, einfache Fahrt, Pkw):

  • Tauern- und Katschbergtunnel (A10): zusammen 15 Euro, auf der Route über Villach
  • Bosruck- und Gleinalmtunnel (A9): 7 beziehungsweise 12 Euro, auf der Route über Graz
  • Karawankentunnel (A11): 9 Euro, an der Grenze zu Slowenien

Praktisch bei einer Routenänderung: Die ASFINAG bietet mit der Digitalen Streckenmaut FLEX eine besonders flexible Möglichkeit. Einmal Kennzeichen und Zahlungsmittel hinterlegen und den kostenlosen Dienst aktivieren, dann wird die Maut für die tatsächlich gefahrenen Strecken automatisch abgebucht. An den Mautstellen wird das Kennzeichen automatisch erkannt. Auf den dafür gekennzeichneten Spuren öffnet sich eine vorhandene Schranke automatisch, sodass man in der Regel ohne anzuhalten weiterfahren kann. Dabei müssen die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Ampelsignale beachtet werden.

Das ist vor allem dann hilfreich, wenn man wegen eines Staus oder einer Sperrung anders fahren muss als geplant. Wer beispielsweise die Tunnelmaut für die A10 bereits gekauft hat und anschließend auf die A9 ausweicht, müsste sonst zusätzlich für die neue Strecke bezahlen. Mit FLEX muss man sich vorher nicht auf eine Route festlegen.

Wichtig: FLEX gilt ausschließlich für die österreichische Streckenmaut. Die Vignetten für Österreich und Slowenien müssen weiterhin separat gekauft werden.

Slowenien: die e-vinjeta

Slowenien hat bereits 2022 auf die digitale Vignette umgestellt, die e-vinjeta. Eine Tagesvignette gibt es nicht. Die kürzeste Variante gilt sieben Tage und kostete 2026 für einen normalen Pkw 16 Euro, die Monatsvignette 32 Euro. Wer länger als eine Woche bleibt, braucht für Hin- und Rückfahrt entweder zwei 7-Tages-Vignetten oder eine Monatsvignette. Bei zwei Wochen Urlaub sind beide Varianten gleich teuer.

Die Vignette gibt es direkt bei der slowenischen Autobahngesellschaft DARS unter evinjeta.dars.si oder ohne Aufpreis im Webshop der ASFINAG. So lassen sich die Vignetten für Österreich und Slowenien bequem an einer Stelle kaufen. Beim Kauf unbedingt auf das richtige Kennzeichen und das Zulassungsland achten, denn die Vignette wird elektronisch dem Fahrzeug zugeordnet.

Praktisch: Auf der Rückfahrt Richtung Norden wird die Maut für den Karawankentunnel an der Mautstelle Hrušica auf slowenischer Seite bezahlt, bar oder mit Karte. Eine Vorauszahlung über den österreichischen ASFINAG-Webshop ist für diese Fahrtrichtung nicht möglich.

Das Ende der Schranke: Maut in Kroatien ab 2027

Generationen von Urlaubern kennen das Bild: Auf der Autobahn bei Zagreb staut sich der Verkehr vor den Kassenhäuschen, alle kramen nach Ticket und Karte, irgendwo hupt jemand. Ab dem 1. März 2027 soll diese Szene Geschichte sein. Dann soll Crolibertas, das neue elektronische Mautsystem, auf allen kroatischen Autobahnen in Betrieb gehen. Dafür werden entlang des Autobahnnetzes 212 Mautportale errichtet.

Eine Vignette führt Kroatien damit nicht ein. Gezahlt wird weiterhin nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse. Neu ist die Abwicklung: Die Maut wird elektronisch erfasst, während der Verkehr ohne Halt an einer Mautstation weiterfließt.

Crolibertas: Auto vor der Fahrt anmelden

Für Pkw gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Kennzeichen registrieren: Das Fahrzeug wird mit Kennzeichen und gültigem Zahlungsmittel im System angemeldet. Kameras erfassen die Durchfahrt, die Maut wird automatisch abgerechnet. Als Zahlungsmittel dient eine Kreditkarte, die im System hinterlegt wird. Abgebucht wird nach der Fahrt.
  • ENC-Box: Das kleine elektronische Gerät hinter der Windschutzscheibe gibt es bereits heute. Vorhandene ENC-Geräte können auch im neuen System weiterverwendet werden. Diese Variante ist besonders für Menschen interessant, die regelmäßig kroatische Autobahnen nutzen. Wer schon eine Box hat, muss sie vor dem Start neu registrieren und mit dem Kennzeichen verknüpfen. Laut HAC ist das etwa drei Monate vorher möglich, also voraussichtlich ab Dezember 2026. Eine Box lässt sich für bis zu drei Fahrzeuge nutzen.

Die Anmeldung ist über das künftige Onlineportal, mobile Anwendungen und autorisierte Verkaufsstellen vorgesehen. Auch Barzahlung soll an entsprechenden Verkaufsstellen weiterhin möglich sein.

