An der Riva in Split sitzen im Januar die älteren Herren in der Sonne, die Jacke bis oben zugeknöpft, vor sich eine Kava, also einen Kaffee. An den Stränden sind die Liegestühle weggeräumt, die Ausflugsboote liegen vertäut im Hafen. Und für ihren Advent hat die Stadt zuletzt auf Plakaten damit geworben, dass man in Split Weihnachtsstimmung ohne Minusgrade bekommt.
Winterurlaub in Kroatien ist kein Badeurlaub. Wer zwischen November und Februar kommt, erlebt Städte im ganz normalen Alltag, Trüffel in Istrien, jungen Wein zu Martinje, Lichter im Advent und im Februar einen Karneval, den man in Rijeka die fünfte Jahreszeit nennt.
In den kleineren Urlaubsorten wird es dagegen ausgesprochen ruhig. Viele Restaurants und Geschäfte schließen über den Winter, Fähren fahren seltener, und auch an der südlichen Adria gibt es kalte, regnerische Tage. Wer das bei seiner Reiseplanung berücksichtigt, kann Kroatien in einer Jahreszeit entdecken, in der das Leben an der Küste einen ganz anderen Rhythmus hat. Wie sich der Winter im Vergleich zu den übrigen Monaten einordnet, zeigt der Überblick zur besten Reisezeit für Kroatien.
In diesem Artikel
Wetter in Kroatien im Winter
An der Küste sind die Winter vergleichsweise mild, im Landesinneren wird es dagegen richtig kalt. Während in Split im Januar noch zweistellige Temperaturen möglich sind, liegt Zagreb oft nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt.
An der Küste
In Dubrovnik erreichen die Temperaturen im Januar tagsüber durchschnittlich etwa 12 °C, nachts sinken sie auf rund 6 °C. In Split sind die Verhältnisse ähnlich, an der nördlichen Adria rund um Rijeka und in Istrien ist es meist etwas kühler. Sonnige Tage wechseln sich mit Regen und dicht bewölktem Himmel ab.
Auch die kurzen Tage sollte man bei der Reiseplanung berücksichtigen. Ende Dezember wird es bereits am späten Nachmittag dunkel. Für längere Ausflüge lohnt sich deshalb ein früher Start.
Im Landesinneren und in den Bergen
In Zagreb liegen die Temperaturen im Dezember und Januar tagsüber häufig nur wenige Grad über null, nachts gibt es regelmäßig Frost. Schnee ist möglich, aber keineswegs garantiert. In den höher gelegenen Regionen der Lika, rund um die Plitvicer Seen und im Gorski kotar sind die Winter kälter und schneereicher.
Bura und Jugo
Zwei Winde prägen das Wetter an der Adriaküste besonders: die Bura und der Jugo. Die Bura kommt als kalter, meist trockener Nordostwind über die Berge und kann vor allem am Velebit, rund um Senj und auf der Insel Pag enorme Stärke erreichen. Bei heftigen Böen werden Fährverbindungen eingestellt und Straßen oder Brücken für bestimmte Fahrzeuge gesperrt. Häufig sorgt die Bura anschließend für klare Luft und weite Sicht.
Der Jugo kommt dagegen aus Südosten und bringt meist mildere, feuchte Luft, Wolken und Regen. Bei starkem Jugo können sich hohe Wellen aufbauen. Besonders die Bura hat ihre Eigenheiten, die im Artikel Bura in Kroatien ausführlicher beschrieben werden.
Das Meer im Winter
Im Januar liegt die Wassertemperatur in Dubrovnik als grober Richtwert bei etwa 14 °C, an der nördlichen Adria ist das Meer meist noch etwas kälter. Baden ist damit etwas für Hartgesottene. Für alle anderen ist das Meer im Winter vor allem zum Anschauen da, besonders an Jugo-Tagen, wenn die Wellen über die Mole schlagen.
Was ist im Winter in Kroatien geöffnet?
Bei einem Winterurlaub in Kroatien zeigt sich besonders deutlich, welche Orte vom Sommer leben und welche ohne den großen Trubel einfach weiterleben.
