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Simply Croatia

Kultur und Genuss 17 Min. Lesezeit

Was isst man in Kroatien? Typische Gerichte und Spezialitäten von Istrien bis Slawonien

Kroatischer Oktopussalat mit Kartoffeln, Oliven, roten Zwiebeln und Tomaten auf einem rustikalen Keramikteller als Beispiel für die kroatische Küche

Wenn bei uns das Badezimmer nach Fisch roch, war Weihnachten nicht mehr weit.

In einer Plastikwanne lag dann der Bakalar, getrockneter Kabeljau, hart wie ein Stück Holz, und weichte tagelang vor sich hin. Wer sich die Zähne putzen wollte, teilte sich das Bad eben mit einem Fisch. Beschwert hat sich trotzdem niemand, denn ohne Bakalar gab es keinen Heiligabend. Meine Mutter machte daraus einen Salat oder einen Eintopf, Knoblauch natürlich inklusive. In manchen Jahren standen außerdem große blaue Fässer mit eingelegtem Weißkohl für die Sarma im Keller. Dann roch eben nicht nur das Bad.

Beide Traditionen hatten wir aus Kroatien mitgebracht. Dort köchelte am Heiligabend in Omas Küche schon die Sarma in einem großen Topf auf dem Holzherd, während wir uns für die Mitternachtsmesse fertig machten. Sarma sind Sauerkrautblätter, gefüllt mit Hackfleisch und Reis. Am 24. Dezember, Badnjak, gab es bei uns kein Fleisch. Die Sarma musste deshalb bis nach der Mitternachtsmesse warten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Heimweg aus der Kirche jedes Jahr der schnellste war.

Welche Bräuche neben Bakalar und der Mitternachtsmesse zu Weihnachten in Kroatien gehören, erzählt der Artikel „Weihnachten in Kroatien: Bräuche, Traditionen und die Geschichten dahinter“.

Im Urlaub lernen viele von der kroatischen Küche vor allem den Grillteller und Pommes kennen. Dabei kommen in Istrien Trüffel auf die Pasta, in Slawonien gehört Paprika in fast jeden Topf, und in Dalmatien wird das Fleisch für die Pašticada oft ein bis zwei Tage mariniert. An der Küste zählt, was morgens im Netz war, im Norden, was im Winter im Keller lagert.

Dieser Artikel führt durch die kroatische Küche von Istrien bis Slawonien: typische Gerichte und regionale Spezialitäten, ein paar Dinge, die man nicht überall liest, und praktische Tipps, damit man beim Essengehen nicht in die bekannten Fallen tappt.

Kroatische Küche kurz und knapp

  • Küste: Fisch, Meeresfrüchte, Olivenöl, Wildkräuter, Mangold und Kartoffeln
  • Binnenland: Fleisch, Teigwaren, Milchprodukte, Kraut, im Osten viel Paprika
  • Typisch für den Tagesablauf: Marenda, eine Zwischenmahlzeit am späten Vormittag, im Norden meist Gablec genannt
  • Nicht verpassen: Pašticada in Dalmatien, Trüffel in Istrien, Paški sir von der Insel Pag und Kulen in Slawonien
  • EU-geschützt: 52 kroatische Lebensmittel- und Agrarproduktbezeichnungen mit EU-Qualitätssiegel (Stand April 2026), darunter vier regionale Pršut-Spezialitäten
  • Darauf achten: Ganze Fische werden im Restaurant häufig nach Kilogramm abgerechnet. Vor der Bestellung nach dem Gesamtpreis fragen
  • Vorbestellen: Peka braucht mehrere Stunden Zubereitungszeit und muss in vielen Konobas vorab bestellt werden

Warum es die eine kroatische Küche nicht gibt

Kroatien ist kein großes Land, aber kulinarisch liegen zwischen Istrien und Slawonien Welten. An der Adria wird mediterran gekocht, mit Olivenöl, Fisch und Kräutern, die an den Hängen hinter dem Haus wachsen. Im Norden schmeckt man Wien und Budapest: Strudel, Schnitzel, Kraut und Teig. Und im Osten, an der Donau, landet so viel Paprika im Topf, dass man meinen könnte, die Grenze zu Ungarn wäre nur eine Formalität.