Was das Gesetz vorschreibt: Das kroatische Mautgesetz, der Zakon o naplati cestarine, schreibt grundsätzlich vor, dass ein Fahrzeug vor der Nutzung einer mautpflichtigen Autobahn im System angemeldet sein muss. Wer mit einem Pkw ohne vorherige Anmeldung auffährt, muss diese spätestens an der ersten dafür vorgesehenen Schnellregistrierungsspur nachholen. Geplant sind rund 140 Spuren zur schnellen Anmeldung, an jeder heutigen Mautstation mindestens eine. Am einfachsten ist es, die Anmeldung bereits vor der Abreise zu erledigen.

Wer die Autobahn ohne ordnungsgemäße Anmeldung nutzt, muss mit erheblichen Kosten rechnen: Neben der regulären Maut sieht das Gesetz einen Zuschlag von 120 Euro vor. Zusätzlich kann für Privatfahrer ein Bußgeld zwischen 300 und 600 Euro anfallen. Auch die Kennzeichen müssen während der Fahrt lesbar sein. Bei Verstößen drohen ebenfalls Bußgelder.

Kontrolliert wird nicht ausschließlich durch die Kameras. Das Gesetz sieht auch Kontrollen auf der Autobahn vor, bei denen Fahrzeuge angehalten werden können.

Wichtig für die Reiseplanung: Die technischen Einzelheiten zur Anmeldung sind noch nicht veröffentlicht. Das Portal und die App gibt es bisher nicht: Im Oktober 2026 hat HAC die Ausschreibung dafür abgebrochen, weil keines der drei Angebote gültig war, und muss neu ausschreiben. Am Start am 1. März 2027 hält HAC offiziell fest. Wann die Registrierung beginnt, ist derzeit noch nicht bekannt. Wer im Frühjahr 2027 nach Kroatien fährt, sollte kurz vorher auf crolibertas.hr nachsehen und das Fahrzeug möglichst vor der Fahrt anmelden. (Stand: 26. Oktober 2026)

Was gilt bis zur Umstellung auf Crolibertas?

Bis zur geplanten Umstellung am 1. März 2027 wird die kroatische Autobahnmaut weiterhin an den Mautstationen bezahlt. Bei der Auffahrt zieht man ein Ticket, an der Ausfahrt zahlt man bar oder mit Karte. Wer eine ENC-Box hat, nutzt die entsprechend gekennzeichneten Spuren zur elektronischen Bezahlung.

Für die Fahrt von Zagreb (Mautstelle Lučko) nach Split (Dugopolje) fallen derzeit 26,40 Euro Maut für einen normalen Pkw an (Stand: Oktober 2026). Wer aus Slowenien kommt, zahlt für das kurze Autobahnstück von der Grenze bei Bregana bis Zagreb noch einen Euro dazu.

Wer noch vor März 2027 nach Kroatien fährt, beispielsweise zum Advent oder über Silvester, benötigt keine Anmeldung bei Crolibertas. Diese wird erst mit dem Start des neuen Systems relevant. Einzige Ausnahme sind Besitzer einer ENC-Box: Sie müssen ihre Box vor dem 1. März 2027 neu registrieren, auch wenn sie bis dahin wie gewohnt damit fahren.

Was kostet die Anreise mit dem Auto?

Neben den Spritkosten fallen auf dem Weg nach Dalmatien Vignetten, Tunnelmaut und die kroatische Autobahnmaut an. Für eine einfache Fahrt von München nach Split über Villach, Ljubljana und den Grenzübergang Bregana ergibt sich folgende Beispielrechnung (normaler Pkw, Preise Stand Oktober 2026):

PostenKosten
Vignette Österreich, 10 Tage12,80 €
Tauern- und Katschbergtunnel15,00 €
Karawankentunnel9,00 €
Vignette Slowenien, 7 Tage16,00 €
Maut Kroatien, Bregana bis Split27,40 €
Summe einfache Fahrt80,20 €

Für Hin- und Rückfahrt fallen die Tunnelgebühren und die kroatische Autobahnmaut erneut an. Bei einem zweiwöchigen Urlaub werden außerdem Vignetten für beide Fahrtrichtungen benötigt. In Österreich sind zwei 10-Tages-Vignetten mit insgesamt 25,60 Euro günstiger als die 2-Monats-Vignette für 32 Euro. In Slowenien kosten zwei 7-Tages-Vignetten genauso viel wie eine Monatsvignette.

Für zwei Wochen Urlaub ergeben sich damit rund 160 Euro für Maut und Vignetten, ohne Sprit. Wer in Österreich die 2-Monats-Vignette bevorzugt, kommt auf knapp 167 Euro.

Die Preise für 2027 sind noch nicht veröffentlicht (Stand: Oktober 2026).

Was der Urlaub vor Ort kostet, steht im Artikel Was kostet Urlaub in Kroatien?.

Grenze und Dokumente

Seit dem 1. Januar 2023 gehört Kroatien zum Schengenraum. Die langen Schlangen an der slowenisch-kroatischen Grenze, die früher fester Teil der Anreise waren, sind damit weitgehend verschwunden. Ganz ohne Unterbrechung lief es trotzdem nicht: Slowenien führte im Oktober 2023 vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein und hob sie erst am 11. Juni 2026 auf.

Auch ohne Grenzkontrollen müssen alle Reisenden einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mitführen, Kinder eingeschlossen. Führerschein und Fahrzeugschein gehören bei einer Autofahrt ebenfalls dazu. Stichprobenkontrollen bleiben möglich.