In Zagreb, Split, Zadar, Šibenik, Rijeka, Pula und Dubrovnik läuft der Alltag weiter. Cafés, Restaurants, Märkte und Museen bleiben auch im Winter geöffnet, teilweise allerdings mit kürzeren Öffnungszeiten. In kleineren Küstenorten und auf vielen Inseln schließen dagegen Strandbars, Saisonrestaurants, Souvenirläden und Campingplätze. Dort kann es im Januar so still werden, dass man den Supermarkt als Sehenswürdigkeit betrachtet.
Fähren und Katamarane fahren nach Winterfahrplan, auf manchen Strecken deutlich seltener als im Sommer. Bei starker Bura oder starkem Jugo können Verbindungen ausfallen. Wer auf eine Insel möchte, sollte deshalb den aktuellen Fahrplan prüfen und bei der Reiseplanung etwas zeitlichen Spielraum lassen.
Unterkünfte sind im Winter häufig günstiger, allerdings ist die Auswahl kleiner. Bei Ferienwohnungen lohnt sich ein genauer Blick auf die Heizung. Manche Unterkünfte sind vor allem auf Sommergäste ausgerichtet und verfügen lediglich über eine Klimaanlage zum Heizen. Wer im Januar oder Februar an die Küste reist, sollte deshalb vor der Buchung klären, ob sich die Räume auch an kalten Tagen angenehm beheizen lassen.
Kroatien im Winter, Monat für Monat
Schon im November beginnt die ruhigere Reisezeit mit jungem Wein und Trüffeln. Im Dezember leuchtet der Advent, im Januar locken bei ausreichend Schnee die Skipisten, und im Februar übernehmen die Masken.
November: Martinje, wenn der Most zu Wein wird
Am 11. November feiert man in vielen Teilen Kroatiens Martinje, den Tag des heiligen Martin, der als Schutzpatron der Winzer gilt. Nach altem Brauch wird an diesem Tag der junge Wein feierlich „getauft“. Was zuvor noch Most hieß, darf nach der Zeremonie Wein genannt werden. Natürlich ist das keine tatsächliche Verwandlung: Die Gärung hat längst begonnen oder ist bereits abgeschlossen. Aber bei Martinje geht es ohnehin weniger um die Weinherstellung als um das gemeinsame Feiern.
Besonders im Nordwesten Kroatiens ist dieser Brauch lebendig geblieben. In Kumrovec im Zagorje wird am 7. November 2026 im Freilichtmuseum Staro selo gefeiert. Die örtliche Winzervereinigung „Grozd“ gestaltet die traditionelle Mosttaufe, begleitet von regionalen Spezialitäten und reichlich Gelegenheit, den neuen Wein zu probieren.
In Grižane im Vinodol, oberhalb von Crikvenica, ist der heilige Martin zugleich der Schutzpatron des Ortes. Rund um seinen Festtag wird hier traditionell mehrere Tage gefeiert. In vergangenen Jahren gehörten eine Messe, die Bewertung heimischer Weine und ein Kochwettbewerb um den Martinjski kotlić zum Programm. Dabei treten Mannschaften gegeneinander an, um den besten Eintopf zu kochen. Aktuelle Veranstaltungshinweise veröffentlicht der örtliche Tourismusverband.
Auch in Istrien hat sich aus dem alten Brauch eine lebendige Festtradition entwickelt. In den Dörfern und kleinen Städten werden junge Weine verkostet und ausgezeichnet. Ein alter Spruch verspricht dem Winzer, der an Martinje am meisten Wein ausschenkt, im nächsten Jahr den besten Wein. Ob das funktioniert, sei dahingestellt. Zum Feiern ist es jedenfalls ein schöner Anlass. 2026 stehen unter anderem Martinje in Momjan vom 11. bis 15. November und in Pula vom 12. bis 14. November auf dem Veranstaltungskalender.
Zur Martinsgans gehört eine alte Legende: Der heilige Martin soll sich zwischen Gänsen versteckt haben, weil er nicht zum Bischof ernannt werden wollte. Doch die Tiere verrieten ihn mit ihrem Geschnatter. Deshalb gehört in vielen Gegenden auch eine gebratene Gans zum traditionellen Martinsessen.
Wer im November nach Istrien reist, kann außerdem die Saison der begehrten weißen Trüffel erleben. Am 7. und 8. November 2026 findet in Buzet das Istrische Trüffelfestival statt. Dort werden Trüffel und regionale Spezialitäten angeboten, dazu gibt es Verkostungen, Kochvorführungen und Musik. Das Festival gehört zu den Veranstaltungen der istrischen Trüffeltage, die den Herbst in der Region begleiten. Die Trüffelsaison beginnt bereits im September/Oktober. Auch im Artikel Kroatien im Oktober spielen die istrischen Trüffeltage deshalb eine Rolle.
