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Städte und Regionen 48 Min. Lesezeit

Zagreb: Sehenswürdigkeiten, Advent und Geschichten aus Kroatiens Hauptstadt

Zagreb mit Markuskirche und Kapelle in der Oberstadt

Zagreb kennt man vom Vorbeifahren.

Auf dem Weg ans Meer taucht der Name auf den Autobahnschildern auf, irgendwo zwischen der slowenischen Grenze und den ersten Kilometern Richtung Karlovac. Viele tanken hier noch einmal, kaufen eine Flasche Wasser und fahren weiter. Mit den Gedanken ist man da längst an der Küste.

Wer stattdessen die Ausfahrt nimmt, landet in einer Stadt, die mit dem Kroatien der Postkarten wenig zu tun hat. Auf dem Dolac stehen morgens die Kumice, wie man die Marktfrauen aus dem Umland hier nennt, unter roten Schirmen und verkaufen Käse, Sahne und Gemüse aus dem eigenen Garten. Am Samstagvormittag sind die Cafés in der Innenstadt so voll, dass man meinen könnte, halb Zagreb hätte sich verabredet. Und oben in der Oberstadt geht am frühen Abend ein Mann mit einem langen Stab von Laterne zu Laterne und zündet das Gaslicht an, so wie es hier seit mehr als 150 Jahren gemacht wird.

Zagreb hat kein Meer, keine Riva und keine Badebucht vor der Haustür. Dafür gibt es eine Oberstadt mit Geschichten aus dem Mittelalter, breite Parks aus der Zeit der Donaumonarchie, einen Friedhof, der eher an eine Parkanlage erinnert, und einen Advent, der bereits mehrfach zu Europas besten Weihnachtsdestinationen gehörte.

Dieser Artikel führt durch die bekannten Sehenswürdigkeiten von Zagreb und zu Orten, an denen viele Besucher vorbeilaufen, ohne sie zu bemerken. Dazu kommen die Adventszeit mit ihren Märkten, Lichtern und Eisbahnen sowie Tipps zu Anreise, Ausflügen in die Umgebung und zur besten Reisezeit.

Zagreb kurz und knapp

  • Lage: Nordkroatien, rund eine halbe Stunde von der slowenischen Grenze entfernt
  • Anreise: per Flug zum Flughafen Zagreb, mit dem Auto über Österreich und Slowenien (Vignetten beachten) oder mit dem Zug
  • Unterwegs: Die Innenstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, für längere Strecken fährt die Straßenbahn
  • Aufenthaltsdauer: zwei bis drei Tage für die Stadt, ein weiterer Tag für einen Ausflug in die Umgebung
  • Beste Reisezeit: Frühling und Herbst für Stadtspaziergänge, Dezember für den Advent
  • Advent 2026: 28. November 2026 bis 7. Januar 2027; einzelne Adventsangebote können bereits ab dem 25. November starten.
  • Nicht verpassen: das Steinerne Tor in der Oberstadt, den Dolac am Vormittag und die Gaslaternen in der Abenddämmerung

Zagreb auf einen Blick

Zagreb liegt im Norden Kroatiens, zwischen dem Bergrücken der Medvednica und dem Fluss Save, und ist mit Abstand die größte Stadt des Landes. Bis zur slowenischen Grenze sind es nur etwa eine halbe Stunde, bis zur Küste bei Rijeka gut zwei Stunden mit dem Auto.

Wer Zagreb verstehen möchte, beginnt am besten oben. Die Oberstadt, Gornji grad, besteht eigentlich aus zwei Teilen: Gradec und Kaptol. Über Jahrhunderte waren das zwei eigenständige Siedlungen auf zwei benachbarten Hügeln. Auf Kaptol saßen der Bischof und die Kirche, auf Gradec Handwerker und Kaufleute. Freundlich war das Verhältnis zwischen beiden nicht immer, und an manchen Stellen der Stadt erinnern noch heute Straßennamen daran. Erst 1850 wurden Gradec und Kaptol offiziell zu einer Stadt vereint.

Unterhalb der beiden Hügel breitet sich die Unterstadt aus, Donji grad. Sie entstand größtenteils im 19. und frühen 20. Jahrhundert, und das sieht man ihr an. Breite Straßen, Fassaden mit Stuck, Theater, Museen und eine Folge von Parks und Plätzen, die sich wie ein großes U durch die Innenstadt zieht. Wer aus Wien oder Budapest kommt, fühlt sich hier schnell vertraut. Mit dem dalmatinischen Steinhaus-Kroatien hat dieser Teil der Stadt dagegen wenig gemeinsam.

Dazwischen liegt der Trg bana Jelačića, der zentrale Platz, an dem sich Oberstadt und Unterstadt fast berühren. Von hier sind es nur ein paar Minuten zu Fuß hinauf zum Dolac, zur Kathedrale oder in die Gassen von Gradec.

Südlich der Save beginnt Novi Zagreb mit seinen Wohnvierteln aus der Nachkriegszeit. Im Norden dagegen steigt die Medvednica bis auf über 1.000 Meter an. Ihr höchster Punkt, das Sljeme, ist der Hausberg der Zagreber. Im Sommer wird dort gewandert, im Winter liegt oft Schnee, und an klaren Tagen reicht der Blick weit über die Stadt.

Auch sprachlich ist Zagreb anders als die Küste. Hier wird traditionell kajkavisch gesprochen. Wer fragen möchte, was los ist, sagt nicht „što“, sondern „kaj“. Wer aus Dalmatien kommt, merkt schon nach wenigen Sätzen, wie anders Zagreb klingt.

Zagreb ist Regierungssitz und Universitätsstadt, und unter der Woche merkt man das. Morgens drängen sich Pendler in die blauen Straßenbahnen, mittags sitzen Studierende auf den Bänken am Zrinjevac und auf dem Dolac wird um den Preis für ein Stück Käse verhandelt. Am Samstagvormittag ziehen sich viele Zagreber dann schick an, nicht für einen besonderen Anlass, sondern für einen Kaffee in der Innenstadt. Was es damit auf sich hat, folgt weiter unten.

Zagreb Sehenswürdigkeiten: vom Hauptplatz hinauf in die Oberstadt

Die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Zagreb liegen so nah beieinander, dass man sie gut zu Fuß verbinden kann. Ein guter Ausgangspunkt ist der Hauptplatz. Von dort geht es zum Markt, weiter hinauf nach Kaptol und Gradec und später wieder hinunter in die Unterstadt.

Trg bana Jelačića: unter der Uhr oder unter dem Schwanz

Wer sich in Zagreb verabredet, trifft sich fast immer hier. Und zwar entweder „pod satom“, unter der großen Uhr am Rand des Platzes, oder „pod repom“, unter dem Schwanz. Gemeint ist der Schwanz des Pferdes, auf dem Ban Josip Jelačić in der Mitte des Platzes reitet.

Jelačić war 1848 Ban von Kroatien, also Statthalter des Landes innerhalb der Habsburgermonarchie. Im selben Jahr bestätigte er mit seinem Bansko pismo, einem Erlass des Bans, die Abschaffung der Leibeigenschaft und der feudalen Abgaben in Kroatien und Slawonien. Das Reiterstandbild des Wiener Bildhauers Anton Dominik Fernkorn wurde im Dezember 1866 enthüllt. Für den Guss wurde unter anderem die Bronze eingeschmolzener Kanonen verwendet.

Lange blieb der Ban allerdings nicht ungestört. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1947 ließen die jugoslawischen Behörden das Denkmal abbauen, weil es ihnen zu sehr für kroatisches Nationalbewusstsein stand. Die Einzelteile verschwanden in einem Depot, der Sockel wurde zerstört. Erst 43 Jahre später kehrte Jelačić zurück, am 16. Oktober 1990, seinem Geburtstag.

Seitdem schaut er allerdings in eine andere Richtung. Früher blickte das Pferd nach Norden, heute nach Süden. Um die ursprüngliche Ausrichtung rankt sich die Geschichte, Jelačić habe symbolisch in Richtung Ungarn geblickt. Auch die Zagreber Tourismusorganisation greift diese Deutung auf. Bei der Wiederaufstellung 1990 wurde das Denkmal nach Süden gedreht, was besser zur inzwischen weit nach Süden gewachsenen Stadt und zur Gestaltung des Platzes passt.

In einer Ecke des Platzes liegt der Manduševac, ein Brunnen, um den sich eine der Legenden zur Entstehung des Stadtnamens rankt. Ein durstiger Ban soll ein Mädchen namens Manda gebeten haben, ihm Wasser zu schöpfen: „Mando, zagrabi!“ Aus dem „zagrabi“, schöpfe, sei später Zagreb geworden. Historisch belegt ist diese Herkunft des Namens allerdings nicht. Erzählt wird die Legende trotzdem bei fast jeder Stadtführung. Besucher werfen gerne eine Münze ins Wasser, weil sie der Überlieferung nach dann eines Tages nach Zagreb zurückkehren.

Rund um den Platz stehen Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten, Cafés, Geschäfte und Haltestellen, an denen fast alle Straßenbahnlinien der Innenstadt vorbeikommen. Ruhig ist es hier selten. Wer einen Moment innehält, sieht Menschen, die auf jemanden warten, Straßenbahnen, die klingeln, und Tauben, die das Pferd des Bans offenbar ebenso schätzen wie die Zagreber.

