Korčula: Altstadt, Grk-Wein und Besonderheiten der Insel

Als der Katamaran in Korčula anlegt, fällt sofort auf, wie nah alles beieinanderliegt. Die Altstadt ragt direkt am Wasser auf, kompakt, aus hellem Stein gebaut und von allen Seiten klar erkennbar. Es gibt keinen langen Übergang, kein langsames Hineinfinden in den Ort. Korčula beginnt direkt.

Gerade das prägt den ersten Eindruck stärker, als man zunächst erwartet. Viele dalmatinische Orte ziehen sich entlang der Küste auseinander oder verteilen sich zwischen Straßen, Buchten und einzelnen Häusern. In Korčula dagegen wirkt vieles auf diesen kleinen Kern konzentriert.

Je näher man kommt, desto deutlicher wird auch der Aufbau der Altstadt. Die Gassen verlaufen nicht zufällig, sondern folgen einem klaren Prinzip. Einige öffnen sich Richtung Meer, andere wirken schmaler und geschützter. Die Orientierung entsteht dabei fast automatisch, weniger durch Beschilderung als durch den Aufbau der Stadt selbst.

Und genau dort beginnt das Interessante an Korčula. Vieles wirkt zunächst typisch dalmatinisch: helle Steinhäuser, enge Gassen, kleine Häfen und Orte entlang der Küste. Spannend wird die Insel allerdings dort, wo man genauer hinschaut: in der Struktur der Altstadt, in den deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Orten oder beim Weinbau rund um Lumbarda.

Die Altstadt von Korčula und ihre besondere Struktur

Eine zentrale Straße verläuft durch die Altstadt, von ihr zweigen kleinere Gassen seitlich ab. Dieses Muster wird oft als Fischgräte beschrieben.

Auffällig ist dabei die unterschiedliche Ausrichtung der Gassen. Auf der westlichen Seite öffnen sie sich stärker Richtung Meer, wodurch Luft durch die Altstadt ziehen kann. Auf der östlichen Seite wirken sie enger und geschlossener, was zusätzlichen Schutz vor Wind bietet.

Diese Anordnung wird häufig als Beispiel dafür genannt, wie Klima, Wind und Stadtstruktur in Korčula zusammenwirken.

Korčula außerhalb der Altstadt: Lumbarda, Vela Luka und die Insel selbst

Sobald man die Altstadt von Korčula hinter sich lässt, verändert sich die Insel deutlich. Die dichte Struktur löst sich auf, die Bebauung wird lockerer und die Abstände größer.

Richtung Osten, etwa nach Lumbarda, öffnen sich flachere Abschnitte mit Weinbergen, Feldern und kleinen Buchten. Viele Häuser liegen direkt zwischen den Reben oder nur wenige Schritte vom Wasser entfernt. Der Ort wirkt ruhiger und weniger verdichtet als die Altstadt von Korčula.

Im Westen, rund um Vela Luka, zeigt sich dagegen ein alltagsnäherer Teil der Insel. Der Ort ist größer und weniger von der kompakten Altstadtstruktur geprägt, die viele Teile von Korčula-Stadt bestimmen. Auch die Verbindung zu Oliver Dragojević ist hier bis heute präsent, der beliebte kroatische Sänger wurde in Vela Luka geboren und später auch dort begraben.

Dazwischen führen Straßen durch hügelige Landschaft, vorbei an Olivenhainen, Trockenmauern, Weinbergen und weit auseinanderstehenden Häusern. So wechseln sich auf Korčula immer wieder dicht gebaute Orte, offene Landschaften und ruhigere Inselabschnitte ab.

Grk und Pošip – die besonderen Weine von Korčula

Vor allem im Osten der Insel, rund um Lumbarda, prägen Weinbauflächen Teile der Landschaft.

Bekannt ist Korčula unter anderem für die weiße Rebsorte Grk. Sie wächst fast ausschließlich in diesem Teil der Insel und gilt auch innerhalb Kroatiens als eher selten. Auffällig ist vor allem ihre Biologie: Grk besitzt nur weibliche Blüten und kann sich nicht selbst bestäuben. Deshalb werden zwischen den Reben andere Sorten gepflanzt, die als Bestäuber dienen.

Daneben wird auf Korčula auch Pošip angebaut, eine weiße Rebsorte, die ursprünglich ebenfalls von der Insel stammt, heute aber weit darüber hinaus verbreitet ist. Grk dagegen bleibt bis heute eng mit den Weinbauflächen rund um Lumbarda verbunden.

Lage und Anreise: Wo liegt Korčula?

Korčula liegt in Süddalmatien, südlich der Halbinsel Pelješac. Mit rund 45 Kilometern Länge gehört sie zu den größeren bewohnten Inseln Kroatiens.

Wer verschiedene Regionen und Inseln vergleichen möchte, findet hier einen Überblick über die schönsten Orte in Kroatien.

Erreichbar ist Korčula sowohl mit dem Katamaran, etwa von Split oder Dubrovnik aus, als auch mit der Autofähre über Orebić auf Pelješac. Von dort dauert die Überfahrt nur wenige Minuten.

Während Reisende ohne Auto meist die Katamaran-Verbindungen entlang der Küste nutzen, erfolgt die Anreise mit dem Auto häufig über Pelješac und Orebić. Gerade in den Sommermonaten lohnt es sich, frühzeitig zu planen, da viele Fähren und Katamarane schnell ausgebucht sind.

Warum Korčula vielen im Kopf bleibt

Irgendwann sitzt man wieder am Hafen von Korčula.

Die Sonne steht noch hoch, das Glas Grk ist noch nicht ganz leer. Als der Katamaran langsam in den Hafen einläuft, stehen die ersten auf und greifen nach ihren Taschen.

Man bleibt noch sitzen, trinkt in Ruhe aus und merkt dabei, was diese Insel einem mitgibt: dass Eile hier keine große Rolle spielt. Und dass man genau das erstaunlich schnell übernimmt.

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Bildquelle: Envato Elements