Das hat mit der Geschichte zu tun. Venedig beherrschte über Jahrhunderte große Teile der Küste und prägte die Küche mit Pasta, Risotto und dem Bakalar, der über venezianische Handelswege nach Kroatien kam. Der Norden stand lange unter habsburgischem Einfluss, Slawonien hatte enge Verbindungen nach Ungarn. Auch die osmanische Küche hinterließ Spuren, besonders im Binnenland, etwa bei gefüllten Gerichten und Teigspezialitäten wie Burek.

Ćevapčići im Fladenbrot mit Ajvar, Zwiebeln und Kajmak

Auch die beliebten Ćevapčići und Pljeskavica erzählen ein Stück dieser Geschichte. Die Grillgerichte haben ihre Wurzeln in der südosteuropäischen Küche, zu deren Entwicklung auch die osmanische Herrschaft beigetragen hat. Heute sind sie aus kroatischen Grillrestaurants kaum wegzudenken. Ćevapčići werden meist mit Zwiebeln, Ajvar und Lepinja, einem weichen Fladenbrot, serviert. Pljeskavica kommt als großes, flaches Hackfleischsteak auf den Grill.

Seit 2013 gehört die mediterrane Ernährung auch in Kroatien zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Stellvertretend für das Land stehen die dalmatinischen Inseln Brač und Hvar. Dabei geht es nicht nur darum, was auf den Tisch kommt, sondern auch um den Anbau der Zutaten, überlieferte Zubereitungsarten und die Tradition, gemeinsam zu essen.

Typische Gerichte nach Regionen: von Trüffeln bis Kulen

Istrien: Trüffel, Fuži und ein Rekord aus dem Wald

Istrien ist die Region, in der Kroatien am stärksten nach Italien schmeckt. Eine der bekanntesten Pastasorten heißt hier Fuži: kleine, röhrenförmig gerollte Nudeln, die gern mit Trüffeln oder einem Gulasch vom Wild serviert werden. Wer es bodenständiger mag, bestellt Maneštra, einen dicken Eintopf aus Bohnen, Gemüse und manchmal Mais, der eher an einen Wintertag erinnert als an Urlaub.

Istriens berühmteste Delikatesse wächst allerdings unter der Erde. In den Wäldern rund um Motovun werden schwarze und weiße Trüffel gesucht. Die begehrten weißen Trüffel haben im Herbst Saison. Am 2. November 1999 fand der Trüffelsucher Giancarlo Zigante mit seiner Hündin Diana im Motovuner Wald nahe Livade einen weißen Trüffel von 1,31 Kilogramm. Der Fund schaffte es ins Guinness-Buch der Rekorde. Verkauft hat Zigante den Trüffel nicht. Stattdessen ließ er ihn bei einem Festessen für rund hundert Gäste servieren. Eine Bronzekopie erinnert bis heute daran. Sie steht am Eingang seines Restaurants in Livade.

Neben den Trüffeln gehört auch das Olivenöl zu Istriens bekanntesten Spezialitäten. Was ein gutes Öl ausmacht und warum es manchmal im Hals kratzt, steht im Artikel „Kroatisches Olivenöl: Warum das beste Öl im Hals kratzt“.

Kvarner und die Inseln: Šurlice, Scampi und eine Torte von Rab

Auf Krk braucht es für eine der bekanntesten Spezialitäten der Insel nicht einmal eine Nudelmaschine. Šurlice werden von Hand um eine dünne Stricknadel gerollt. Zieht man die Nadel heraus, bleibt eine kleine Öffnung, in der sich später die Sauce sammelt. Traditionell werden die Nudeln mit Lammgulasch serviert, aber auch mit Scampi.

Die Kvarner-Scampi gehören zu den begehrtesten Meeresfrüchten der kroatischen Küste. Das merkt man spätestens beim Blick auf die Speisekarte. Besonders beliebt sind sie na buzaru, in einer Sauce aus Olivenöl, Knoblauch und Weißwein. Brot sollte man unbedingt dazu bestellen. Schließlich wäre es schade, die Sauce auf dem Teller zurückzulassen.