Anders ist es an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Sie ist eine Schengen-Außengrenze und wird kontrolliert. Wer auf dem Weg nach Dubrovnik durch Neum fährt oder einen Abstecher nach Mostar plant, braucht einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Für deutsche Staatsangehörige müssen die Reisedokumente bei der Ausreise aus Bosnien und Herzegowina noch mindestens drei Monate gültig sein.

Für die Fahrt mit dem eigenen Auto empfiehlt es sich außerdem, die Internationale Versicherungskarte (früher Grüne Karte) mitzunehmen. Sie ist für deutsche Fahrzeuge nicht verpflichtend, erleichtert aber den Nachweis der Kfz-Versicherung. Das Länderkürzel „BIH“ sollte darauf aufgeführt sein.

Unterwegs auf der A1

Die A1 ist die Lebensader nach Dalmatien. Sie führt von Zagreb über Karlovac, Gospić, Zadar und Šibenik nach Split und weiter bis kurz vor Ploče. Fertig ist sie noch nicht lange: Die letzten Abschnitte zwischen Zagreb und Split wurden im Sommer 2005 freigegeben, nach einer Bauzeit, die sich mit Unterbrechungen über rund 35 Jahre zog. Wer früher ans Meer wollte, fuhr über Land oder die Jadranska magistrala, die Küstenstraße.

Sveti Rok: durch den Berg in ein anderes Wetter

Der Tunnel Sveti Rok ist mit rund 5,7 Kilometern einer der längsten Kroatiens. Er führt durch das Velebit-Gebirge, das die Lika im Landesinneren von der Küste trennt. Der offizielle Baubeginn war im August 1993, mitten im Kroatienkrieg. Die Arbeiten mussten wegen der Kampfhandlungen unterbrochen werden und wurden später fortgesetzt. Die erste Tunnelröhre ging 2003 in Betrieb, die zweite 2009.

Auf der Nordseite liegt die Lika: Wälder, Weiden, im Winter oft Schnee. Auf der Südseite öffnet sich das Land zur Küste, das Licht wird heller, und zum ersten Mal ist die Adria zu sehen. Viele merken an dieser Stelle auch einen Temperaturunterschied. Der Velebit trennt hier tatsächlich zwei Klimazonen: das kontinentale Landesinnere und den mediterranen Süden.

Wer genau hinschaut, entdeckt an der Einfahrt eine Statue des heiligen Rochus, kroatisch Sveti Rok, nach dem Dorf und Tunnel benannt sind. Er ist nicht der einzige stille Begleiter der A1.

Die stillen Wächter der Autobahn

An mehreren Tunneln der A1 stehen kleine Kapellen und Heiligenfiguren, mal auf dem Mittelstreifen, mal an den Einfahrten oder sogar im Tunnel selbst. Oft sind sie so unauffällig, dass man sie während der Fahrt kaum bemerkt. Besonders häufig begegnet einem die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute und damit auch der Tunnelbauer. Sie steht unter anderem an den Tunneln Mala Kapela, Brinje, Plasina und Grič. Am Südportal der Mala Kapela wacht zusätzlich die Muttergottes von Lourdes.

Manche Figuren wurden als Dank nach Abschluss der Bauarbeiten aufgestellt. Besonders schön ist die kleine Steinkapelle der heiligen Barbara am Nordportal des Tunnels Crna Brda, zwischen Bisko und Blato na Cetini im Hinterland von Split. Auf ihr stehen nur zwei Worte: „Hvala ti“ – danke.

Eine kroatische Artikelserie nennt sie tihi čuvari, die stillen Wächter der Autobahnen. Wer beim nächsten Mal auf dem Beifahrersitz sitzt, kann ja mitzählen. Der Fahrer bitte nicht.

Zeleni most: die grünen Brücken für Wildtiere

Wer auf der A1 unterwegs ist, entdeckt immer wieder die kroatische Bezeichnung zeleni most, grüne Brücke. Dahinter steckt eine besondere Idee: Die begrünten Überführungen wurden eigens für Wildtiere angelegt, damit sie die Autobahn gefahrlos überqueren können.

Auf der A1 gibt es zehn solcher Übergänge, unter anderem bei Medina gora, Rošca und Osmakovac. Sie sehen oft aus wie natürliche, bewachsene Hügel, unter denen die Autobahn hindurchführt. Für die Tiere verbinden sie Lebensräume, die durch den Straßenbau voneinander getrennt wurden.

Bura auf der A1: Wenn der Wind das Tempo bestimmt

Die Bura ist ein kalter Fallwind, der besonders im Herbst und Winter mit großer Wucht vom Velebit Richtung Meer wehen kann. Auf der A1 trifft sie vor allem den Abschnitt zwischen Sveti Rok und Maslenica. Bei starkem Wind wird dort die Geschwindigkeit deutlich begrenzt oder die Autobahn ganz gesperrt. Für Motorräder, Wohnwagen und hohe Fahrzeuge gelten häufig schon früher Fahrverbote. Bei einer vollständigen Sperrung kann die Umleitung unter anderem über Gračac und Obrovac führen.

Wie heftig die Bura auf diesem Abschnitt sein kann, habe ich vor einigen Jahren auf einer Rückfahrt im September erlebt. Erlaubt waren nur noch 30 km/h, und selbst bei diesem Tempo war der Wind deutlich zu spüren. Schneller hätte an diesem Tag ohnehin niemand fahren wollen.