Dolac: Zagrebs Markt unter roten Schirmen

Nur wenige Treppenstufen oberhalb des Hauptplatzes liegt der Dolac. Schon von unten sieht man die roten Sonnenschirme, die über den Ständen aufgespannt sind. Der Markt wurde 1930 eröffnet und liegt genau zwischen den beiden alten Siedlungen Kaptol und Gradec. Für ihn musste damals ein ganzes kleines Viertel weichen.

Oben unter freiem Himmel gibt es Obst, Gemüse, Blumen, Kräuter und Eingelegtes, je nach Jahreszeit Kirschen, Pilze, Kürbisse oder Kastanien. In der Halle darunter werden Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukte verkauft. Besonders typisch für Zagreb ist „sir i vrhnje“, frischer Käse mit Sahne. Er wird von Frauen aus den Dörfern rund um die Stadt angeboten, oft nach Rezepten, die in der Familie seit Generationen gleich geblieben sind.

Diese Marktfrauen nennt man in Zagreb Kumice. Das Wort ist die Verkleinerungsform von „kuma“, was so viel wie Patin oder Taufpatin bedeutet. Eine Kumica ist also wörtlich ein „Patin­chen“. Mit einer Taufe hat das allerdings nichts zu tun. „Kuma“ war früher eine vertraute, respektvolle Anrede für Frauen vom Land, ungefähr so, wie man im Deutschen einst „Gevatterin“ sagte. Wer jahrelang bei derselben Frau Eier, Käse und Gemüse kaufte, sprach sie so an, und aus der Anrede wurde mit der Zeit die Bezeichnung für alle Marktfrauen der Stadt.

Neu ist das Bild der Kumice dabei nicht. Schon in einer Abgabenordnung von 1481 ist von Frauen die Rede, die Käse, Eier und ähnliche Waren auf dem Kopf in die Stadt bringen und dafür eine Abgabe zahlen mussten. Über Jahrhunderte kamen sie zu Fuß oder mit dem Fuhrwerk aus dem Prigorje und den Dörfern rund um Zagreb, die Körbe auf dem Kopf. Am Rand des Marktes erinnert seit 2006 eine Bronzefigur des Bildhauers Stjepan Gračan an sie: die Kumica Barica, mit Korb auf dem Kopf und dem Blick auf das Treiben zwischen den Ständen.

Wer heute auf dem Dolac einkauft, sollte sich ruhig auf ein Gespräch einlassen. Die Kumice wissen genau, was gerade Saison hat, wie man es zubereitet und wie es auf Zagreberisch heißt. Ein Bund Suppengemüse ist hier zum Beispiel ein „grincajg“, ein Wort, das man an der Küste vergeblich suchen würde.

Geöffnet ist der Dolac täglich ab dem frühen Morgen, an Sonntagen meist etwas kürzer. Der Markt ist allerdings ganz auf den Vormittag ausgerichtet. Bereits am frühen Nachmittag ist das Angebot deutlich kleiner, und nach und nach werden die Schirme zusammengeklappt. Wer die volle Auswahl und den typischen Trubel erleben möchte, kommt deshalb am besten vormittags, besonders schön ist es am Samstag. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen auf der Seite der Zagreber Märkte unter trznice-zg.hr.

Ein Schirm aus Šestine, der auch in Österreich zu Hause ist

Die roten Schirme auf dem Dolac erinnern an einen Gegenstand, den man in Zagreb in fast jedem Souvenirladen sieht: den Šestinski kišobran. Der Schirm aus Šestine, einem Ort am Fuß der Medvednica, gehörte ursprünglich zur Tracht dieser Gegend. Seine Geschichte reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück.

Erkennen kann man ihn leicht. Der Schirm ist aus rotem Baumwollstoff, am Rand verlaufen bunte Streifen, der Stock ist kräftig und aus Holz, und der Griff besteht aus einem natürlich gebogenen Kastanienast. Die Familie Cerovečki stellt die Schirme seit 1936 in Zagreb her. Ihr traditionelles Handwerk steht in Kroatien auf der Liste des geschützten immateriellen Kulturerbes.

Ganz so eindeutig kroatisch ist der Schirm allerdings nicht. Im Salzburger Lungau tragen die Menschen bei einem traditionellen Umzug ebenfalls rote Schirme, die dem Šestinski kišobran zum Verwechseln ähnlich sehen. Auch dort gibt es einen Schirmmacher, der sie anfertigt, und in Museen auf beiden Seiten werden alte Exemplare aufbewahrt. Wem der Schirm ursprünglich gehört, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. In Zagreb nimmt man das gelassen und kauft ihn trotzdem gern als Erinnerung.

Kaptol: die Kathedrale und eine Uhr, die um 7:03 Uhr stehen blieb

Vom Dolac sind es nur wenige Schritte hinüber zum Kaptol, dem historischen geistlichen Zentrum Zagrebs. Hier saß über Jahrhunderte der Bischof. Hier steht die Kathedrale Mariä Himmelfahrt, eines der Wahrzeichen Zagrebs. Ihre beiden neugotischen Türme gehörten über mehr als ein Jahrhundert zur unverwechselbaren Silhouette der Stadt. Nach dem Erdbeben von 2020 mussten die oberen Turmteile abgenommen werden; die Restaurierung dauert weiterhin an.

Ihr heutiges Aussehen bekam die Kathedrale erst Ende des 19. Jahrhunderts. Am Morgen des 9. November 1880 erschütterte ein schweres Erdbeben Zagreb und beschädigte die alte Kirche stark. Unter der Leitung des Architekten Hermann Bollé wurde sie anschließend nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil umgebaut. An das Beben erinnert bis heute ein kleines Detail: An der Kathedrale befindet sich eine alte Uhr, deren Zeiger seit dem Erdbeben stillstehen.

140 Jahre später wiederholte sich die Geschichte. Beim Erdbeben im März 2020 brach die Spitze eines der Türme ab, die Kathedrale wurde erneut schwer beschädigt. Es folgten jahrelange Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten. Seit Ende 2025 ist die Kathedrale wieder geöffnet und auch der Innenraum kann besichtigt werden. Die Restaurierung ist jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass weiterhin Gerüste und laufende Arbeiten zu sehen sein können.

Rund um die Kathedrale sind noch Teile der alten Befestigung erhalten. Bereits im 15. Jahrhundert wurde Kaptol mit Mauern und Türmen geschützt. Anfang des 16. Jahrhunderts entstand zusätzlich die mächtige Befestigungsanlage rund um die Kathedrale und den Bischofssitz, als die Gefahr osmanischer Angriffe immer näher rückte. Einige der massiven Rundtürme stehen bis heute. Direkt an den alten Befestigungen liegt heute die Terrasse eines Restaurants. Wo einst Mauern und Türme der Verteidigung dienten, sitzen heute Gäste bei Kaffee und kroatischer Küche.

Tkalčićeva und die Blutige Brücke

Von Kaptol führt die Tkalčićeva leicht bergab Richtung Unterstadt. Die Straße ist schmal und ein wenig geschwungen, links und rechts reihen sich niedrige, bunt gestrichene Häuser mit Cafés, Bars und Restaurants. Gegen Abend füllen sich die Terrassen, Gespräche und Stimmen ziehen durch die Straße, und zwischen den dicht gestellten Tischen bleibt manchmal gerade noch genug Platz zum Vorbeischlendern.

Die leichte Kurve hat einen Grund. Wo heute Menschen bei einem Glas Wein sitzen, floss früher der Bach Medveščak. Er trennte Kaptol und Gradec voneinander, an seinen Ufern standen Mühlen, und Handwerker nutzten sein Wasser. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bach unter die Erde verlegt und überbaut. Die Straße folgt bis heute seinem Lauf.

Eine kurze Gasse verbindet die Tkalčićeva mit der parallel verlaufenden Radićeva. Sie heißt Krvavi most, Blutige Brücke. Eine Brücke sucht man hier heute vergeblich, doch früher führte genau an dieser Stelle ein Übergang über den Medveščak und verband Kaptol mit Gradec. Die beiden Nachbarn lagen sich jahrhundertelang in den Haaren. Es ging um Grundstücke, Mühlen, Abgaben und Rechte, und immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der Name Blutige Brücke erinnert bis heute daran, obwohl Kaptol und Gradec längst zu einer Stadt zusammengewachsen sind.

Dass die Tkalčićeva nicht immer ein Ort für einen gemütlichen Abend war, gehört zu den überraschenderen Kapiteln ihrer Geschichte. Um 1900 befand sich hier Zagrebs Rotlichtviertel. Die Stadt hatte die Prostitution damals offiziell geregelt und die Bordelle in diesem Bereich konzentriert. Hinter den Fassaden, in denen heute Cafés, Bars und Restaurants liegen, ging es vor gut hundert Jahren also deutlich anders zu.

Kamenita vrata: das Bild, das nicht verbrannte

Über die Radićeva geht es bergauf nach Gradec. Oben führt der Weg durch das Steinerne Tor, Kamenita vrata. Von den mittelalterlichen Stadttoren Gradecs ist es das einzige, das bis heute erhalten geblieben ist.

Wer durch das Tor geht, wird automatisch langsamer. Im Durchgang ist es dämmrig, Kerzen flackern hinter einem Gitter, Menschen bleiben stehen, beten oder halten einfach einen Moment inne. Die Wände sind mit kleinen Steintafeln bedeckt, auf vielen steht nur ein Wort: „Hvala“, danke.