Dezember: Advent zwischen Hauptstadt und Meer
In Zagreb gehören winterliche Temperaturen zum Advent, an der Adriaküste stehen die Weihnachtsbuden zwischen Palmen und historischen Häuserfassaden. Glühwein und Fritule gibt es in beiden Regionen, doch die Kulisse könnte unterschiedlicher kaum sein.
Der bekannteste Advent des Landes findet in Zagreb statt. Vom 28. November 2026 bis zum 7. Januar 2027 verwandeln Weihnachtsmärkte, Lichter und eine Eisbahn Teile der Hauptstadt in eine festliche Winterlandschaft. Auch die Oberstadt mit ihren Gaslaternen hat in dieser Jahreszeit ihren besonderen Reiz. Welche Plätze und Sehenswürdigkeiten einen Besuch lohnen, zeigt der Artikel Zagreb: Sehenswürdigkeiten, Advent und Geschichten aus Kroatiens Hauptstadt.
Auch die Küstenstädte haben ihre eigenen Adventsprogramme. Besonders interessant sind drei Orte:
- Opatija: Der einstige Kurort am Kvarner schmückt seine Parks, Promenaden und historischen Hotelfassaden mit unzähligen Lichtern. Zwischen beleuchteten Bäumen und festlich dekorierten Gebäuden gibt es eine Eisbahn, Konzerte und kleine Weihnachtsstände. Der Advent 2026/27 dauert vom 27. November bis zum 6. Januar.
- Split: Hier verteilt sich der Advent traditionell über mehrere Plätze der Altstadt, darunter die Pjaca und die Prokurative. Auch die Riva gehört zu den Schauplätzen. 2025/26 wurde an mehreren Orten gefeiert; das vollständige Programm für den kommenden Winter steht noch aus.
- Dubrovnik: Beim Dubrovniker Winterfestival ziehen sich Adventsstände und Veranstaltungen durch die historische Altstadt. Konzerte auf dem Stradun gehören ebenso zum bisherigen Programm wie eine Eisbahn in Lapad. Auch das Neujahrskonzert des Dubrovniker Sinfonieorchesters hat seinen Platz im Festkalender.
An den Adventsständen duftet es nach Fritule, kleinen frittierten Teigbällchen, und kuhano vino, dem kroatischen Glühwein. Wer etwas Herzhaftes möchte, findet häufig auch Sarma, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Sauerkrautblätter. Diese und viele andere Spezialitäten gehören zur kroatischen Küche. Abseits der Weihnachtsmärkte prägen wiederum zahlreiche alte Bräuche das Fest, von denen der Artikel Weihnachten in Kroatien erzählt.
Wer Fritule lieber zu Hause backen möchte: Das Rezept meiner Mutter gibt es kostenlos auf dieser Seite. Es stammt aus meinem E-Book „Weihnachten in Dalmatien“ mit acht dalmatinischen Familienrezepten für die Festtage.

Januar: Skifahren mit Blick auf Zagreb oder aufs Meer
Oberhalb von Zagreb, auf dem Sljeme, dem höchsten Gipfel der Medvednica, liegt ein Skigebiet mit rund vier Kilometern Pisten und drei Skiliften. Wenn die Schneeverhältnisse stimmen, lässt sich ein Aufenthalt in der kroatischen Hauptstadt mit einem Tag auf der Skipiste verbinden.
Bekannt wurde das Sljeme auch durch die Snow Queen Trophy. Bei diesem Weltcuprennen traten über viele Jahre einige der besten Slalomfahrer der Welt gegeneinander an. 2023 fanden die bislang letzten Rennen statt. Heute ist der Berg vor allem ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner Zagrebs.
Noch ungewöhnlicher ist das Skigebiet Platak oberhalb von Rijeka. Auf etwa 1.100 bis 1.360 Metern Höhe liegen die Pisten, und bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur Kvarner-Bucht und zu den Inseln. Schnee unter den Skiern, das Meer vor Augen.