Auf Rab hat eine Süßigkeit sogar ihre eigene mittelalterliche Geschichte. Die Rapska torta wird aus Mandeln, Zucker und Zitrone hergestellt, häufig kommt Maraschino hinzu. Charakteristisch ist ihre Spiralform. Einer Überlieferung zufolge wurde die Torte bereits 1177 beim Besuch von Papst Alexander III. serviert. Ob das tatsächlich so war, lässt sich heute nicht mehr sicher belegen. An ihrer Beliebtheit hat das nichts geändert.

Und wer im Oktober an die Kvarner-Küste reist, trifft in Lovran auf eine Spezialität, die mit dem Meer nichts zu tun hat: die Lovranski maruni. Die großen, süßlichen Esskastanien wachsen an den Hängen des Učka-Gebirges und haben sogar ein eigenes Fest. Bei der Marunada gibt es sie geröstet, gekocht, als Kuchen und in vielen weiteren Varianten. Wer Kroatien nur mit Oliven und Feigen verbindet, entdeckt hier eine ganz andere Seite der Küstenküche.

Dalmatien: Pašticada, Soparnik und Arambašići aus Sinj

Dalmatien ist der Teil Kroatiens, den die meisten kennen, und seine Küche ist einfacher, als viele Speisekarten vermuten lassen. Fisch vom Grill, dazu Blitva, also Mangold mit Kartoffeln, Knoblauch und Olivenöl. Brudet, ein Fischeintopf, der mit Polenta serviert wird. Und Crni rižot, schwarzes Risotto, das seine Farbe von der Tinte des Tintenfischs bekommt und die Zähne gleich mitfärbt.

Für Pašticada nimmt man sich dagegen Zeit. Das Rindfleisch wird häufig ein bis zwei Tage in einer Marinade mit Weinessig eingelegt, gespickt und anschließend stundenlang mit Gemüse, getrockneten Pflaumen und Wein geschmort. Oft kommt auch süßer Prošek dazu. Serviert wird das Gericht mit Njoki, also Gnocchi. Pašticada gehört traditionell zu Festen und Hochzeiten, und über das richtige Rezept lässt sich in dalmatinischen Familien hervorragend streiten.

Soparnik erzählt eine andere Geschichte. In der ehemaligen Republik Poljica, zwischen Split und Omiš, entstand aus wenigen einfachen Zutaten ein Gericht, das heute zu den bekanntesten Spezialitäten der Region gehört. Zwischen zwei hauchdünne Teigschichten kommt Mangold mit Zwiebeln. Der Fladen wird auf einer erhitzten Steinplatte unter Glut und Asche gebacken und zum Schluss mit Olivenöl und Knoblauch bestrichen. Seit 2016 ist der Poljički soparnik in der EU als geschützte geografische Angabe registriert.

Eine Besonderheit, die man in kaum einem Reiseführer findet, kommt aus Sinj, wo ich aufgewachsen bin: Sinjski arambašići. Sie sehen aus wie Sarma, unterscheiden sich aber in zwei wichtigen Punkten: Das Fleisch wird nicht durch den Fleischwolf gedreht, sondern mit dem Messer klein geschnitten, und in die traditionelle Füllung kommt kein Reis. Arambašići werden in Sinj besonders zu großen Festen gekocht, etwa zur Sinjska alka, zu Velika Gospa und an Weihnachten. Ihre traditionelle Zubereitung steht seit 2007 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes Kroatiens. Wer wissen möchte, warum in Sinj Reiter mit der Lanze auf einen kleinen Ring zielen und an Mariä Himmelfahrt Zehntausende durch die Straßen ziehen, findet die Geschichten dazu im Artikel über einen Ausflug ins dalmatinische Hinterland.

Auf der Insel Pag bekommt selbst der Käse etwas vom Wetter ab. Wenn die Bura mit voller Kraft über den Velebit-Kanal fegt, trägt sie Meerwasser als feinen Sprühnebel über die Insel. Auf den kargen Weiden lagert sich Salz auf den Kräutern ab. Die Schafe fressen Salbei und andere Kräuter samt Salzschicht. Genau darin liegt eine der Besonderheiten des Paški sir. Der Hartkäse wird aus der Milch der einheimischen Pager Schafe hergestellt und trägt seit 2019 eine geschützte EU-Ursprungsbezeichnung. Wer ihn probiert, schmeckt tatsächlich etwas Salziges und Kräuteriges, und ein bisschen Insel.