Woher die Bura kommt und warum sie die Küste so prägt, steht im Artikel Bura in Kroatien – Der Wind, der die Küste formt.

Praktisch: Aktuelle Sperrungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Windwarnungen meldet der kroatische Automobilclub HAK in seiner App. Vor der Fahrt über den Velebit lohnt sich ein Blick auf die Verkehrsmeldungen, besonders bei angekündigter Bura.

Maslenica: wo Kroatien einmal getrennt war

Bei Maslenica führt die A1 über den Novi Maslenički most, die 1997 eröffnete Autobahnbrücke. Rund 1,5 Kilometer südlich davon liegt der Stari Maslenički most auf der Küstenstraße D8. Der Name bedeutet „alte Maslenica-Brücke“, obwohl die heutige Konstruktion erst 2005 errichtet wurde. Beide Brücken gehören heute zum Straßenbild, aber besonders die ältere erzählt von einer schweren Zeit der kroatischen Geschichte.

Am 21. November 1991 wurde die ursprüngliche Maslenica-Brücke während des Kroatienkriegs gesprengt. Damit war die direkte Straßenverbindung entlang der Küste zwischen Nord- und Süddalmatien unterbrochen.

Eine wichtige Ausweichroute führte damals über die Insel Pag: mit der Fähre von Prizna nach Žigljen und anschließend über die Pager Brücke zurück aufs Festland. Bei starkem Wind war auch diese Verbindung gefährdet.

Im Juli 1993 wurde bei Maslenica eine provisorische Pontonbrücke eröffnet. Vier Jahre später folgte die heutige Autobahnbrücke. Erst 2005 wurde schließlich auch die alte Maslenica-Brücke an ihrem ursprünglichen Standort wieder aufgebaut.

Heute überquert man die Meerenge in wenigen Sekunden, und viele wissen nichts von dieser Geschichte.

Tanken in Kroatien

In Kroatien legt die Regierung Höchstpreise für Benzin und Diesel fest. Seit August 2026 werden diese wöchentlich angepasst. An Autobahntankstellen gelten die Preisobergrenzen jedoch nicht. Dort bestimmen die Betreiber selbst, was der Liter kostet.

Bei meiner Fahrt im September 2026 haben mich die Preisunterschiede an den Autobahntankstellen überrascht. Je nach Anbieter hätte ich für denselben Kraftstoff deutlich unterschiedlich viel bezahlt. Wer unterwegs tanken muss, sollte deshalb schon vor dem nächsten Rastplatz die Preise vergleichen. Manchmal lohnt es sich auch, erst abseits der Autobahn zu tanken, sofern der Umweg nicht zu groß ist.

Stand: Oktober 2026

Mit dem E-Auto nach Kroatien

Auch mit dem Elektroauto lässt sich die Fahrt ans Meer gut planen. Entlang der A1 gibt es an zahlreichen Rastplätzen Ladestationen, unter anderem von HEP/ELEN und IONITY. Tesla betreibt außerdem Supercharger bei Karlovac, Zadar und Dugopolje nahe Split.

Allerdings unterscheiden sich die Ladestationen bei Ladeleistung, Preisen und Bezahlmöglichkeiten. Nicht jede Ladekarte funktioniert überall. Gerade auf dem längeren Abschnitt durch die Lika sollte man deshalb rechtzeitig einen Ladestopp einplanen und möglichst eine Alternative im Blick behalten. In der Hauptreisezeit kann es an stark frequentierten Ladepunkten zu Wartezeiten kommen.

Nach Dubrovnik: Neum oder Pelješac-Brücke?

Wer früher mit dem Auto nach Dubrovnik fuhr, musste bei Neum zweimal über die Grenze. Dort reicht Bosnien und Herzegowina mit einem schmalen Küstenstreifen bis ans Meer und unterbricht das kroatische Staatsgebiet. Für Urlauber bedeutete das im Sommer oft lange Wartezeiten: erst bei der Ausreise aus Kroatien, wenige Kilometer später bei der Wiedereinreise.

Seit dem 26. Juli 2022 gibt es eine Alternative: die Pelješac-Brücke. Sie ist 2.404 Meter lang und verbindet das Festland bei Komarna mit der Halbinsel Pelješac. Von dort führt die Straße weiter Richtung Ston und Dubrovnik, ohne dass man Kroatien verlassen muss. Seit April 2023 ist auch die neue Umfahrung von Ston fertig.

Für Kroatien war die Eröffnung der Brücke ein besonderes Ereignis. Es gab Feuerwerk, eine Live-Übertragung im Fernsehen und einen ungewöhnlichen Auftritt: Der kroatische Elektrosportwagen Rimac Nevera überquerte die Brücke im Rahmen der Eröffnungsfeier.

Die Strecke über Neum gibt es weiterhin. Wer sie nimmt, braucht einen gültigen Ausweis und muss mit Grenzkontrollen rechnen. Für die meisten Reisenden ist die Pelješac-Brücke heute die unkompliziertere Wahl.