Ob sich ein Skitag auf dem Sljeme oder auf Platak einplanen lässt, hängt von den Schneeverhältnissen ab. Vor der Anfahrt empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die aktuellen Liftmeldungen der Betreiber.
Februar: Rijekas fünfte Jahreszeit und das Fest des heiligen Blasius
In Rijeka beginnt die traditionelle Karnevalszeit am 17. Januar, dem Gedenktag des heiligen Antonius des Großen. Bis zur Fastenzeit gehören Masken, Musik und ausgelassene Feiern zum Stadtbild. Die Rijeker nennen diese Wochen ihre fünfte Jahreszeit. Der organisierte Karneval in seiner heutigen Form geht auf das Jahr 1982 zurück, als drei Maskengruppen den Anfang machten.
Der Höhepunkt ist der große internationale Karnevalsumzug über den Korzo, die Hauptstraße Rijekas. 2025 zogen knapp 11.000 Maskierte in 109 Gruppen durch die Stadt, darunter auch Gäste aus dem Ausland. Zwischen fantasievollen Kostümen und aufwendig geschmückten Wagen bekommt dabei regelmäßig auch die Politik ihr Fett weg.
Für 2027 sind folgende Termine angekündigt:
| Termin 2027 | Programm |
|---|---|
| 22. Januar | Wahl der Karnevalskönigin |
| 30. Januar | Kinderkarnevalsumzug |
| 7. Februar | 44. Internationaler Karnevalsumzug |
Besonders eindrucksvoll sind die Zvončari, die traditionellen Glockenträger aus den Dörfern rund um Kastav im Hinterland von Rijeka. Mit schweren Glocken am Gürtel und Schaffellen über den Schultern ziehen sie während der Karnevalszeit durch die Ortschaften. Manche Gruppen tragen furchterregende Tiermasken mit Hörnern, andere auffällige, mit immergrünen Zweigen geschmückte Kopfbedeckungen.
Wenn sie stampfend und mit lautem Glockengeläute durch die Dörfer ziehen, sollen sie nach altem Glauben den Winter und böse Geister vertreiben. Unterwegs werden sie von den Dorfbewohnern empfangen und bewirtet. Der traditionelle Umzug der Glockenträger aus dem Kastav-Gebiet gehört seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Beim großen Karnevalsumzug in Rijeka bilden die Halubajski zvončari traditionell den Abschluss.
Während in Rijeka die Masken das Stadtbild bestimmen, steht in Dubrovnik Anfang Februar ein jahrhundertealtes religiöses Fest im Mittelpunkt. Die Festa svetog Vlaha, das Fest des heiligen Blasius, beginnt am 2. Februar und erreicht am 3. Februar ihren Höhepunkt. Gläubige aus Dubrovnik und der Umgebung kommen in traditionellen Trachten in die Stadt. Bei der feierlichen Prozession durch die Altstadt werden Reliquien des Schutzpatrons getragen und Kirchenfahnen geschwenkt.
Hinter dem Fest steht eine alte Überlieferung: Im Jahr 971 soll der heilige Blasius einem Priester erschienen sein und ihn vor einem geplanten Angriff venezianischer Schiffe gewarnt haben. Die Stadt konnte sich der Legende nach rechtzeitig schützen. Seitdem wird Blasius in Dubrovnik als Schutzpatron verehrt. Auch die Festa svetog Vlaha gehört seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Welche Region passt im Winter?
Für einen Winterurlaub in Kroatien stehen lebendige Städte, verschneite Berglandschaften und stille Küstenorte zur Auswahl. Welche Region sich am besten eignet, hängt davon ab, ob ein verlängertes Wochenende, eine Rundreise oder ein paar ruhige Tage am Meer geplant sind.
Zagreb und das Landesinnere: Advent und Wintergefühl
Zagreb eignet sich besonders für einen winterlichen Städtetrip. Cafés, Museen, Märkte und Sehenswürdigkeiten liegen in der Innenstadt oft nur einen Spaziergang voneinander entfernt. Selbst bei Regen oder niedrigen Temperaturen lässt sich hier problemlos ein verlängertes Wochenende verbringen. Im Dezember kommt der Advent hinzu, mit etwas Glück liegt sogar Schnee auf den Dächern der Oberstadt.
Wer länger bleibt, kann die Hauptstadt als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Zagorje oder auf die Medvednica nutzen. Zagreb ist damit eine gute Wahl für alle, die im Winter unterwegs sein möchten, ohne auf ein touristisches Saisonangebot angewiesen zu sein.