Im Süden Dalmatiens: Aal, Austern und alte Traditionen

Ganz im Süden, im Delta der Neretva, kommt ein Eintopf auf den Tisch, bei dem manche Gäste erst einmal die Stirn runzeln: Neretvanski brudet, traditionell mit Aal und je nach Rezept auch Fröschen. Was heute als Spezialität gilt, erzählt viel vom früheren Leben im Delta. Die Menschen fingen Aale in den Flussarmen und nutzten, was die Gewässer hergaben. Seit 2022 gehört die traditionelle Zubereitung des Neretva-Brujets aus Aal zum immateriellen Kulturerbe Kroatiens. In Opuzen wird dem Gericht sogar ein eigener Kochwettbewerb gewidmet: Bei der Brudetijada treten Teams mit ihren eigenen Rezepten gegeneinander an.

Ein Stück weiter südlich, in der Bucht von Mali Ston, geht es um eine ganz andere Delikatesse. Hier werden seit Jahrhunderten Austern gezüchtet. Schon zu Zeiten der Republik Dubrovnik war die Austernzucht geregelt. Wie hoch die Kamenice geschätzt wurden, zeigte sich 1936 auf einer Ausstellung in London: Die Austern aus Mali Ston gewannen einen Grand Prix und eine Goldmedaille. Seit 2020 trägt die Malostonska kamenica eine geschützte EU-Ursprungsbezeichnung.

Zum Nachtisch wird es wieder süß. In Dalmatien gibt es Fritule, kleine frittierte Teigbällchen, und in Dubrovnik Rožata, einen Karamellpudding, der an Crème Caramel erinnert und traditionell auch mit Rosenlikör verfeinert wird.

Zwei Stücke kroatische Kremšnita mit Vanillecreme, Blätterteig und Puderzucker

Zagreb und das Zagorje: Štrukli, Truthahn und Kremšnita

Im Norden wird es deftiger. Für Štrukli wird der Teig von Hand so dünn ausgezogen, dass man beinahe hindurchsehen kann. Gefüllt mit frischem Käse und Sauerrahm, kommen die kleinen Teigtaschen gekocht oder goldbraun überbacken auf den Tisch. Die Zagorski štrukli tragen seit 2022 eine geschützte geografische Angabe der EU.

Auch bei Purica s mlincima steckt die Besonderheit in der Zubereitung. Zum gebratenen Truthahn gibt es dünne Teigfladen, die zunächst gebacken und getrocknet werden. Erst kurz vor dem Servieren übergießt man die Mlinci mit heißem Wasser und schwenkt sie anschließend im Bratensaft.

Für den Nachtisch lohnt sich ein Abstecher nach Samobor. Die dortige Kremšnita besteht aus Blätterteig und einer hohen, luftigen Vanillecreme. So berühmt ist sie in ihrer Heimatstadt, dass ihr der Lehrer und Schriftsteller Joža Prudeus sogar ein Lied widmete. Was Zagreb abseits des Essens zu bieten hat, von der Oberstadt bis zu den Adventsmärkten, steht im ausführlichen Artikel über Kroatiens Hauptstadt.

Slawonien und Baranja: Kulen, Čobanac und Fiš paprikaš

Im Osten Kroatiens wird geräuchert, kräftig gewürzt und lange gekocht. Paprika gehört hier in viele traditionelle Gerichte, auch in den Kulen. Die Schweinefleischspezialität wird mit Paprika und Knoblauch gewürzt, traditionell geräuchert und reift anschließend mehrere Monate. Ein guter Kulen braucht also Geduld und hat seinen Preis. Zu Festen wird er gern in dünne Scheiben geschnitten und als Vorspeise serviert. Sowohl der Baranjski kulen als auch die Slavonska kobasica tragen einen EU-Herkunftsschutz.

Geduld braucht auch der Čobanac, der „Hirteneintopf“. Dafür kommen mehrere Fleischsorten in einen großen Kessel, oft Schwein, Rind und Wild. Dazu reichlich Paprika, Zwiebeln und Zeit. Über offenem Feuer köchelt der Eintopf langsam vor sich hin.