Der Grund dafür liegt fast 300 Jahre zurück. In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1731 brach in Gradec ein großer Brand aus, der auch das Steinerne Tor erfasste. In den Trümmern fand man anschließend ein Bild der Muttergottes mit dem Kind. Sein hölzerner Rahmen war verbrannt, das Bild selbst jedoch unversehrt geblieben. Für die Menschen in Zagreb galt das als Wunder. Noch im selben Jahr wurde das Bild in einem Altar im Durchgang des Tores aufgestellt, und der Ort entwickelte sich zu einer kleinen Andachtsstätte. 1991 wurde die Muttergottes vom Steinernen Tor offiziell zur Schutzpatronin Zagrebs erklärt. Ihr Fest am 31. Mai ist zugleich der Tag der Stadt Zagreb.

Gleich neben dem Tor steht eine Statue, die mit Religion nichts zu tun hat. Sie zeigt Dora Krupićeva, eine Figur aus August Šenoas Roman „Zlatarovo zlato“, „Das Gold des Goldschmieds“. Der Roman spielt im Zagreb des 16. Jahrhunderts, gilt als erster historischer Roman der kroatischen Literatur und gehört bis heute zu ihren Klassikern. Dora ist darin die Tochter des Goldschmieds Petar Krupić, dessen Haus und Werkstatt Šenoa in der Nähe des Steinernen Tors ansiedelte.

Markuskirche: ein Dach wie ein Wappenbuch

Markuskirche mit ihrem farbigen Wappendach am Marktplatz in Zagreb

Wenige Schritte weiter erreicht man den Markusplatz, Markov trg. In seiner Mitte steht die Kirche, die auf fast jeder Zagreb-Postkarte zu sehen ist. Ihr Dach ist mit bunt glasierten Ziegeln gedeckt, die zwei Wappen bilden. Links ist das Wappen des Dreieinigen Königreichs Kroatien, Dalmatien und Slawonien zu sehen, rechts das Wappen der Stadt Zagreb mit seiner weißen Stadtbefestigung und dem geöffneten Tor auf blauem Grund.

Die Kirche selbst ist deutlich älter als ihr bekanntes Dach. Ihre Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Aus dieser romanischen Bauphase ist unter anderem ein Fenster an der Südseite erhalten, während das reich mit Figuren geschmückte gotische Südportal aus dem späten Mittelalter stammt. Ihr berühmtes Ziegeldach bekam die Markuskirche erst bei der umfassenden Umgestaltung zwischen 1876 und 1882. Auch beim Erdbeben von 2020 wurde die Kirche beschädigt und anschließend restauriert. Wer sie von innen sehen möchte, sollte allerdings nicht mit den üblichen Öffnungszeiten einer Sehenswürdigkeit rechnen: Die Kirche ist vor allem zu Gottesdiensten zugänglich, und der Zutritt kann eingeschränkt sein. Aktuelle Gottesdienstzeiten und Hinweise veröffentlicht die Pfarrei St. Markus auf ihrer Website (kroatisch).

Rund um den Platz sitzt die kroatische Politik. Auf der einen Seite tagt das Parlament, der Sabor, auf der anderen befinden sich die Banski dvori, der Sitz der kroatischen Regierung. Zwischen Touristen mit Kameras gehören deshalb auch Sicherheitskräfte, Politiker und Regierungsmitarbeiter ganz selbstverständlich zum Bild des Markusplatzes.

Ein Kanonenschuss um zwölf

Am südlichen Rand von Gradec steht der Lotrščak, ein Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert. Er bewachte einst das südliche Stadttor Dverce. Seinen Namen verdankt der Turm einer Glocke, die abends läutete und die Menschen außerhalb der Stadtmauern daran erinnerte, rechtzeitig zurückzukehren, bevor die Tore geschlossen wurden. Sie trug den lateinischen Namen „campana latrunculorum“, die Diebes- oder Räuberglocke. Aus diesem Namen entwickelte sich im Zagreber Sprachgebrauch schließlich „Lotrščak“.

Heute ist der Lotrščak aus einem anderen Grund bekannt. Jeden Tag um Punkt zwölf Uhr feuert hier die Grič-Kanone einen Schuss ab, laut genug, dass Touristen erschrocken zusammenzucken und die Tauben auffliegen. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1877 zurück. Damals gab der Kanonenschuss den Glockenläutern der Zagreber Kirchen das Signal für die genaue Mittagszeit. Später hieß es, die Zagreber könnten nach dem Schuss ihre Uhren stellen. Heute braucht das wohl niemand mehr, aber der Knall um zwölf gehört noch immer zu Zagreb.

Natürlich gibt es dazu auch eine Legende. Als im 16. Jahrhundert ein osmanisches Heer vor Zagreb lagerte, soll aus der Stadt eine Kanonenkugel abgefeuert worden sein. Sie traf, so erzählt man, ausgerechnet den Hahn, der dem Heerführer gerade zum Essen gebracht werden sollte. Der deutete den erstaunlich präzisen Treffer als schlechtes Zeichen und zog mit seinen Männern ab. Wahr ist die Geschichte vermutlich nicht. Erzählt wird sie trotzdem gern, am liebsten kurz vor zwölf.

Wer auf den Lotrščak steigt, bekommt Zagreb noch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Von oben reicht der Blick über die Dächer der Oberstadt und hinunter in die Unterstadt, zur Kathedrale und weit über die Stadt hinaus. Gerade von hier lässt sich gut erkennen, wie dicht das alte Gradec und Kaptol beieinanderliegen und wie sich das jüngere Zagreb unterhalb der historischen Viertel ausbreitet. Der Aussichtspunkt ist dienstags bis freitags von 9 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 20 Uhr geöffnet, montags bleibt er geschlossen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, für Kinder und Jugendliche von 7 bis 18 Jahren 2 Euro (Stand: Oktober 2026).
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise gibt es auf der offiziellen Website des Lotrščak-Turms.

Strossmayer-Promenade: mit Matoš auf der Bank

Vom Lotrščak zieht sich die Strossmayerovo šetalište am Rand der Oberstadt entlang. Unten liegen die Dächer der Unterstadt, dahinter ist die Kathedrale zu sehen. Auf einer der Bänke sitzt ein Mann, die Beine übereinandergeschlagen und den Blick über Zagreb gerichtet. Es ist der Dichter Antun Gustav Matoš, der in seinen Texten immer wieder über die Stadt und das Leben in ihr schrieb. Die Skulptur aus Aluminium stammt von Ivan Kožarić und steht seit 1978 hier. Den Namen sollte man sich merken, denn ihm begegnet man in der Unterstadt noch einmal. Viele setzen sich für ein Foto neben Matoš, andere bleiben einfach einen Moment sitzen und schauen mit ihm über die Stadt.

Die Männer mit dem langen Stab

Wer in der Oberstadt bis zur Dämmerung bleibt, kann einer alten Zagreber Tradition begegnen. In Gradec, Kaptol und Opatovina stehen noch mehrere hundert historische Gaslaternen, die bis heute von Hand entzündet und am Morgen wieder gelöscht werden. Zuständig dafür sind die Nažigači, die Laternenanzünder. Mit einem gut drei Meter langen Stab gehen sie von Laterne zu Laterne und entzünden die Flammen. Vor Sonnenaufgang machen sie sich erneut auf den Weg und löschen das Licht wieder.

Die ersten Gaslaternen leuchteten in Zagreb am 31. Oktober 1863. Damals waren es 312, verteilt über Ober- und Unterstadt. Während die Gasbeleuchtung aus den meisten Straßen längst verschwunden ist, wird sie in der historischen Oberstadt bis heute gepflegt. Zwei Nažigači teilen sich die Arbeit und sind dafür an jedem Tag des Jahres unterwegs. Wer ihnen zusehen möchte, muss keine bestimmte Uhrzeit kennen: Ihre Runde richtet sich nach Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

Das Licht der Gaslaternen ist wärmer und weicher als das elektrische Licht unten in der Stadt. An einem Winterabend sieht Gradec dann fast so aus wie auf den alten Fotografien im Stadtmuseum.

Uspinjača: 66 Meter in einer Minute

Zurück in die Unterstadt geht es am bequemsten mit der Uspinjača, der Standseilbahn direkt unterhalb des Lotrščak. Seit 1890 verbindet sie die Oberstadt mit der Tomićeva in der Unterstadt. Ihre Strecke ist gerade einmal 66 Meter lang, die Fahrt dauert 64 Sekunden. Damit gilt sie als kürzeste Standseilbahn der Welt, die im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt wird.

Anfangs wurde sie mit einer Dampfmaschine betrieben, später auf elektrischen Betrieb umgestellt. 2025 und 2026 wurde die Uspinjača umfassend saniert und im Mai 2026 wiedereröffnet. Dabei bekam sie auch neue Wagen, deren Aussehen sich bewusst am historischen Vorbild orientiert. Zu Fuß ist man über die Treppen kaum langsamer, aber darum geht es bei einer Fahrt mit der Uspinjača eigentlich auch nicht.