Istrien und Kvarner: Genuss und Küstenstädte
Istrien bietet sich im Spätherbst und Winter für alle an, die gerne gut essen und kleine Orte ohne den sommerlichen Besucherandrang erkunden. Die Altstädte von Rovinj, Poreč oder Pula haben auch außerhalb der Saison ihren Reiz. Allerdings ist die Auswahl an geöffneten Restaurants gerade in kleineren Orten begrenzt. Pula ist deshalb eine praktische Ausgangsbasis, wenn auch bei schlechtem Wetter etwas unternommen werden soll.
Am Kvarner bietet sich Opatija mit seinen historischen Hotels und der langen Uferpromenade für ein verlängertes Wochenende an. Rijeka ist die bessere Wahl für alle, die eine lebendige Stadt mit Märkten, Cafés und kulturellen Angeboten suchen. Und wer sich einen Wintertag in den Bergen wünscht, findet mit Platak ein mögliches Ausflugsziel oberhalb der Küste.
Dalmatien: Küstenstädte ohne Sommertrubel
Split, Šibenik, Zadar und Dubrovnik eignen sich für alle, die Kroatiens Küstenstädte ohne den sommerlichen Besucherandrang kennenlernen möchten. Statt Strandbesuchen stehen Spaziergänge durch die Altstädte, Museen, Märkte und lange Kaffeepausen auf dem Programm.
Für eine Winterreise ist eine der größeren Städte meist die praktischere Ausgangsbasis. Wer mehrere Orte besuchen möchte, kann die ruhigere Jahreszeit auch für eine kleine Rundreise entlang der dalmatinischen Küste nutzen. Allerdings sollte man die kürzeren Tage und mögliche Schlechtwetterphasen berücksichtigen.
Besonders Šibenik lässt sich gut zu Fuß erkunden. Die Kathedrale, die verwinkelten Gassen und die Festungen gehören zu den Sehenswürdigkeiten der alten Königsstadt.
Auch Hvar ist nicht ausschließlich eine Sommerinsel. Während sich im Juli die Besucher durch die Gassen der Inselhauptstadt drängen, wird es im Winter ausgesprochen ruhig. Der örtliche Tourismusverband empfiehlt für diese Jahreszeit besonders die Dörfer im Inselinneren, in denen sich das traditionelle Inselleben entdecken lässt. Die Autofähre von Split nach Stari Grad verkehrt ganzjährig, und auch einige Restaurants bleiben geöffnet. Viele Hotels und touristische Betriebe schließen allerdings über den Winter. Wer Hvar in dieser Zeit besuchen möchte, sollte die Unterkunft deshalb frühzeitig auf ihre tatsächliche Verfügbarkeit prüfen. Mehr über die Insel, ihre schönsten Orte und ihre Besonderheiten erzählt der Artikel Hvar: Sehenswürdigkeiten, Strände und besondere Seiten der Insel.
Plitvicer Seen im Winter
Die Plitvicer Seen sind auch im Winter einen Besuch wert. Wenn Schnee fällt und die Temperaturen längere Zeit unter null bleiben, können Teile der Wasserfälle gefrieren. Die türkisfarbenen Seen, verschneiten Wälder und vereisten Felsen zeigen dann eine ganz andere Seite des Nationalparks. Allerdings gibt es keine Garantie für solche Winterbilder.
Ein weiterer Vorteil sind die Eintrittspreise. Laut offizieller Preisliste 2026 kostet eine Tageskarte vom 1. November bis zum 31. März für Erwachsene 10 Euro, für Studierende 6 Euro und für Kinder von 7 bis 18 Jahren 4 Euro. Kinder unter sieben Jahren haben freien Eintritt. Im Sommer zahlen Erwachsene tagsüber bis zu 40 Euro. Die Preise für 2027 können sich ändern.
Bei der Planung gibt es allerdings eine Besonderheit: Im Winter sind normalerweise nur die Unteren Seen zugänglich, während die Oberen Seen geschlossen bleiben. Auch einzelne Wege können wegen Schnee oder Eis gesperrt werden. Feste, rutschfeste Schuhe sind deshalb sinnvoll. Vor der Anreise empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise der offiziellen Website des Nationalparks.