Beim Fiš paprikaš landet statt Fleisch Fisch im Kessel, meist Karpfen und Wels aus den Flüssen der Region. Zwiebeln, Paprika und häufig etwas Weißwein gehören ebenfalls dazu. Besonders in Baranja ist der scharfe Fischeintopf weit mehr als ein Restaurantgericht: Bei Familienfesten und Kochwettbewerben wird darüber gestritten, wie scharf er sein muss und wer das beste Rezept hat.

Wie das Leben zwischen Donau, Weinkellern und Kesseln aussieht, erzählt der Artikel über Baranja.

Lika: Kartoffeln, Lamm und ein Käse, der quietscht

Die Lika ist für viele nur die Strecke zwischen Zagreb und der Küste oder die Gegend rund um die Plitvicer Seen. Kulinarisch lohnt sich ein Halt. Schon die Kartoffel hat hier einen besonderen Ruf. Der Lički krumpir ist seit 2015 in der EU geschützt. Das raue Klima und die Böden der Region sorgen für ihren hohen Stärkegehalt, die eher mehlige Konsistenz und den kräftigen, vollmundigen Geschmack.

Auch die Lička janjetina, das Lammfleisch aus der Lika, trägt einen EU-Herkunftsschutz. Die ungewöhnlichste Spezialität ist aber wohl der Lički škripavac: ein weicher, weißer Käse aus Kuhmilch, der nicht reift und keine Rinde hat. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er beim Kauen zwischen den Zähnen quietscht, auf Kroatisch „škripi“. Am deutlichsten macht er das, wenn er ganz frisch ist. Seit 2021 trägt auch dieser Käse eine geschützte geografische Angabe der EU. Wer zum ersten Mal hineinbeißt, schaut meist erst einmal überrascht, ob mit dem Käse alles in Ordnung ist. Ist es.

Kroatischer Pršut wird mit einem langen Messer von Hand in dünne Scheiben geschnitten.

Pršut ist nicht gleich Pršut

Auf fast jedem kroatischen Vorspeisenteller liegt Pršut, luftgereifter Rohschinken, meist mit Käse und Oliven. Was viele nicht wissen: Kroatien hat vier EU-geschützte Sorten, und die unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Herstellung.

PršutSchwarteGeräuchertBesonderheit
Istarski pršut (Istrien)entferntneinmit Salz und Gewürzen eingerieben, mindestens 12 Monate gereift
Krčki pršut (Krk)janeinmit Pfeffer, Rosmarin und Lorbeer gewürzt, mindestens 12 Monate luftgereift
Dalmatinski pršut (Dalmatien)jajamild über Hartholz geräuchert und an der Luft getrocknet
Drniški pršut (Drniš)überwiegend jajaschonend kaltgeräuchert, unter anderem mit Wacholder und Mandelholz

Der Krčki pršut war 2015 das erste kroatische Lebensmittel, dessen Name in der EU als geografische Angabe geschützt wurde.

Wer den Unterschied schmecken möchte, bestellt am besten zwei Sorten nebeneinander. Denn obwohl alle vier Pršut heißen, sorgen Salz, Gewürze, Räucherung und Reifezeit für ganz unterschiedliche Geschmackserlebnisse.

Marenda, Gablec und der Rhythmus des Essens

Wer in Dalmatien gegen zehn oder elf Uhr in eine Konoba schaut, trifft dort vielleicht auf Handwerker, Hafenarbeiter oder Rentner, die vor einem Teller Bohneneintopf oder gebratenen Sardellen sitzen. Das ist Marenda, eine Mahlzeit am späten Vormittag, die warm oder kalt sein kann. Die Tradition stammt aus einer Zeit, in der man früh aufs Feld oder aufs Boot ging und zwischendurch etwas Kräftiges brauchte. Im Norden gibt es eine ähnliche Mahlzeit, dort heißt sie Gablec.