Praktisch: Die Uspinjača fährt täglich von 6:30 bis 21:50 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Eine einfache Fahrt kostet 0,66 Euro (Stand: Oktober 2026). Tages-, Mehrtages-, Monats- und Jahreskarten des ZET gelten ebenfalls. Aktuelle Fahrzeiten und Preise gibt es direkt beim Zagreber Verkehrsbetrieb ZET.

Unter der Oberstadt: der Grič-Tunnel

Zwischen Mesnička und Radićeva führt ein Tunnel quer unter Gradec hindurch. Der Grič-Tunnel wurde 1943 während des Zweiten Weltkriegs als Schutzraum angelegt. Später geriet er für viele Jahre weitgehend aus dem öffentlichen Stadtleben, bevor er 2016 renoviert und für Fußgänger geöffnet wurde. Heute lässt sich Gradec auf rund 350 Metern einfach unterqueren, gelegentlich finden im Tunnel auch Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Wer an einem heißen Sommertag zwischen Ober- und Unterstadt unterwegs ist, wird die kühle Luft darin zu schätzen wissen.

Praktisch: Der Grič-Tunnel ist täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos. Die regulären Zugänge liegen an der Mesnička 12 und Radićeva 19. Bei Veranstaltungen können einzelne Eingänge vorübergehend geschlossen sein (Stand: Oktober 2026). Aktuelle Öffnungszeiten und Hinweise gibt es bei der Tourismusorganisation Zagreb (kroatisch).

Donji grad: Parks, Theater und eine Sonne aus Bronze

Mit dem Weg hinunter in die Unterstadt ändert sich das Bild. Die Straßen werden breiter und gerader, die Häuser höher, und an den Fassaden zeigt sich, wie sehr Zagreb im 19. Jahrhundert nach Wien und Budapest geschaut hat.

Das grüne Hufeisen

Mitten durch die Unterstadt zieht sich eine Folge aus Parks und repräsentativen Plätzen, die zusammen die Form eines großen U bilden. Die Zagreber nennen sie Zelena potkova, das grüne Hufeisen, oder Lenucijeva potkova. Ihren Namen trägt die Anlage nach Milan Lenuci, einem der Stadtplaner, die Zagrebs Unterstadt im späten 19. Jahrhundert entscheidend mitgestalteten. Parks, Alleen und Plätze wurden dabei mit Museen, Galerien und anderen bedeutenden Gebäuden verbunden. So entstand mitten in der wachsenden Stadt ein grünes Band, das bis heute einen großen Teil des Donji grad durchzieht.

Der bekannteste Teil ist der Zrinjevac. Unter alten Platanen stehen Bänke, in der Mitte ein schmiedeeiserner Musikpavillon, in dem an Sommerwochenenden Konzerte gespielt werden. Ein paar Schritte weiter steht eine schmale Säule, an der Passanten schon seit 1884 stehen bleiben, um Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit abzulesen. Die meteorologische Säule ist ein Detail, an dem viele vorbeigehen, ohne zu ahnen, dass sie eine kleine Wetterstation vor sich haben.

Am westlichen Arm des Hufeisens steht das Kroatische Nationaltheater, HNK, ein gelber Prachtbau aus dem Jahr 1895. Entworfen haben ihn die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, deren Theaterbauten in zahlreichen Städten der ehemaligen Habsburgermonarchie zu finden sind. Wer in Wien, Graz oder anderen Städten Mitteleuropas unterwegs war, dem dürfte die Architektur deshalb durchaus vertraut vorkommen. Vor dem Eingang liegt der „Brunnen des Lebens“, Zdenac života, von Ivan Meštrović, einem der bedeutendsten kroatischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Nackte Figuren unterschiedlichen Alters drängen sich dicht um die Wasserschale, ineinander verschlungen und zum Wasser hinabgebeugt. Meštrović schuf das Werk 1905, seit 1912 steht es vor dem Nationaltheater.

Am unteren Ende des Hufeisens liegt der Botanische Garten. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und ist ein ruhiger Ort mitten in der Stadt, mit Teichen, alten Bäumen und historischen Gewächshäusern. Vom Verkehr auf den Straßen ringsherum bekommt man zwischen den Pflanzen erstaunlich wenig mit.

Der Garten ist in der Regel von März bis Dezember geöffnet, Beginn und Ende der Saison können sich jedoch je nach Wetter verschieben. Aktuell öffnet er montags und dienstags von 9 bis 14:30 Uhr, von Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet 2 Euro (Stand: Oktober 2026). Im Winter bleibt der Garten geschlossen. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise gibt es auf der Website des Botanischen Gartens Zagreb.

Zagrebs verstecktes Sonnensystem

In der Bogovićeva, einer Fußgängerstraße voller Cafés, steht eine große Kugel aus Bronze, etwa zwei Meter im Durchmesser. Sie heißt Prizemljeno sunce, die „Geerdete Sonne“, und stammt von Ivan Kožarić, demselben Künstler, der oben in der Oberstadt Matoš auf die Bank gesetzt hat.

Als Kožarić seine Sonne 1971 erstmals im öffentlichen Raum aufstellte, löste die ungewöhnliche goldene Kugel erstaunlich heftige Reaktionen aus. Kožarić erinnerte sich später an einen Autofahrer, der mitten auf der Straße anhielt, ausstieg und kräftig gegen die Skulptur trat. Andere beschmierten oder beschädigten sie, schließlich wurde sie sogar angezündet. Das damalige Original bestand noch aus vergoldetem Fiberglas und wurde später zerstört. 1994 schuf Kožarić die heutige Version aus Bronze, die ihren festen Platz in der Bogovićeva bekam. Heute ist die Sonne ein beliebter Treffpunkt mitten in der Zagreber Innenstadt.

Doch die Sonne steht nicht allein in Zagreb. 2004 verteilte der Künstler Davor Preis neun kleine Edelstahlkugeln über die Stadt. Sie stellen die damals neun Planeten unseres Sonnensystems dar, und sowohl ihre Größe als auch ihre Entfernung zur Bronzesonne entsprechen demselben Maßstab. Merkur befindet sich 88 Meter entfernt in der Margaretska, die Erde 211 Meter entfernt in der Varšavska. Mars findet man in der Tkalčićeva, für die äußeren Planeten führt die Suche weit hinaus aus dem Zentrum. Pluto lag ursprünglich rund 8,8 Kilometer von der Sonne entfernt. Zusammen bildeten die zehn Kunstwerke ein maßstabsgetreues Sonnensystem, das sich quer durch Zagreb zieht.

Preis machte um seine Installation kaum Aufhebens und verriet auch die Standorte der Planeten nicht. Nach und nach machten sich Neugierige auf die Suche, darunter Zagreber Physikstudenten, bis schließlich alle gefunden waren. Wer heute nach ihnen sucht, muss genau hinschauen: Die kleinen Edelstahlkugeln sitzen unscheinbar an Hauswänden und Mauern und sind leicht zu übersehen. Nicht alle haben die Jahre überstanden. Pluto an der Aleja Bologne ist verschwunden, nur seine Tafel ist geblieben. Auch die Venus am Ban-Jelačić-Platz wurde bei einer Bestandsaufnahme 2025 nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz gefunden.

Für eine kleine Planetensuche durch die Innenstadt bieten sich deshalb vor allem Merkur in der Margaretska, die Erde in der Varšavska und Mars in der Tkalčićeva an. Sie liegen nah genug beieinander, um die Suche einfach in einen Spaziergang einzubauen.

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen

Wieder oben in Gradec, nur ein paar Schritte vom Lotrščak entfernt, liegt eines der ungewöhnlichsten Museen Zagrebs. Im Museum der zerbrochenen Beziehungen werden Dinge aufbewahrt, die nach dem Ende einer Liebe oder einer anderen persönlichen Beziehung übrig geblieben sind. Darunter finden sich ganz alltägliche Gegenstände ebenso wie kuriose Erinnerungsstücke, vom Spielzeughasen bis zur Axt. Zu jedem Exponat gehört die Geschichte, die der Mensch dahinter selbst beigesteuert hat. Namen spielen dabei keine Rolle. Was bleibt, sind ein Gegenstand und die Erinnerung, die an ihm hängt.

Die Idee stammt von den Zagreber Künstlern Olinka Vištica und Dražen Grubišić, die selbst einmal ein Paar waren. Nach ihrer Trennung 2003 stellten sie sich die Frage, was eigentlich mit all den Dingen geschehen soll, die von einer Beziehung übrig bleiben. Aus dem Gedanken wurde 2006 ein Kunstprojekt und bald darauf eine Wanderausstellung, die durch zahlreiche Länder reiste und unterwegs immer neue Erinnerungsstücke sammelte. 2010 bekam die Sammlung schließlich ein festes Zuhause in Zagreb. Bereits ein Jahr später erhielt das Museum den Kenneth Hudson Award des European Museum Forum, eine Auszeichnung für besonders ungewöhnliche und innovative Museumskonzepte.

Manche Geschichten bringen einen zum Lachen, andere schnüren einem die Kehle zu. Was zunächst kurios klingt, wird beim Lesen der persönlichen Geschichten schnell sehr menschlich. Dabei geht es längst nicht nur um gescheiterte Liebesbeziehungen. Auch Freundschaften, Familien, Abschiede und der Tod eines nahestehenden Menschen haben ihren Platz in der Sammlung.