Die verschiedenen Eingänge und Rundwege sind im ausführlichen Besucherführer zu den Plitvicer Seen beschrieben.
Mein Winter: am Špajer und auf der Bank im Weinkeller
Im Winter war es bei uns in der Küche am schönsten. Dort stand der Špajer, wie man bei uns in Sinj zum Holzherd sagte, und daneben war mein Lieblingsplatz, weil es dort immer mollig warm war.
Panceta, luftgetrockneter Bauchspeck, und Pršut, luftgetrockneter Schinken, haben wir selbst gemacht. Die Schinken hingen im Keller und trockneten dort an der Luft. Fast genauso gern wie am Špajer saß ich mit meinem Opa auf der Bank in seinem Weinkeller. Er trank seine Bevanda, Rotwein mit Wasser, und ich bekam etwas zum Knabbern ab: mal Nüsse, mal ein Stück Panceta. Ganz ehrlich: Die hat nirgendwo so gut geschmeckt wie dort.
Der Winter hat seinen eigenen Kalender
Wer Kroatien im Winter besucht, muss sich um fehlende Abwechslung nicht unbedingt Sorgen machen. Im November wird der junge Wein getauft, im Dezember steht der Glühwein auf dem Programm, und im Februar ziehen Männer mit Schaffellen und schweren Glocken durch die Dörfer, um den Winter zu vertreiben.
Dabei denkt der Winter noch längst nicht überall ans Gehen. Auf den Bergen liegt vielleicht Schnee, während an der Küste schon die ersten Sonnenstrahlen die Caféstühle wärmen.
Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, bleibt immer noch ein guter Weinkeller. Mein Opa hätte jedenfalls gewusst, was zu tun ist.
Häufige Fragen zum Winterurlaub in Kroatien
Lohnt sich Winterurlaub in Kroatien?
Ja, besonders für Städtereisen, kulturelle Veranstaltungen und alle, die Kroatien außerhalb der Badesaison kennenlernen möchten. Zagreb, Split, Rijeka und Dubrovnik bieten auch im Winter einiges. In kleineren Urlaubsorten an der Küste sind dagegen viele touristische Betriebe geschlossen.
Wie warm ist es in Kroatien im Winter?
An der Adriaküste erreichen die Temperaturen im Januar tagsüber häufig etwa 10 bis 12 °C, im Süden teilweise etwas mehr. In Zagreb und im Landesinneren ist es deutlich kälter. Nachts gibt es häufig Frost, in den Bergen auch Schnee.
Kann man im Winter in Kroatien baden?
Das Meer ist im Winter ziemlich kalt. Im Januar liegt die Wassertemperatur an der südlichen Adria als grober Richtwert bei etwa 14 °C, im Norden meist darunter. Wer trotzdem baden möchte, sollte an kaltes Wasser gewöhnt sein.
Wann ist Martinje in Kroatien?
Martinje wird jedes Jahr am 11. November gefeiert. Bei der traditionellen Mosttaufe wird der junge Wein symbolisch zum Wein erklärt. Besonders im Nordwesten Kroatiens finden rund um diesen Tag Weinfeste und Verkostungen statt.
Wann ist der Karneval in Rijeka 2027?
Die traditionelle Karnevalszeit beginnt am 17. Januar. Der Kinderkarnevalsumzug ist für den 30. Januar 2027 angekündigt, der große internationale Karnevalsumzug für den 7. Februar 2027.
Kann man die Plitvicer Seen im Winter besuchen?
Ja, der Nationalpark ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Im Winter sind normalerweise nur die Unteren Seen zugänglich, weitere Einschränkungen durch Schnee und Eis sind möglich. Laut Preisliste 2026 kostet der Eintritt für Erwachsene zwischen November und März 10 Euro. Für 2027 sollten die aktuellen Preise geprüft werden.
Fahren im Winter Fähren zu den kroatischen Inseln?
Ja, auch im Winter bestehen Fährverbindungen zu den Inseln. Allerdings gilt der Winterfahrplan, auf manchen Strecken mit deutlich weniger Abfahrten als im Sommer. Bei starkem Wind können Verbindungen ausfallen. Deshalb empfiehlt es sich, den aktuellen Fahrplan vor der Überfahrt zu prüfen.
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Bildquelle: Inja Pavlić, Matija Sundalic / Unsplash