Tipp: Wer über die Brücke fährt, kann einen Zwischenstopp in Ston einlegen. Der Ort ist für seine historische Festungsmauer bekannt, die Ston mit Mali Ston verbindet. Ursprünglich war die Befestigungsanlage rund sieben Kilometer lang, heute sind etwa 5,5 Kilometer erhalten. Auch die Austern aus der Bucht von Mali Ston sind eine Spezialität der Gegend.

Von Split nach Dubrovnik sind es über die Pelješac-Brücke ungefähr 230 Kilometer. Für die Fahrt sollte man ohne längere Pausen etwa drei bis dreieinhalb Stunden einplanen.

Was einen in Dubrovnik selbst erwartet, steht im Artikel Dubrovnik: Altstadt, Stadtmauer und Sehenswürdigkeiten.

Zwischenstopps auf dem Weg ans Meer

Oft will man einfach nur ankommen. Am Meer wartet die Unterkunft, vielleicht auch die Familie. Wer die Anreise auf zwei Tage verteilt oder unterwegs ein paar Stunden einplant, entdeckt allerdings spannende Orte, an denen man sonst jahrelang einfach vorbeifährt.

Zagreb

Kroatiens Hauptstadt bietet sich für einen längeren Zwischenstopp an. Ein Spaziergang durch die Oberstadt, über den Dolac-Markt und anschließend ein Kaffee in der Innenstadt lassen sich gut mit einem halben Tag verbinden. Mehr dazu steht im Artikel Zagreb: Sehenswürdigkeiten, Advent und Geschichten aus Kroatiens Hauptstadt.

Zagorje: Burgen, Štrukli und Licitar

Wer über Maribor und Macelj anreist, durchquert das hügelige Hrvatsko Zagorje nördlich von Zagreb. Hier liegt das Schloss Trakošćan, hier gehören Štrukli zur regionalen Küche und das rote Licitar-Herz zum traditionellen Handwerk.

In Kumrovec zeigt das Freilichtmuseum Staro selo alte Bauernhäuser und Werkstätten. Auch das Geburtshaus von Josip Broz Tito steht dort. Mehr über die Region findet sich im Zagreb-Artikel unter den Ausflügen.

Karlovac: die Stadt der vier Flüsse

Karlovac liegt südwestlich von Zagreb und ist über die A1 gut erreichbar. Die Stadt wurde 1579 als sechszackige Festung gegen die Osmanen gegründet. Ihr historischer Kern trägt bis heute den Namen Zvijezda, Stern.

Bekannt ist Karlovac als grad na četiri rijeke, Stadt der vier Flüsse: Kupa, Korana, Mrežnica und Dobra. Dazu kommen zahlreiche Parks, das Süßwasseraquarium Aquatika und das Karlovačko-Bier.

Vor einigen Jahren haben wir auf dem Weg nach Dalmatien in Karlovac übernachtet. Abends waren wir noch in der Innenstadt unterwegs, und ich erinnere mich vor allem daran, wie lebendig und lebensfroh die Stadt war. Die Menschen, denen wir begegnet sind, waren offen, freundlich und hilfsbereit. Am nächsten Morgen haben wir in einer slastičarna, einer kroatischen Konditorei, gefrühstückt, bevor es weiter Richtung Split ging. Seitdem ist Karlovac für mich mehr als ein Schild an der Autobahn.

Rastoke und die Plitvicer Seen

Wer bei Karlovac die A1 verlässt und auf der Landstraße D1 Richtung Süden fährt, kommt nach Slunj. Im Ortsteil Rastoke fließt die Slunjčica über zahlreiche Wasserfälle in die Korana. Dazwischen stehen alte Wassermühlen und Holzhäuser.

Weiter südlich liegen die Plitvicer Seen. Dafür sollte man mindestens einen halben Tag einplanen, besser eine Übernachtung in der Nähe. Alles zu den Eingängen und Rundwegen steht im Artikel Plitvicer Seen in Kroatien. Zurück auf die A1 geht es beispielsweise über Otočac.

Smiljan: Teslas Geburtsort

In der Nähe von Gospić liegt das kleine Dorf Smiljan. Hier wurde am 10. Juli 1856 Nikola Tesla als Sohn einer serbisch-orthodoxen Familie geboren. Sein Vater war Priester der örtlichen Gemeinde. Heute erinnert ein Gedenkzentrum an den Erfinder und seine Arbeit.

Zum Gelände gehört auch ein Nachbau seiner Versuchsstation aus Colorado Springs. Wer sich für Technik und Erfindungen interessiert, findet hier einen ungewöhnlichen Zwischenstopp auf dem Weg ans Meer. Informationen zu Besichtigungen und Öffnungszeiten gibt es auf der Website des Gedenkzentrums.

Die Jadranska magistrala: Warum sich die Küstenstraße lohnt

Die Jadranska magistrala, die Adriatische Küstenstraße, gehört zu den landschaftlich reizvollsten Straßen Kroatiens. Über weite Strecken verläuft sie zwischen Meer, Bergen und kleinen Küstenorten. Auf kroatischem Staatsgebiet verläuft die historische Magistrale über rund 818 Kilometer, von der slowenischen Grenze in Istrien bis zur Grenze nach Montenegro. Große Teile gehören heute zur Staatsstraße D8.