Zu den klassischen Marenda-Gerichten gehören Tripice, ein Eintopf aus Kutteln, also Rindermagen. Außerhalb Kroatiens sorgt das gelegentlich für Verwirrung. Als meine Mutter in Deutschland zum ersten Mal beim Metzger Pansen für Tripice kaufte, fragte er sie, wie viele Hunde sie denn habe. Offenbar kannte er Pansen vor allem als Hundefutter.

Viele Lokale bieten zur Marenda eine kleine Tageskarte mit Hausmannskost zu günstigen Preisen an. Wer kroatisch essen möchte wie die Einheimischen, ist um diese Uhrzeit genau richtig. Die Karte ist oft nur handgeschrieben und manchmal ausschließlich auf Kroatisch. Nachfragen hilft.

Traditionell ist das Mittagessen die wichtigste Familienmahlzeit, besonders am Sonntag. Dann steht häufig erst eine Suppe auf dem Tisch, danach Fleisch mit Beilagen. Und wer nach dem zweiten Teller aufhören möchte, muss gute Gründe vorbringen. Abends wird dagegen oft leichter gegessen: ein bisschen Käse, Pršut, Brot und Salat.

Was trinkt man zum Essen in Kroatien?

Wein gehört in Kroatien oft zum Essen, aber nicht unbedingt pur. In Dalmatien trinkt man Bevanda, meist Rotwein mit stillem Wasser, im Norden Gemišt, Weißwein mit Sprudel. Strenge geografische Grenzen gibt es dabei längst nicht mehr. Über das richtige Mischungsverhältnis lässt sich allerdings hervorragend streiten. Besonders dann, wenn jemand überzeugt ist, dass nur seine Variante die richtige ist.

Wer lieber Wein ohne Wasser trinkt, findet in jeder Region eigene Spezialitäten. In Istrien gehört Malvazija zu den bekanntesten Weißweinen, auf Krk ist die Žlahtina zu Hause, und in Dalmatien spielt die rote Rebsorte Plavac mali eine wichtige Rolle. Es lohnt sich, im Restaurant nach einem Wein aus der jeweiligen Region zu fragen, statt automatisch den gewohnten zu bestellen.

Vor dem Essen, manchmal auch schon am Vormittag, wird Rakija angeboten. Besonders verbreitet sind Lozovača aus Trauben, Šljivovica aus Pflaumen und Travarica, ein mit Kräutern aromatisierter Brand. Dazu kommen Liköre wie Orahovac aus grünen Walnüssen. Wer keinen Alkohol möchte, kann das angebotene Gläschen selbstverständlich ablehnen.

Nach dem Essen kommt der Kaffee, und der kann dauern. Warum, steht im Artikel „Kava in Kroatien“.

Essen gehen in Kroatien: Konoba, Pečenjara und der Fisch auf der Waage

Wo man isst

  • Konoba: Ursprünglich der Keller, in dem Wein, Öl und Pršut lagerten. Heute ein meist traditionell geprägtes Lokal mit regionaler Küche. Nicht jede Konoba hält, was der Name verspricht, und manche sind inzwischen recht teuer. In einer guten Konoba gibt es aber oft genau die Hausmannskost, für die sich ein Besuch lohnt.
  • Restoran: Das klassische Restaurant, vom einfachen Lokal bis zur gehobenen Küche.
  • Gostionica: Ein Gasthaus mit eher bodenständiger Küche, besonders im Binnenland verbreitet.
  • Pečenjara: Ein Lokal für gebratenes oder gegrilltes Fleisch. Manche sind auf Ćevapčići und andere Grillgerichte spezialisiert, andere auf Lamm oder Spanferkel am Spieß. Gerade an Landstraßen sieht man oft schon von draußen, was sich über dem Feuer dreht. Bei ganzen Braten wird häufig nach Gewicht abgerechnet.

Ganze Fische werden oft nach Gewicht berechnet

Beim Fisch lohnt sich ein genauer Blick auf die Speisekarte. Ganze Fische wie Brancin (Wolfsbarsch), Orada (Dorade) oder Zubatac (Zahnbrasse) stehen auf vielen Karten mit einem Preis pro Kilogramm. Ein Fisch wiegt schnell 600 oder 800 Gramm, und dann sieht die Rechnung anders aus als erwartet.