Mirogoj: der Friedhof, auf dem alle ihren Platz haben

Nördlich der Innenstadt liegt Mirogoj, Zagrebs großer Stadtfriedhof. Schon am Eingang wird klar, dass dieser Ort weit mehr ist als eine Ansammlung von Gräbern. Lange Arkaden mit grünen Kuppeln ziehen sich an der Mauer entlang, Efeu wächst über die Fassaden, zwischen alten Bäumen stehen Grabmäler und Skulpturen. Der Architekt ist ein alter Bekannter: Hermann Bollé, der auch den Wiederaufbau der Zagreber Kathedrale nach dem Erdbeben von 1880 leitete. Ab 1879 entwarf er die monumentalen Arkaden und Kuppeln, die Mirogoj bis heute sein unverwechselbares Gesicht geben.

Mirogoj wurde 1876 eröffnet, und von Anfang an galt hier etwas, das damals keineswegs selbstverständlich war. Der neue städtische Friedhof stand Menschen aller Glaubensrichtungen offen. Zunächst war er in Bereiche für Katholiken, Orthodoxe, Protestanten und Juden gegliedert. Gleichzeitig schrieb sein Statut von 1876 fest, dass Angehörige aller Religionen auf Mirogoj die gleichen Rechte und Pflichten hatten. Heute finden sich auf Mirogoj katholische und orthodoxe Kreuze ebenso wie jüdische und muslimische Symbole. An den Gräbern lässt sich ablesen, wie vielfältig Zagreb über Generationen hinweg war.

Zwischen den Arkaden und alten Bäumen liegen Dichter, Politiker, Sportler, Wissenschaftler und Künstler, deren Namen zur kroatischen Geschichte gehören. Doch Mirogoj ist nicht nur wegen seiner berühmten Grabstätten einen Besuch wert. Unter den hohen Bäumen führen breite Wege vorbei an alten Grabmälern und Skulpturen, Efeu zieht sich über Mauern und Arkaden. Zu hören sind Schritte auf den Wegen, das Rascheln der Blätter und gelegentlich die Glocken der Friedhofskirche. Die Zagreber Innenstadt scheint hier deutlich weiter entfernt, als sie tatsächlich ist.

Ein ganz besonderer Tag auf Mirogoj ist Allerheiligen. Am 1. November kommen unzählige Menschen hierher, um die Gräber ihrer Familien zu besuchen und Kerzen zu entzünden. Am Abend leuchten überall Grablichter in Rot, Weiß und Gelb, und über den Wegen und Gräbern liegt ein warmer Schimmer. Wer zu dieser Zeit in Zagreb ist, kann Mirogoj an diesem Abend erleben, sollte dabei aber im Blick behalten, dass für die Menschen hier das Gedenken an ihre Verstorbenen im Mittelpunkt steht.

Praktisch: Vom Kaptol fährt die Buslinie 106 direkt nach Mirogoj und weiter zum Krematorium. Damit lässt sich der Friedhof auch ohne Auto unkompliziert von der Innenstadt aus erreichen.

Špica: Zagreb am Samstagvormittag

Am Samstag gegen elf ist in der Zagreber Innenstadt besonders viel los. Die Cafés rund um den Cvjetni trg und entlang der Bogovićeva füllen sich, auf den Straßen dazwischen wird flaniert, geredet und Kaffee getrunken. Viele haben sich schick gemacht, die Sonnenbrille sitzt, die Tasche passt zu den Schuhen. Einen besonderen Anlass gibt es nicht. Es ist Špica.

So nennen die Zagreber das samstägliche Ritual in der Innenstadt. Man erledigt vormittags noch einen Einkauf auf dem Dolac, trifft Freunde, trinkt Kaffee, schaut, wer vorbeigeht, und wird selbst gesehen. Wer schnell einen Espresso im Stehen trinkt, hat das Prinzip nicht verstanden. Eine Špica dauert, und gute Plätze werden nicht so schnell wieder freigegeben.

Wer Zagreb nicht nur besichtigen, sondern ein wenig vom Alltag der Stadt mitbekommen möchte, sollte sich einfach dazusetzen. Einen Tisch suchen, einen Kaffee bestellen und zuschauen. Warum ein Kaffee in Kroatien so viel mehr ist als ein Getränk, steht im Artikel: Kava in Kroatien.

Grüne Seiten: Maksimir, Jarun und Sljeme

Zagreb hat kein Meer, dafür aber Parks, Seen und direkt vor der Stadt einen bewaldeten Berg. Maksimir, Jarun und Sljeme sind drei ganz unterschiedliche Orte, an denen die Zagreber spazieren gehen, Sport treiben, baden oder einfach ein paar Stunden draußen verbringen.

Maksimir liegt im Osten der Stadt und gehört zu den ältesten öffentlichen Parks Südosteuropas. Bischof Maksimilijan Vrhovac ließ ihn Ende des 18. Jahrhunderts anlegen, 1794 wurde er für die Bevölkerung geöffnet. Heute führen Wege durch alte Eichenwälder, über Wiesen und an mehreren Seen vorbei. Familien kommen zum Spazieren und Picknicken, auf den Wegen sind Jogger und Hundebesitzer unterwegs, dazwischen stehen historische Pavillons aus dem 19. Jahrhundert. Auch der Zagreber Zoo liegt mitten im Park.

Jarun im Südwesten ist der große Freizeitsee der Zagreber. Das Gebiet wurde bereits zuvor als Sport- und Erholungszentrum entwickelt und für die Universiade 1987 umfassend ausgebaut. Auf der Regattastrecke trainieren bis heute Ruderer und Kanuten. Im Sommer wird an den Stränden gebadet, rund um den See Rad gefahren, gelaufen und gegrillt, und am Abend füllen sich die Lokale am Wasser. Wer Zagreb im Juli oder August erlebt, merkt schnell, wie wichtig Jarun an heißen Tagen für die Stadt ist.

Sljeme ist mit 1.033 Metern der höchste Punkt der Medvednica, des bewaldeten Gebirges unmittelbar nördlich von Zagreb. Hinauf geht es mit dem Auto, zu Fuß über zahlreiche Wanderwege oder mit der Seilbahn von Gračansko dolje, die für die rund fünf Kilometer lange Strecke etwas mehr als 16 Minuten braucht. Wer die Medvednica erkundet, kann außerdem Medvedgrad besuchen, eine mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert am Südhang des Gebirges. Von dort reicht der Blick weit über Zagreb. Aktuelle Betriebszeiten und mögliche Wartungspausen der Seilbahn gibt es beim Zagreber Verkehrsbetrieb ZET.

Im Winter zeigt Sljeme noch eine andere Seite. An seinen Hängen wird Ski gefahren, und viele Jahre gehörte der Berg sogar zum alpinen Ski-Weltcup. Bei der Snow Queen Trophy traten hier einige der besten Slalomfahrerinnen und Slalomfahrer der Welt an. Besonders eng ist die Geschichte des Rennens mit Janica und Ivica Kostelić verbunden, die in Zagreb aufwuchsen und auf Sljeme trainierten. Seit 2023 hat hier allerdings kein Weltcuprennen mehr stattgefunden.

Advent in Zagreb 2026: Termine, Orte und Tipps

Ende November wird es in Zagreb früh dunkel, und genau dann fängt die Stadt an zu leuchten. In den Platanen am Zrinjevac hängen unzählige kleine Lichter, auf den Plätzen stehen Holzhütten, aus denen es nach Glühwein, gebratenen Würsten und Zimt riecht. Auf dem Tomislavac drehen Eisläufer ihre Runden, von irgendwoher kommt Musik, und ein paar Straßen weiter wartet schon der nächste Adventsplatz.

Weihnachtlich beleuchteter Adventsmarkt am Abend in Zagreb

Zagreb hat mit seinem Advent etwas Besonderes geschaffen. Er findet nicht auf einem einzelnen Weihnachtsmarkt statt, sondern verteilt sich über Plätze, Parks und Straßen der Stadt. Zrinjevac, Tomislavac und der Ban-Jelačić-Platz gehören ebenso dazu wie weitere Orte in der Ober- und Unterstadt. Internationale Aufmerksamkeit bekam der Zagreber Advent vor allem durch eine ungewöhnliche Erfolgsserie: Dreimal in Folge wurde Zagreb bei European Best Destinations als beste europäische Weihnachtsdestination ausgezeichnet.

Während Zagreb mit seinen Adventsmärkten Besucher anzieht, wird Weihnachten in Kroatien auch von alten Familienbräuchen geprägt. Dazu gehören der Weihnachtsweizen, die Mitternachtsmesse und Traditionen, die sich von Region zu Region unterscheiden.

Wann ist Advent in Zagreb 2026?

Der Advent in Zagreb beginnt offiziell am Samstag, 28. November 2026, und endet am 7. Januar 2027. Damit erstreckt sich das Programm über die gesamte Adventszeit, Weihnachten, Silvester und die ersten Januartage.

Traditionell wird der Zagreber Advent am ersten Wochenende mit mehreren Veranstaltungen in der Innenstadt eröffnet. Dazu gehörten in vergangenen Jahren das Entzünden der ersten Adventskerze auf dem Ban-Jelačić-Platz, die Eröffnung des Eisparks am Tomislavac und die festliche Beleuchtung des Zrinjevac.