Am 30. Mai 1965 wurde die durchgehende Küstenverbindung feierlich eröffnet. Für viele Orte bedeutete das einen grundlegenden Wandel: Sie waren nun auf der Straße wesentlich besser erreichbar als zuvor.

Wer möglichst schnell nach Dalmatien gelangen möchte, wird normalerweise die Autobahn bevorzugen. Die Küstenstraße ist etwas für alle, die mehr Zeit mitbringen. Mal liegt die Adria unmittelbar neben der Straße, dann führt sie durch kleine Orte, vorbei an Häusern, Buchten und Häfen.

Allerdings braucht die Fahrt Geduld. Kurven, Ortsdurchfahrten, Geschwindigkeitsbegrenzungen und dichter Sommerverkehr machen die Magistrala deutlich langsamer als die Autobahn. Für einzelne Etappen oder einen Tagesausflug kann sie dennoch eine schöne Alternative sein.

Eine Straße, die Erinnerungen weckt

Schon als Kind habe ich die Fahrten entlang der kroatischen Küstenstraße geliebt. Das Meer, die kleinen Orte, die Häuser an den Hängen. Ich saß im Auto, schaute aus dem Fenster und fand einen Ort nach dem anderen wunderschön. Immer wieder dachte ich: Wenn ich groß bin, komme ich hierher zurück und schaue mir das alles in Ruhe an. Aber damals wollten wir natürlich vor allem nach Split. Dort wartete unsere Familie auf uns, und wir konnten es kaum erwarten, endlich anzukommen.

Heute kann man sich die Zeit nehmen, die damals fehlte. Einen der Orte besuchen, an denen man früher vorbeigefahren ist, oder einfach irgendwo am Meer anhalten. Wer allerdings eine Fähre zu einer festen Uhrzeit erreichen muss, sollte die längeren Fahrzeiten auf der Küstenstraße berücksichtigen.

Praktisch: Besonders am Velebit, etwa auf der Strecke zwischen Senj und Karlobag, kann die Bura den Verkehr erheblich einschränken. Für Motorräder, Wohnwagen und andere windanfällige Fahrzeuge gelten häufig zuerst Fahrverbote. Aktuelle Meldungen gibt es in der App des kroatischen Automobilclubs HAK.

Am Urlaubsort angekommen: Parken und mit dem Auto auf die Insel

Parken in den Küstenorten

In vielen kroatischen Küstenorten ist das Parken gebührenpflichtig, besonders in den Zentren und in Strandnähe. Bezahlt wird je nach Ort am Automaten, über eine Park-App oder per SMS. Letzteres funktioniert mit einer deutschen Handynummer allerdings häufig nicht. Welche Bezahlmöglichkeiten angeboten werden, steht normalerweise auf den Schildern an den Parkplätzen.

Warum es trotzdem sinnvoll sein kann, etwas Kleingeld dabeizuhaben, steht in der Packliste Kroatien.

Inseln mit Brücke

Nicht für jede kroatische Insel braucht man eine Fähre. Krk erreicht man über die Krk-Brücke, Pag über die Pager Brücke und Vir über eine Brücke bei Privlaka. Auch Murter ist bei Tisno durch eine kleine Drehbrücke mit dem Festland verbunden. Nach Čiovo führen Brücken bei Trogir.

Die Überfahrt nach Krk ist übrigens seit Juni 2020 kostenlos. Für viele andere Inseln braucht man dagegen eine Fähre und im Sommer manchmal etwas Geduld.

Mit dem Auto auf die Fähre: Ticket ist nicht immer gleich Reservierung

Die meisten kroatischen Autofähren betreibt die Reederei Jadrolinija. Auf einigen Linien ist das Ticket gleichzeitig eine Reservierung für eine bestimmte Abfahrt. Das gilt beispielsweise für Makarska–Sumartin auf Brač, Split–Stari Grad auf Hvar und Split–Vela Luka auf Korčula.

Auf anderen Linien gibt es keine festen Platzreservierungen. Dort entscheidet die Reihenfolge, in der die Fahrzeuge am Hafen eintreffen. Ein bereits gekauftes Ticket garantiert also nicht, dass man die gewünschte Fähre erreicht.

Tickets gibt es direkt bei Jadrolinija, über die App mJadrolinija und an den Verkaufsstellen. Für die Buchung eines Fahrzeugtickets benötigt man die Angaben aus dem Fahrzeugschein.

Praktisch: Bei reservierten Überfahrten empfiehlt Jadrolinija im Sommer, 60 Minuten vor Abfahrt am Hafen zu sein. Auf Linien ohne Reservierung sollte man mindestens ein bis zwei Stunden einplanen, bei besonders starkem Andrang auch mehr. Wer an einem Samstag im August auf eine Fähre ohne Reservierung wartet, ist mit einem guten Buch jedenfalls nicht schlecht beraten. Einem dicken.

Welche Insel zu welchem Urlaub passt, steht im Überblick Kroatische Inseln: von Krk bis Lastovo.