Am besten lässt man sich den Fisch vor der Zubereitung zeigen und fragt nach Gewicht und Kilopreis. So lässt sich der Gesamtpreis schon vor der Bestellung klären. Das ist in kroatischen Fischrestaurants eine ganz normale Nachfrage.

Auf manchen Speisekarten ist tiefgekühlter Fisch mit „smrznuto“ (gefroren) oder einem entsprechenden Hinweis gekennzeichnet. Wer ausdrücklich frischen Fisch möchte, sollte im Zweifel nachfragen.

Was man sonst wissen sollte

  • Peka vorbestellen: Fleisch oder Oktopus unter der Glocke braucht mehrere Stunden. Am besten mindestens einen Tag vorher bestellen und gleich nachfragen, für wie viele Personen die Peka angeboten wird. Mehr dazu im Artikel „Peka in Kroatien“.
  • Marenda nutzen: Am späten Vormittag bieten viele Lokale einfache Tagesgerichte an, oft günstiger als die regulären Speisen.
  • Trinkgeld: Aufrunden ist üblich, bei gutem Service sind etwa fünf bis zehn Prozent angemessen. Verpflichtend ist Trinkgeld nicht.
  • Preise vergleichen: Zwischen einer Konoba im Hinterland und einem Restaurant direkt an der Promenade können erhebliche Preisunterschiede liegen. Einen ausführlichen Überblick bietet der Artikel „Preise in Kroatien 2026“.

Kroatische Küche entdecken: Food-Tour durch Split

Wer die kroatische Küche nicht nur auf der Speisekarte kennenlernen möchte, kann sich in Split durch verschiedene Spezialitäten probieren. Bei einer dreistündigen Food-Tour geht es durch die Altstadt und in kleine Lokale. Auf dem Programm stehen unter anderem Ćevapčići, schwarzes Risotto, Burek und kroatische Süßigkeiten. Dazu erzählt ein einheimischer Guide, was hinter den Gerichten steckt.

Die Tour findet in kleinen Gruppen mit maximal zwölf Personen statt. Speisen und Getränke sind im Preis enthalten.

Food-Tour durch Split ansehen und Verfügbarkeit prüfen*

*Hinweis: Der Link ist ein Affiliate-Link. Bei einer Buchung erhält Simply Croatia eine kleine Provision. Am Preis ändert sich dadurch nichts.

Ein großer Topf auf dem Herd

Die besten Gerichte der kroatischen Küche stehen manchmal gar nicht auf einer Speisekarte mit Fotos. Sie köcheln in einem großen Topf, brauchen Zeit und werden nach einem Rezept gekocht, das niemand aufgeschrieben hat, weil es ohnehin jeder in der Familie anders macht.

Wer im Urlaub ein Stück davon erwischen möchte, geht zur Marenda in eine Konoba, fragt nach dem Tagesgericht statt nach dem Grillteller und bestellt einmal etwas, dessen Namen man nur schwer aussprechen kann.

Und wenn es irgendwo nach Fisch riecht, obwohl weit und breit kein Meer zu sehen ist, ist vielleicht einfach bald Weihnachten.

Aus Mamas Rezeptbuch

Weihnachten in Dalmatien, so wie es bei uns auf den Tisch kam.

Acht Gerichte für Heiligabend, den ersten Weihnachtstag und den Stephanstag, aus dem alten Rezeptbuch meiner Mutter. Dazu die Geschichten, die bei uns zu diesen Tagen gehören, und ein Zeitplan, damit an den Festtagen nicht alles auf einmal kommt.

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Heiligabend (Badnjak)

  • Bakalar na bijelo – Klippfischsalat mit Kartoffeln
  • Bakalar na brudet – Klippfisch-Eintopf
  • Fritule – kleine dalmatinische Hefebällchen

Erster Weihnachtstag (Božić)

  • Sinjski arambašići – Sauerkrautröllchen aus Sinj
  • Pašticada – Rinderschmorbraten mit Njoki, also Gnocchi
  • Krempite – Cremeschnitten mit Vanillecreme

Stephanstag (Stipanje)

  • Breskvice – Gebäck, das aussieht wie kleine Pfirsiche
  • Makovnjača – Mohnrolle aus Hefeteig

Bildquelle: Simply Croatia, Brimfulof / Pixabay

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