Die schönsten Orte im Zagreber Advent

Trg bana Jelačića: Der Hauptplatz gehört traditionell zu den zentralen Orten des Zagreber Advents. Rund um den Manduševac wird die erste Adventskerze entzündet, dazu kommen Weihnachtsdekoration, Veranstaltungen und gastronomische Angebote. Wer mitten im Trubel sein möchte, ist hier richtig.

Zrinjevac: Unter den alten Platanen wird der Park jedes Jahr mit unzähligen Lichtern geschmückt. Rund um den Musikpavillon stehen Adventshütten, dazu gibt es Konzerte und andere Veranstaltungen. Gerade am Wochenende kann es hier ziemlich voll werden.

Tomislavac und der Eispark: Der Platz vor dem gelben Kunstpavillon gehört seit Jahren zu den auffälligsten Adventsorten der Stadt. In den vergangenen Jahren verwandelten eine große Eisfläche, beleuchtete Wege und Musik den Tomislavac in einen winterlichen Treffpunkt mitten in Zagreb. Ob und in welcher Form der Eispark 2026 stattfindet und ob Zeitfenster gebucht werden müssen, ist derzeit noch nicht veröffentlicht (Stand: 5. Oktober 2026).

Europski trg und Strossmayerov trg: Auch diese beiden Plätze gehören regelmäßig zum Adventsprogramm. Hier stehen Hütten, es gibt Streetfood und Konzerte, und die Flächen sind kleiner als die großen Adventsschauplätze am Zrinjevac und Tomislavac.

Oberstadt: Auch Gradec wird regelmäßig in den Advent einbezogen. Besonders schön ist ein Spaziergang am frühen Abend, wenn die Gaslaternen brennen und von der Strossmayer-Promenade die Lichter der Unterstadt zu sehen sind. In den vergangenen Jahren gehörte außerdem „Advent pod lanternom“ zum Programm. Dabei ziehen die Nažigači durch die Oberstadt und entzünden die historischen Gaslaternen, begleitet von weihnachtlicher Musik. Das Programm fand auch 2025 statt; ob und an welchen Tagen es 2026 angeboten wird, ist derzeit noch nicht veröffentlicht (Stand 05. Oktober 2026).

Neben den großen Adventsorten im Zentrum lohnt sich auch ein Blick in die Stadtviertel. Am Kvaternikov trg, den die Zagreber einfach Kvatrić nennen, ist der Advent stärker Nachbarschaftssache. Hier trifft man sich nach der Arbeit, begegnet Bekannten aus dem Viertel und bleibt noch auf ein Glas zusammen. Wer zwischen all den Lichtern und großen Adventskulissen auch etwas vom Zagreber Alltag mitbekommen möchte, ist hier richtig. Ob Kvatrić 2026 wieder zum offiziellen Adventsprogramm gehört, ist derzeit noch nicht bestätigt (Stand: 05. Oktober 2026).

Was man im Zagreber Advent probieren sollte

Fritule sind kleine frittierte Teigbällchen und gehören für viele zum kroatischen Advent einfach dazu. Traditionell werden sie mit Puderzucker bestreut, an den Adventsständen gibt es sie längst auch mit Schokolade, Karamell und anderen süßen Toppings.

Kuhano vino ist die kroatische Variante des Glühweins. Neben der klassischen roten Version gibt es ihn auch aus Weißwein, gewürzt mit Zimt, Nelken, Zitrusfrüchten und je nach Rezept weiteren Gewürzen.

Kobasice sind ein Klassiker an den Zagreber Adventsständen. Die gegrillten Würste werden meist mit Senf und Brot serviert, je nach Stand kommen Sauerkraut oder andere Beilagen dazu. Unkompliziert, herzhaft und schnell gegessen, bevor es zum nächsten Adventsplatz weitergeht.

Sarma gehört zur kroatischen Winterküche und passt besonders gut in die Adventszeit. Für die kleinen Rouladen werden Blätter von Sauerkraut mit Hackfleisch und Reis gefüllt und langsam gegart, häufig zusammen mit geräuchertem Fleisch. In Zagreb wird Sarma traditionell mit Kartoffelpüree serviert. Damit landet auf dem Adventsteller ein Gericht, das in Kroatien auch zu Hause an Winter- und Feiertagen auf den Tisch kommt.

Štrukli gehören dagegen zur traditionellen Küche Zagrebs und des benachbarten Hrvatsko Zagorje. Der dünne Teig wird mit frischem Käse und Sauerrahm gefüllt, anschließend werden die Štrukli gekocht oder im Ofen überbacken. Wer sie auf einer Adventskarte entdeckt, bekommt damit etwas deutlich Regionaleres als die üblichen Weihnachtsmarktklassiker.

Germknedle, also Germknödel, sind keine ursprünglich kroatische Spezialität, erzählen aber viel über Zagrebs mitteleuropäische Küche. Die großen Hefeknödel mit Pflaumenfüllung stammen aus der österreichischen Küche und werden heiß mit Vanillesoße, Mohn oder anderen süßen Toppings serviert. Auf dem Zagreber Advent gehören sie inzwischen zu den Klassikern.

Licitar: das rote Herz aus Zagreb

Zwischen Glühwein, Fritule und Weihnachtsschmuck begegnet man auf dem Zagreber Advent immer wieder einem Souvenir, das sofort ins Auge fällt: dem Licitar. Die roten Herzen aus Teig sind mit weißen Ornamenten, bunten Blüten und manchmal einem kleinen Spiegel verziert. Gerade zur Weihnachtszeit werden sie als Anhänger und Baumschmuck verkauft, ihre Geschichte reicht aber viel weiter zurück als der Zagreber Advent.

Licitari werden tatsächlich aus einem Teig aus Mehl, Zucker, Wasser und Natron hergestellt. Nach dem Backen werden sie getrocknet, mit essbarer Farbe bemalt und von Hand verziert. Grundsätzlich sind sie essbar, die aufwendig dekorierten Herzen werden heute jedoch vor allem verschenkt oder als Schmuck verwendet. Das Herz ist das bekannteste Motiv und spielte traditionell auch bei Hochzeiten und anderen besonderen Anlässen eine Rolle.

Seit 2010 gehört das Lebkuchenhandwerk Nordkroatiens zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Noch heute wird die Tradition in Familienbetrieben und Werkstätten in Nordkroatien gepflegt. Wer auf dem Zagreber Advent ein handgefertigtes Licitar kauft, nimmt deshalb nicht einfach Weihnachtsschmuck mit nach Hause, sondern ein Stück nordkroatisches Handwerk.

Praktische Tipps für den Advent in Zagreb

  • Unter der Woche statt am Wochenende: Freitag- und Samstagabend gehören zu den vollsten Zeiten. Wer Zrinjevac, Hauptplatz und die anderen Adventsorte etwas entspannter erleben möchte, sollte nach Möglichkeit unter der Woche kommen oder am Wochenende schon am Nachmittag losziehen.
  • Unterkunft früh buchen: Die Adventswochenenden sind eine beliebte Reisezeit für Zagreb. Besonders bei zentral gelegenen Unterkünften lohnt es sich, nicht bis kurz vor der Reise zu warten.
  • Das Auto stehen lassen: Die meisten Adventsorte im Zentrum liegen nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erreichen. Für längere Strecken sind die Zagreber Straßenbahnen meist die einfachste Lösung. Wer mit dem Auto anreist, muss es deshalb nicht mit in die Innenstadt nehmen.
  • Auf kalte Abende vorbereitet sein: Im Dezember liegen die Temperaturen tagsüber häufig nur bei wenigen Grad über null, nachts kann es frieren. Schnee ist möglich, aber längst nicht in jedem Zagreber Advent selbstverständlich. Warme Schuhe sind mindestens so wichtig wie eine dicke Jacke.
  • Nicht erst nach Einbruch der Dunkelheit losgehen: Am Nachmittag lassen sich Oberstadt, Märkte und Sehenswürdigkeiten gut mit dem Advent verbinden. Wenn anschließend die Lichter angehen, ist man schon mittendrin und muss sich nicht erst durch die vollsten Straßen ins Zentrum bewegen.

Was isst und trinkt man in Zagreb?

Sarma und Štrukli kamen bereits im Adventsteil vor, doch Zagrebs Küche verdient auch außerhalb der Weihnachtszeit einen eigenen Blick. Denn kulinarisch liegt zwischen Zagreb und der Adriaküste eine kleine Welt. Während in Dalmatien Fisch, Olivenöl und mediterrane Kräuter die Küche bestimmen, spielen hier Fleisch, Milchprodukte, Teig und Kraut eine viel größere Rolle. Die Einflüsse Mitteleuropas sind deutlich zu schmecken: Wien und Budapest sind Zagreb kulinarisch näher als das Meer.

Štrukli: Teig, Käse und viel Geduld

Štrukli gehören zu den bekanntesten Spezialitäten Zagrebs und des benachbarten Zagorje. Für den Teig braucht es tatsächlich etwas Übung: Er wird so dünn ausgezogen, dass man beinahe hindurchsehen kann. Darauf kommt eine Füllung aus frischem Kuhmilchkäse, Eiern und Sauerrahm. Anschließend wird der Teig aufgerollt, in einzelne Stücke geteilt und entweder in Wasser gekocht oder mit Sauerrahm im Ofen überbacken, bis die Oberfläche goldbraun ist.