Verkehrsregeln in Kroatien, die man kennen sollte

Die meisten Verkehrsregeln sind aus Deutschland vertraut. Einige Unterschiede sollte man vor der Fahrt trotzdem kennen:

  • Tempolimits: Für Pkw gelten grundsätzlich 130 km/h auf Autobahnen, 110 km/h auf Schnellstraßen, 90 km/h außerorts und 50 km/h innerorts. Anders ausgeschilderte Geschwindigkeiten haben Vorrang.
  • Alkohol: Die allgemeine Promillegrenze liegt bei 0,5. Für bestimmte Fahrergruppen, darunter junge Fahrer mit kroatischem Führerschein, gilt 0,0 Promille.
  • Licht: Vom 1. November bis zum 31. März müssen Autos auch tagsüber mit Abblend- oder Tagfahrlicht fahren.
  • Warnweste: Wer bei einer Panne oder einem Unfall das Fahrzeug verlässt und sich auf der Fahrbahn oder dem Seitenstreifen aufhält, muss eine Warnweste tragen. Sie sollte griffbereit im Innenraum liegen. Für Mitfahrer empfiehlt sich ebenfalls, Warnwesten mitzuführen.
  • Pflichtausrüstung: Warndreieck, Verbandskasten und Warnweste gehören ins Auto. Ein Ersatzlampenset ist bei Fahrzeugen mit herkömmlichen, austauschbaren Glühlampen sinnvoll; Fahrzeuge mit LED- oder Xenon-Scheinwerfern sind davon ausgenommen.
  • Handy: Telefonieren am Steuer ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Bei unerlaubter Handynutzung drohen 130 Euro Bußgeld.
  • Winterausrüstung: Vom 15. November bis zum 15. April ist auf bestimmten Autobahnen und Landstraßen Winterausrüstung vorgeschrieben, auch wenn kein Schnee liegt. Für Pkw gelten Winterreifen auf allen vier Rädern oder Sommerreifen mit mindestens 4 mm Profil und mitgeführte Schneeketten für die Antriebsräder. Das betrifft auch Teile der Anreise durch das kroatische Landesinnere.

Panne oder Unfall: Diese Nummern helfen

  • 112: Der europaweite Notruf für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. In Kroatien werden Notrufe auch auf Deutsch entgegengenommen.
  • 1987: Pannenhilfe des kroatischen Automobilclubs HAK. Mit einer ausländischen Mobilfunknummer ist die +385 1 1987 die richtige Wahl.
  • Eigener Schutzbrief: Wer über einen Automobilclub, die Versicherung oder eine Mobilitätsgarantie abgesichert ist, sollte zuerst die dort angegebene Pannenhotline kontaktieren.

Vorsicht vor falschen Pannenhelfern: Der ADAC warnte im Sommer 2026 ausdrücklich vor Betrügern, die unter anderem in Kroatien als vermeintliche Pannenhelfer auftreten. Manche verwenden sogar die Farben oder das Logo des ADAC. Wer mit dem Auto liegen bleibt, sollte die Hilfe selbst über die eigene Versicherung oder einen Automobilclub anfordern und sich nicht auf unbestellte Abschleppangebote einlassen.

Wann sollte man losfahren?

Im Juli und August kann die Abfahrtszeit mehr über die Fahrtdauer entscheiden als die gewählte Route. Besonders an Samstagen, wenn viele Urlauber ihre Unterkunft wechseln, füllen sich die Autobahnen, die Tunnel in Österreich und die Zufahrten zur kroatischen Küste. Das gilt für die Anreise ebenso wie für die Rückfahrt.

Wer flexibel ist, fährt unter der Woche oder bucht eine Unterkunft mit Anreise an einem anderen Tag. Auch wenn in mehreren deutschen Bundesländern gleichzeitig die Sommerferien beginnen, muss mit besonders viel Verkehr gerechnet werden. Ein Blick in den Ferienkalender lohnt sich deshalb schon bei der Urlaubsplanung. Wie es im Hochsommer an der Küste zugeht, steht im Artikel Kroatien im August: Wetter, Meer und Hochsommer an der Adria.

Viele fahren nachts, um den größten Staus zu entgehen. Das kann funktionieren, ist aber anstrengend, gerade nach einem langen Arbeitstag. Und wer im Dunkeln durch den Tunnel Sveti Rok fährt, verpasst möglicherweise den ersten Blick auf die Adria.

Auch für die Rückfahrt sollte man ausreichend Zeit einplanen. Ein bekannter Engpass bleibt der Karawankentunnel zwischen Slowenien und Österreich. Zwar wurde im März 2026 die zweite Tunnelröhre eröffnet, doch während der Sanierung der alten Röhre läuft der Verkehr weiterhin in beiden Richtungen durch einen Tunnel. Erst Mitte 2029 sollen beide Röhren regulär zur Verfügung stehen.

Wo entstehen im Sommer häufig Staus?

An manchen Stellen wird es auf dem Weg ans Meer jeden Sommer eng. Zu den bekannten Stauschwerpunkten gehören:

  • Lučko bei Zagreb: Bis zur Umstellung auf Crolibertas sind besonders die Mautstation und die Zufahrten zur A1 bekannte Stauschwerpunkte. Auf der Rückfahrt kann sich der Verkehr auch vor Demerje stauen.
  • A1 zwischen Lučko und Bosiljevo: Bis zur Verzweigung Richtung Rijeka und Dalmatien nutzen beide Verkehrsströme dieselbe Autobahn. Besonders an Sommerwochenenden wird es hier voll.
  • Tunnel Sveti Rok: Bei besonders dichtem Verkehr wird die Tunneleinfahrt zeitweise gesperrt. Das geschieht aus Sicherheitsgründen: Die Fahrzeuge sollen sich möglichst nicht innerhalb des Tunnels stauen. Vor der Einfahrt können dadurch lange Warteschlangen entstehen.
  • Krk-Brücke: An Sommerwochenenden staut sich der Verkehr häufig auf der Zufahrt zur Insel.
  • Fährhäfen: In Split, Zadar und anderen Fährhäfen kann es während der Hauptsaison zu längeren Wartezeiten kommen.

Mit Crolibertas soll ab 2027 das Warten an den kroatischen Mautstationen entfallen. Die übrigen Engpässe bleiben davon unberührt.

Und dann ist da plötzlich das Meer

Schon als Kind gab es auf unseren Fahrten nach Split diesen einen Moment, auf den ich mich besonders gefreut habe: Wenn endlich die Adria zu sehen war, wurde bei uns im Auto laut gejubelt. Heute kommt dieser Moment meist hinter dem Tunnel Sveti Rok. Und obwohl ich die Strecke inzwischen unzählige Male gefahren bin, ist die Freude noch immer dieselbe. Kaum taucht das Meer auf, geht das Jubeln wieder los. Ganz wie damals.

Häufige Fragen zur Anreise mit dem Auto nach Kroatien

Braucht man eine Vignette für Kroatien?
Nein, in Kroatien gibt es keine Vignette. Auf den mautpflichtigen Autobahnen wird nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse abgerechnet. Bis zur geplanten Umstellung am 1. März 2027 bezahlt man an den Mautstationen oder mit einer ENC-Box. Danach soll die Maut elektronisch und ohne Anhalten an Schranken erfasst werden. Eine Vignette wird auch mit dem neuen System nicht eingeführt.

Welche Vignetten braucht man für die Fahrt nach Kroatien?
Auf der üblichen Route eine Vignette für Österreich und eine für Slowenien. Die slowenische Vignette gibt es ausschließlich digital. Österreich stellt ab 2027 vollständig auf die digitale Vignette um. Dazu kommt die Maut für einzelne Tunnel, etwa den Karawankentunnel. In Kroatien selbst gibt es keine Vignette, die Maut wird nach gefahrener Strecke berechnet.

Was ist Crolibertas?
Crolibertas ist das neue elektronische Mautsystem auf allen kroatischen Autobahnen, das am 1. März 2027 starten soll. Die Mautstationen fallen weg, Kameras und Portale erfassen das Kennzeichen oder eine ENC-Box, und die Maut wird automatisch abgebucht.

Wie funktioniert die Maut in Kroatien ab 2027?
Ab dem 1. März 2027 sollen die Mautstationen wegfallen. Das Auto muss dann im System Crolibertas angemeldet sein, mit Kennzeichen und Zahlungsmittel oder über eine ENC-Box. Am einfachsten erledigt man das vor der Abreise. Wer ohne Anmeldung auffährt, muss sie an der ersten Schnellregistrierungsspur nachholen. Wer auch das versäumt, zahlt neben der Maut 120 Euro Zuschlag und riskiert ein Bußgeld von 300 bis 600 Euro. Eine vorhandene ENC-Box muss vor dem Start neu registriert werden.

Kann man sich schon für Crolibertas registrieren?
Noch nicht (Stand: Oktober 2026). App und Anmeldeportal sind noch in Vorbereitung, einen Termin für den Start der Registrierung hat HAC bisher nicht genannt.

Wie lange dauert die Fahrt nach Kroatien?
Ab München sind es bis Zagreb rund 545 Kilometer, bis Split rund 900 Kilometer. Ohne Pausen und Stau braucht man bis Split etwa neun Stunden. An Sommersamstagen kann es deutlich länger dauern.

Was kostet die Fahrt nach Kroatien mit dem Auto?
Für eine einfache Fahrt von München nach Split fallen für Vignetten, Tunnel und Maut rund 80 Euro an, dazu kommt der Sprit. Für Hin- und Rückfahrt bei zwei Wochen Urlaub sind es ohne Sprit etwa 160 bis 170 Euro (Stand 2026).

Gibt es Grenzkontrollen auf dem Weg nach Kroatien?
Kroatien gehört seit 2023 zum Schengenraum. Slowenien hat seine vorübergehenden Kontrollen an der Grenze zu Kroatien im Juni 2026 beendet. Stichproben bleiben möglich, deshalb sollte man Personalausweis oder Reisepass dabeihaben.

Braucht man für Dubrovnik einen Reisepass?
Nicht unbedingt. Über die Pelješac-Brücke bleibt man in Kroatien. Wer durch Neum fährt, überquert die Grenze zu Bosnien und Herzegowina und braucht einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Lohnt es sich, in Kroatien statt der Autobahn die Küstenstraße zu fahren?
Für die ganze Anreise eher nicht, die Magistrala braucht deutlich mehr Zeit. Einzelne Abschnitte lohnen sich aber sehr, etwa wenn man unterwegs bewusst an einem Ort Pause machen möchte. Wer im Sommer eine Fähre zu einer festen Uhrzeit erreichen muss, bleibt besser auf der Autobahn.

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Bildquelle: Jeswin Thomas / Unsplash

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