Ihre Heimat liegt im Hrvatsko Zagorje, der hügeligen Region nördlich von Zagreb, wo Štrukli seit Generationen zur traditionellen Küche gehören. In Zagreb stehen sie heute in vielen Restaurants auf der Karte, gekocht oder überbacken, herzhaft und manchmal auch süß. Sie können Vorspeise, kleine Mahlzeit oder Dessert sein und sind eines der Gerichte, bei denen Zagrebs Verbindung zum nördlichen Kroatien besonders deutlich wird.

Purica s mlincima und Zagrebački odrezak

Purica s mlincima ist gebratener Truthahn mit Mlinci, dünnen Teigfladen, die gebacken und getrocknet werden. Vor dem Servieren bricht man sie in Stücke, übergießt sie kurz mit heißem Wasser und vermischt sie anschließend mit dem Bratensaft des Fleisches. Das Gericht stammt aus dem nordkroatischen Raum und ist besonders mit dem Zagorje verbunden. Traditionell kommt es vor allem an Feiertagen und bei Familienfesten auf den Tisch.

Ein weiterer Zagreber Klassiker ist der Zagrebački odrezak. Dafür wird ein dünnes Schnitzel mit Schinken und Käse gefüllt, paniert und ausgebacken. Ein bisschen erinnert es an ein Cordon bleu, trägt seinen Zagreber Namen aber nicht ohne Grund: Das Gericht entstand als lokale Variante des panierten Schnitzels und gehört seit Jahrzehnten zur traditionellen Restaurantküche der Stadt.

Kremšnita aus Samobor

Eine der bekanntesten Süßspeisen rund um Zagreb kommt aus Samobor, einer kleinen Stadt westlich der Hauptstadt. Die Samoborska kremšnita besteht aus zwei dünnen Blätterteigschichten, zwischen denen eine hohe, luftige Creme aus Eiern, Milch, Zucker und Vanille steckt. Obenauf kommt lediglich Puderzucker. Seit 2021 ist die Samoborska kremšnita als immaterielles Kulturgut Kroatiens geschützt.

Natürlich bekommt man auch in Zagreb Kremšnita, doch für das Original lohnt sich später noch ein kleiner Ausflug vor die Tore der Stadt. Denn Samobor hat deutlich mehr zu bieten als seine berühmteste Süßspeise.

Wein aus den Hügeln vor Zagreb

Nur eine knappe Autostunde von Zagreb entfernt beginnen rund um Jastrebarsko die Weinberge der Plešivica. Rebstöcke ziehen sich über die sonnigen Hänge, dazwischen liegen kleine Dörfer und Weingüter. Plešivica ist die kleinste Weinregion Kroatiens und zugleich eine der bekanntesten des Landes. Wein wird hier seit sehr langer Zeit angebaut, doch in den vergangenen Jahren hat sich die Region vor allem mit ihren Schaumweinen einen Namen gemacht.

Das Klima der höheren, kühleren Lagen kommt Rebsorten wie Riesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir entgegen. Eine besondere Rolle spielt außerdem Portugizac. Der junge, fruchtige Rotwein kommt kurz nach der Lese auf den Markt und gehört traditionell zum Herbst in der Region. Das eigentliche Aushängeschild der Plešivica sind heute jedoch ihre Schaumweine. Einige Winzer experimentieren außerdem mit Naturweinen und dem Ausbau in Amphoren.

Durch die Hügel führt die Plešivička vinska cesta, die Weinstraße von Plešivica. Rund 30 Weingüter verteilen sich entlang der Strecke, darunter einige Namen, die auch außerhalb Kroatiens Aufmerksamkeit bekommen haben. Dazwischen liegen kleine Dörfer, alte Weinkeller und immer wieder Aussichtspunkte über die Weinberge. Wer mehr Zeit mitbringt, findet in der Gegend außerdem Wander- und Radwege sowie eine eigene Käsestraße.

Für einen Ausflug von Zagreb ist ein Auto die praktischste Möglichkeit. Es lohnt sich, vorher ein oder zwei Betriebe auszuwählen und dort einen Besuch oder eine Verkostung zu vereinbaren. So wird aus dem kleinen Abstecher ein Nachmittag zwischen Weinbergen, Kellern und den Menschen, die hier ihren Wein herstellen.

Ausflüge von Zagreb: Samobor, Zagorje und Varaždin

Auch außerhalb Zagrebs gibt es einiges zu entdecken. Samobor liegt nur eine kurze Fahrt von der Hauptstadt entfernt, im Zagorje verteilen sich Burgen, Schlösser und kleine Orte über die Hügel, und Varaždin zeigt mit seinen barocken Fassaden noch einmal ein ganz anderes Kroatien. Alle drei Ziele lassen sich gut als Tagesausflug von Zagreb aus erreichen. Wer mehrere Tage in der Stadt verbringt, sollte deshalb ruhig einen davon für die Umgebung reservieren.

Samobor: Kremšnita und Kleinstadt

Etwa eine halbe Stunde westlich von Zagreb liegt Samobor, seit Generationen ein beliebtes Ausflugsziel der Zagreber. Im Zentrum liegt der Trg kralja Tomislava mit seinen Cafés und bunten Fassaden. Nur wenige Schritte weiter fließt die Gradna durch den Ort, kleine Brücken verbinden die Straßen auf beiden Seiten des Bachs.

Samobor lässt sich gut zu Fuß erkunden. Vom Zentrum führt der Weg hinauf nach Anindol und weiter durch den Wald zur Ruine des Stari grad Samobor. Die mittelalterliche Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und liegt heute als überwachsene Ruine oberhalb der Stadt. Von dort geht es zurück ins Zentrum, wo dann auch die Kremšnita aus dem vorherigen Kapitel wieder ins Spiel kommt: Rund um den Hauptplatz gibt es mehrere Cafés und Konditoreien, in denen die Samoborska kremšnita serviert wird.

Eine ganz andere Seite zeigt Samobor zur Faschingszeit. Beim Samoborski fašnik übernimmt für einige Tage der Karneval die Stadt. Die Tradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und gehört heute zu den bekanntesten Faschingsveranstaltungen Kroatiens.

Zagorje: Burgen, Hügel und ein Neandertaler

Nördlich von Zagreb beginnt das Zagorje, eine Landschaft aus sanften Hügeln, kleinen Weinbergen, Kapellen und Dörfern. Hier stammen Štrukli und Purica s mlincima her, und an Sonntagen sind die Gasthäuser voll mit Familien aus der Stadt.

Das bekannteste Ziel ist die Burg Trakošćan, die auf einem bewaldeten Hügel über einem See thront. Im Inneren sind Möbel, Waffen, Bücher und Porträts aus dem Besitz der Familie Drašković zu sehen, der die Burg vom 16. Jahrhundert bis 1945 gehörte. Rund um den See erstreckt sich ein großer Waldpark, durch den Spazierwege führen.

In Kumrovec, dem Geburtsort von Josip Broz Tito, zeigt das Freilichtmuseum Staro selo, wie die Menschen im Zagorje im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert lebten. Alte Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude und Werkstätten zeigen unter anderem den Alltag von Schmieden, Töpfern und Webern. Gleich am Eingang steht das Geburtshaus Titos.

Eine echte Besonderheit liegt in Krapina. 1899 begann der Paläontologe Dragutin Gorjanović-Kramberger am Hušnjakovo-Hügel mit Ausgrabungen, die sechs Jahre dauern sollten. Dabei kamen rund 900 fossile Knochenreste von Neandertalern und mehr als 1.000 Steinwerkzeuge ans Licht. Die Funde sind etwa 125.000 Jahre alt und bilden die größte Neandertaler-Fossiliensammlung, die bislang an einem einzigen Fundort entdeckt wurde.

Direkt neben dem berühmten Fundort steht heute das Neandertalermuseum von Krapina. Die Ausstellung erzählt nicht nur von den Neandertalern, sondern führt mit Rekonstruktionen und multimedialen Stationen durch die Entwicklung des Lebens und die Geschichte der menschlichen Evolution. Auch mit Kindern ist das Museum ein gutes Ziel, weil vieles anschaulich und interaktiv vermittelt wird.

Varaždin: die frühere Hauptstadt

Varaždin liegt etwa eine Stunde nördlich von Zagreb und besitzt eines der geschlossensten Barockensembles Kroatiens. Palais, Kirchen und Bürgerhäuser stehen dicht beieinander, und am Rand der Altstadt erhebt sich der Stari grad mit seinen weißen Mauern, Türmen und dem ehemaligen Wassergraben. 1767 wurde Varaždin zum Sitz der kroatischen Regierung und damit für wenige Jahre zur Hauptstadt des Landes. Ein verheerender Brand zerstörte 1776 große Teile der Stadt. Danach wurden die Regierungsinstitutionen wieder nach Zagreb verlegt.

Ende August übernimmt beim Špancirfest für mehrere Tage das Straßenleben die Altstadt. Musiker, Straßenkünstler und Theatergruppen treten zwischen den historischen Fassaden auf, dazu kommen Konzerte, Marktstände und Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt. Einen ungewöhnlichen Kontrast dazu bildet der Varaždiner Friedhof: Seine streng geschnittenen Hecken, Alleen und geometrisch angelegten Grünflächen lassen ihn stellenweise eher wie einen historischen Park als wie einen klassischen Friedhof erscheinen.

Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen liegen rund 140 Kilometer von Zagreb entfernt und sind in etwa zwei bis zweieinhalb Stunden mit dem Auto erreichbar. Ein Tagesausflug ist möglich, wird mit Hin- und Rückfahrt und mehreren Stunden im Nationalpark allerdings zu einem langen Tag. Wer die Seen ohne Zeitdruck erleben möchte, bleibt besser über Nacht in der Nähe.

Alles zu Eingängen, Routen und der besten Zeit für einen Besuch steht im Artikel: Plitvicer Seen in Kroatien.

Wie kommt man nach Zagreb?

Zagreb liegt im Norden Kroatiens und ist aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf verschiedenen Wegen gut erreichbar. Mit dem Auto ist die Strecke deutlich kürzer als zu vielen Urlaubsorten an der Adriaküste, gleichzeitig gibt es Flug-, Bahn- und Busverbindungen in die kroatische Hauptstadt.

Mit dem Flugzeug

Der internationale Flughafen Franjo Tuđman liegt etwa 17 Kilometer südöstlich des Zagreber Zentrums. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Direktverbindungen nach Zagreb, je nach Abflugort und Saison variiert das Angebot.

Vom Flughafen fährt der Pleso-Shuttlebus zum zentralen Busbahnhof von Zagreb. Die Fahrt dauert etwa 35 bis 40 Minuten, anschließend geht es mit der Straßenbahn weiter ins Zentrum. Eine günstigere Alternative im öffentlichen Nahverkehr ist die ZET-Buslinie 290, die am Flughafen hält und bis zum Kvaternikov trg fährt. Taxis stehen ebenfalls vor dem Terminal bereit.

Mit dem Auto

Aus Süddeutschland führt die schnellste Route nach Zagreb meist über Österreich und Slowenien. Für die Autobahnen und Schnellstraßen wird dort grundsätzlich eine Vignette benötigt. In Österreich fällt auf bestimmten Strecken zusätzlich eine gesonderte Streckenmaut an, etwa für einige Tunnel und Alpenquerungen.

In Kroatien wird die Autobahnmaut derzeit noch nach der gefahrenen Strecke berechnet. Zum 1. März 2027 soll mit Crolibertas ein neues elektronisches Mautsystem starten, bei dem der Verkehr ohne Halt an Mautstationen weiterfließt. Wer nach der Umstellung mit dem Auto nach Kroatien fährt, sollte sich vor der Reise über die dann geltende Registrierung und Bezahlung informieren. Wo man unterwegs die erste Kava trinkt, welche Kapellen an den Tunneln der A1 stehen und wann man das Meer zum ersten Mal sieht, verrät der Artikel: Mit dem Auto nach Kroatien, mit allen Infos zu Maut und Vignetten.

Mit dem Auto sollte man vor allem die Parksituation im Blick behalten. Im Zagreber Zentrum gelten verschiedene gebührenpflichtige Parkzonen, und gerade in zentraler Lage kann die Suche nach einem freien Platz mühsam werden. Wer mit dem eigenen Auto anreist, ist deshalb mit einer Unterkunft mit eigenem Parkplatz oder Garage gut beraten.

Mit Zug und Bus

Auch mit der Bahn ist Zagreb gut erreichbar. Besonders praktisch ist der direkte Nachtzug, der täglich von Stuttgart über München, Salzburg, Villach und Ljubljana nach Zagreb fährt. Zur Auswahl stehen Sitz-, Liege- und Schlafwagen. Aus anderen deutschen Städten führen die Verbindungen meist mit einem oder mehreren Umstiegen in die kroatische Hauptstadt.

Der Zagreber Hauptbahnhof liegt direkt am Trg kralja Tomislava und damit bereits mitten in der Unterstadt. Vom Bahnhof sind es zu Fuß nur etwa zehn Minuten bis zum Ban-Jelačić-Platz.

Auch Fernbusse verbinden Zagreb mit zahlreichen europäischen Städten. Sie kommen am zentralen Autobusni Kolodvor Zagreb an. Von dort fährt die Straßenbahnlinie 6 in etwa zehn Minuten zum Ban-Jelačić-Platz.

Unterwegs in Zagreb

Die Innenstadt von Zagreb lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Zwischen Ban-Jelačić-Platz, Dolac, Oberstadt und Zrinjevac sind die Wege kurz, und viele Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt. Für längere Strecken, etwa nach Maksimir, zum Jarun oder zum Busbahnhof, sind Straßenbahn und Bus praktisch. Die blauen Straßenbahnen gehören dabei längst zum Zagreber Stadtbild.

Einzelfahrkarten gibt es für 30, 60 oder 90 Minuten. Aktuell kosten sie 0,53 Euro, 0,93 Euro beziehungsweise 1,33 Euro; beim Kauf direkt beim Fahrer sind sie teurer. Papierkarten sind unter anderem an Kiosken erhältlich und müssen nach dem Einsteigen entwertet werden. Alternativ lassen sich Tickets über die App Moj ZET kaufen. Wer an einem Tag häufiger fährt, kann für 3,98 Euro eine Tageskarte nutzen.

Für einen längeren Aufenthalt kann auch die Zagreb Card interessant sein. Sie umfasst die unbegrenzte Nutzung von Straßenbahnen und Bussen in Zone 1 sowie freien Eintritt in mehrere Museen und den Zagreber Zoo. Hinzu kommen weitere Ermäßigungen. Ob sich die Karte rechnet, hängt deshalb vor allem davon ab, wie viele der enthaltenen Sehenswürdigkeiten man besuchen möchte.

Wie viele Tage sollte man für Zagreb einplanen?

Für die Oberstadt, den Dolac, die Unterstadt und ein oder zwei Museen sind zwei volle Tage eine gute Größe. Wer drei Tage bleibt, kann zusätzlich Mirogoj, Maksimir oder andere Ziele etwas außerhalb des Zentrums einplanen und sich insgesamt mehr Zeit für die Stadt nehmen. Fällt der Aufenthalt auf ein Wochenende, gehört am Samstagvormittag auch eine Špica dazu.

Vier Tage oder mehr sind ideal, wenn Zagreb mit einem Ausflug verbunden werden soll. Samobor lässt sich gut für einen halben Tag einplanen, für das Zagorje oder Varaždin sollte man eher einen ganzen Tag reservieren.

Im Advent darf es ruhig ein langes Wochenende sein. Dann bleibt tagsüber Zeit für die Stadt, während am späten Nachmittag die Lichter angehen und sich die Adventsplätze füllen. Wer zusätzlich einen Ausflug machen möchte, hängt am besten noch einen weiteren Tag an.

Wann ist die beste Reisezeit für Zagreb?

Zagreb hat ein kontinentales Klima, ganz anders als die kroatische Küste. Die Sommer können heiß werden, die Winter kalt, während Frühling und Herbst meist angenehm für eine Städtereise sind.

Von April bis Juni zeigt sich viel vom Leben draußen. In den Parks blüht es, die Terrassen der Cafés füllen sich, und die Temperaturen passen meist gut zu langen Tagen zu Fuß. Am 31. Mai feiert Zagreb seinen Stadtfeiertag, begleitet von Konzerten, Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen.

Im Juli und August kann es heiß werden, und viele Zagreber verbringen zumindest einen Teil des Sommers an der Küste. Gleichzeitig finden in der Stadt Open-Air-Veranstaltungen statt, und Parks, Jarun und Medvednica bieten Möglichkeiten, dem heißen Zentrum für ein paar Stunden zu entkommen.

September und Oktober gehören zu den angenehmsten Monaten für eine Städtereise. Die große Sommerhitze ist meist vorbei, während Parks und Straßencafés noch zum Draußensein einladen. Im Zagorje beginnt die Zeit der Weinlese, und später im Herbst färben sich die Wälder von Maksimir und Medvednica.

Im Dezember bestimmt der Advent große Teile der Innenstadt. Es ist kalt, nachts kann es frieren und Schnee ist möglich, aber keineswegs garantiert. Dafür leuchten Plätze und Parks am Abend, und rund um die Adventsorte ist deutlich mehr los als in einem gewöhnlichen Wintermonat. Was man drüber hinaus im Winter in Kroatien unternehmen kann, steht im Artikel „Winterurlaub in Kroatien“.

Auch der März hat inzwischen einen besonderen Termin: Beim Festival of Lights werden an mehreren Abenden Gebäude, Plätze und Parks mit Lichtkunst und Installationen bespielt. Der genaue Termin wechselt von Jahr zu Jahr und sollte vor der Reise geprüft werden.

Wer die Reisezeit für ganz Kroatien vergleichen möchte, findet mehr dazu im Artikel: Beste Reisezeit für Kroatien.

Wenn in Gradec die Laternen angehen

Eine nach der anderen beginnt zu leuchten, langsam, entzündet mit dem langen Stab. Unten am Zrinjevac funkeln schon die Lichter in den Platanen, die Musik dringt bis zur Promenade herauf. Unter dem Steinernen Tor brennen die Kerzen. Von den Adventsständen ziehen der Duft frisch gebackener Fritule und gegrillter Kobasice durch die Gassen. Der Becher mit dem weißen Kuhano vino ist in den Händen längst nicht mehr ganz so heiß.

Man steht ein bisschen länger als geplant am Geländer und schaut auf die Dächer.

Und weiß, dass man auf dem Weg ans Meer nie wieder einfach an der Ausfahrt vorbeifahren wird.

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